Anzeige
Anzeige
AfD, 40 Jahre Junge Freiheit

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Marcel Fratzscher: Das Heißluftgebläse des DIW

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Marcel Fratzscher: Das Heißluftgebläse des DIW

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Marcel Fratzscher: Das Heißluftgebläse des DIW

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
DIW-Chef Fratzscher: Immer öfter genervtes Augenrollen, Foto: Imago / dts Nachrichtenagentur
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
 

Marcel Fratzscher: Das Heißluftgebläse des DIW

Deutschland hat eine „mentale Depression“ – diagnostiziert Marcel Fratzscher völlig richtig. Doch was der DIW-Präsident deshalb immer wieder an Vorschlägen in die Debatte wirft, geht mitunter auf keine Kuhhaut.
Anzeige

Deutschland habe eine „mentale Depression“ und sei reformunwillig, warnt Marcel Fratzscher. Der Professor für Makroökonomie der Berliner Humboldt-Uni ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), das seit 1925 viele Reichs- und Bundesregierungen beraten hat. Er denkt also im großen Maßstab darüber nach, wie sich der nationale Haushalt effizienter organisieren und finanzieren ließe. Dabei fällt der auch musisch und sportlich begabte Glatzenträger durch höchst originelle Ideen auf, die er gerne der Presse mitteilt, wie etwa jüngst, Deutschland solle seine Goldreserven verkaufen.

Fratzschers Affinität zur SPD

Eigentlich aber ist Fratzschers Obsession die „soziale Gerechtigkeit“. Häufig bedeutet diese sozialistische Floskel übersetzt, dass die Faulen genausoviel bekommen sollen wie die Fleißigen – die das auch noch selbst bezahlen dürfen.

Die Milchkuh sieht der polyglotte Akademikersohn, 1971 in Bonn geboren, in der Generation der Baby-Boomer, die zahlen soll. Leider aber sei das ein Tabu: „Es heißt, Ältere darf man nicht mehr zur Kasse bitten – sie hätten das erarbeitet, es gehöre ihnen“, klagte Fratzscher etwa im Spiegel.

Sein Rezept: Man müsse „bei gewissen Privilegien – wie Erbschaftsteuer, Spitzensteuersatz oder Immobilienvermögen – stärker zur Kasse bitten“. Dass der Politikberater eine Affinität zur SPD hat, überrascht da nicht. Ebensowenig, wenn er prophezeit, eine AfD-Regierung schade der deutschen Wirtschaft und es dürfe bei der grünen Transformation der Fuß nicht vom Gas genommen werden – was eben bei den Eliten so en vogue ist.

In den Medien provoziert der laut FAZ zu den Top-Ten der einflussreichsten Ökonomen zählende Wahlberliner gerne mit schrillen Tönen. So füllte er das letzte Sommerloch mit seiner Forderung nach einem „verpflichtenden sozialen Jahr für Rentner“. Auch zur Bundeswehr wollte der Wirtschafts-Augur Senioren einziehen. Die kalkulierte Empörung brachte Fratzscher wochenlang PR – passend zu seiner Buchveröffentlichung „Nach uns die Zukunft. Ein neuer Generationenvertrag“. Das nennt man Timing.

Immer öfter kommt nur genervtes Augenrollen

Zuvor hatte er davor gewarnt, eine Bezahlkarte für Asylbewerber würde ausländische Fachkräfte abschrecken – als ob Programmierer und Ingenieure als Asylbewerber nach Deutschland kämen. Nach einem Wutsturm wegen seiner Forderung nach einem Höchstwahlalter beeilte sich Fratzscher zu behaupten, alles wäre „nur Humor“ gewesen. Dieser Witz kam allerdings gar nicht gut an.

Die unverheiratete und kinderlose „Top Voice“ mit rund hunderttausend Linked­In-Followern ist von ARD bis Zeit, von Deutschlandfunk bis X dauerpräsent. Doch nicht mehr jedem gefällt das: Einige Medien wollen bereits vernommen haben, dass der DIW-Präsident nicht nur in Politikerkreisen immer öfter genervtes Augenrollen auslöst – auch in seinem Institut würde das Gegrummel lauter, schreibt zum Beispiel der Stern. Dem Ruf des DIW tut es nicht gut, wenn es überwiegend als Heißluftgebläse für einen Leiter dient, der vor allem an seiner eigenen Ökonomie interessiert ist.

Fratzscher ficht das aber nicht an. Er warnt munter vor dem Rückzug vom Verbrennerverbot und findet, es müsse dringend mehr gegen das Armutsrisiko von Flüchtlingen getan werden. Aber vielleicht will er ja nur eine neue Buchveröffentlichung bewerben, das nächste Sommerloch steht schließlich bevor.

Aus der JF-Ausgabe 21/26.

DIW-Chef Fratzscher: Immer öfter genervtes Augenrollen, Foto: Imago / dts Nachrichtenagentur
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles