Anzeige
Anzeige

Wegen einer Routine-Frage: Grünen-Politiker fühlt sich bei Polizei-Kontrolle rassistisch beleidigt

Wegen einer Routine-Frage: Grünen-Politiker fühlt sich bei Polizei-Kontrolle rassistisch beleidigt

Wegen einer Routine-Frage: Grünen-Politiker fühlt sich bei Polizei-Kontrolle rassistisch beleidigt

Rassismus-Vorwürfe: Wenn Grüne in eine Polizeikontrolle geraten, kann es für die Beamten kompliziert werden.
Rassismus-Vorwürfe: Wenn Grüne in eine Polizeikontrolle geraten, kann es für die Beamten kompliziert werden.
Rassismus-Vorwürfe: Wenn Grüne in eine Polizeikontrolle geraten, kann es für die Beamten kompliziert werden. Symbol-Foto: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Wegen einer Routine-Frage
 

Grünen-Politiker fühlt sich bei Polizei-Kontrolle rassistisch beleidigt

BERLIN. Der Berliner Grünen-Politiker Kadir S. ist beim Benutzen seines Mobil-Telefons am Steuer erwischt worden. Doch statt zu zahlen, beruft er sich auf seine Funktion als Neuköllner Bezirksverordneter. Auch einen Führerschein konnte er den Polizisten nicht vorlegen. Nun dreht er den Fall um, fühlt sich rassistisch beleidigt und erstattet Strafanzeige gegen die Beamten.

Dabei hat die ihn anhaltende Polizistin selbst einen Migrationshintergrund, und ihr Kollege ist, so berichtet es die BZ, LGBTQ-Beauftragter.

Was war passiert? Eine Streife beobachtete im Sommer, wie der 35jährige beim Abbiegen in der rechten Hand ein Handy hielt und etwas hineintippte. Die Polizisten hielten das Auto an, fragten nach der Fahrerlaubnis. Doch die konnte S. nicht zeigen. Daraufhin lautete eine Routine-Frage, ob er schon einmal polizeilich aufgefallen sei. Für den Grünen-Politiker ist das ein rassistisch motiviertes Ansinnen.

Grüner erstattet Strafanzeige

Als die Beamten ihn auf das Benutzen des Handys ansprachen, stritt er dies ab und soll die Frage gestellt haben: „Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?“ S. ist seit einem Jahr Mitglied des Neuköllner Kommunalparlaments für die Grünen. Er zog auf Listenplatz 10 gerade so in die Bezirksverordnetenversammlung ein.

Weil die Polizistin mit Migrationshintergrund ihn nach dem Bestreiten des Deliktes gefragt hatte: „Warum lügen Sie denn jetzt hier, wir beide haben das doch gerade beobachtet?“, erstattete Kadir S. Strafanzeige wegen Beleidigung gegen die beiden Polizisten. Angeblich hätten sie ihn damit als Lügner hingestellt. Das Verfahren dauert noch an. Offen ist, ob der Grünen-Politiker die 100 Euro fürs Handy-Nutzen am Lenkrad bisher bezahlen mußte. (fh)

Anmerkung der Redaktion (1. Dezember):

Kadir S. dementiert, daß er in der Polizeikontrolle abgestritten habe, ein Handy in der Hand gehabt zu haben. Auch den Satz „Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?“ will er nicht gesagt haben.

Rassismus-Vorwürfe: Wenn Grüne in eine Polizeikontrolle geraten, kann es für die Beamten kompliziert werden. Symbol-Foto: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Anzeige
Anzeige
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Der nächste Beitrag