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Schockierende Bodycam-Aufnahmen: Neunmal ruft Henry Nowak „Ich kann nicht atmen“, bevor er gefesselt wird und stirbt

Schockierende Bodycam-Aufnahmen: Neunmal ruft Henry Nowak „Ich kann nicht atmen“, bevor er gefesselt wird und stirbt

Schockierende Bodycam-Aufnahmen: Neunmal ruft Henry Nowak „Ich kann nicht atmen“, bevor er gefesselt wird und stirbt

Der Mörder von Henry Nowak, Vickrum Digwa (l.), beteutert attackiert worden zu sein. Bild: JF-Montage mit KI /// Fotos: Hampshire Police
Der Mörder von Henry Nowak, Vickrum Digwa (l.), beteutert attackiert worden zu sein. Bild: JF-Montage mit KI /// Fotos: Hampshire Police
Der Mörder von Henry Nowak, Vickrum Digwa (l.), deutet auf sein angeblich geschwollenes Auge. Bild: JF-Montage mit KI /// Fotos: Hampshire Police
Schockierende Bodycam-Aufnahmen
 

Neunmal ruft Henry Nowak „Ich kann nicht atmen“, bevor er gefesselt wird und stirbt

Es sind grausame Szenen, die die Polizei in Großbritannien veröffentlicht. Die letzten Minuten in Henry Nowaks Leben dokumentieren ein skandalöses Polizeiversagen. Der Vater des Opfers erhebt schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte.
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SOUTHAMPTON/LONDON. Nach breiter Kritik an der Festnahme des erstochenen Studenten Henry Nowak wegen Rassismusvorwürfen (siehe JF-Hintergrundbericht) hat die britische Staatsanwaltschaft am Montagabend Bodycam-Aufnahmen der Polizisten veröffentlicht. Auf einem knapp dreiminütigen Film ist zu sehen, wie die Beamten den schwerverletzten 18jährigen über den Boden schleifen und ihm anschließend Handschellen anlegen. Neunmal ruft Nowak dabei „Ich kann nicht atmen“.

Die Aufnahme vom vergangenen Dezember zeigt auch den Mörder, Vickrum Digwa, in Begleitung seiner Familie. Der 23jährige behauptet darauf, das Opfer habe ihn im Gesicht verletzt, seinen Turban heruntergerissen und ihn an den Haaren gezogen. Der lebensbedrohliche Zustand des Studenten wird weiter ignoriert. Stattdessen fragt ein Polizist den Täter, ob er verletzt sei. „Ja, ich habe ein geschwollenes Auge, eine kleine Prellung“, antwortet Digwa. Während der polizeilichen Maßnahme steht der Sikh daneben und schaut Nowak beim Verbluten zu.

Als dieser mit schluchzender Stimme viermal beklagt, erstochen worden zu sein, sagt ein Beamter: „Ich glaube nicht, dass du es wurdest, Kumpel.“ Den Hinweis seiner Kollegin, zu schauen, ob Nowak im Gesicht verletzt wurde, weist der Polizist, der das Opfer fixiert, mit einem kurzen „Nein“ zurück. Der erstochene Student verliert daraufhin das Bewusstsein und kann nicht mehr auf die Fragen des Polizisten antworten, wie sein Name lautet. Erst nach einer Minute stellt eine Beamtin fest, dass Nowaks Pupillen nicht mehr reagieren.

Lesen Sie hier den Hintergrundbericht über Henry Nowaks Ermordung

Bruder des Mörders behauptete, rassistisch attackiert worden zu sein

Die Beamten begründeten ihr Verhalten damit, von dem Mörder in die Irre geführt worden zu sein. Die Szene sei komplex gewesen. Der Nachrichtensender GB News veröffentlichte Tonaufnahmen des Notrufs, den der Bruder des Mörders abgesetzt hatte, in denen Nowak als Aggressor dargestellt wird. „Wir wurden gerade rassistisch von jemandem angegriffen. Dieser (zensiert) … Wir wurden rassistisch von irgendeiner weißen Person attackiert“, behauptet Digwas Bruder mit nervöser Stimme. Danach gibt er den Einsatzkräften den Standort durch.

Fünfmal stach Digwa insgesamt auf sein Opfer ein, mit einem fatalen Stich in die Brust. Nachdem Nowak versuchte, zu fliehen, filmte der Messermörder ihn – auch als er bereits am Boden lag und eine Blutspur hinter sich zog. Der Richter bewertete dies beim Urteilsspruch als erschwerenden Faktor. Die Tatwaffe versteckte seine Mutter, Kiran Kaur, die später wegen Beihilfe zu einer Straftat angeklagt wurde. Sie plädierte auf nicht schuldig.

Nowaks Vater erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Ihr Sohn hatte wenige Stunden vor der Veröffentlichung der Bodycam-Aufnahmen eine Haftstrafe von 20 Jahren und 190 Tagen auferlegt bekommen. Vor Gericht gestand Digwa ein, von den Beamten in die Küche geführt worden zu sein, um sich etwas zu essen auszusuchen. Die Sikh-Community teilte der BBC indes mit, der Täter sei bereits zuvor von einem Sikh-Tempel wegen seines Verhaltens ausgeschlossen worden. Dies sei schon „lange vor“ dem Mord an Nowak erfolgt, was die Diskussionen um das Verhalten der Polizei nun weiter anheizt. Nach langem Schweigen reagierte mittlerweile auch der britische Premierminister Keir Starmer (Labour) auf den Mord an Nowak und geißelte die „abscheulichen Behauptungen“, die Digwa über sein Opfer erfand.

Nach dem Urteil erhob Nowaks Vater schwere Vorwürfe gegen die Polizei, da Unbeteiligte in der Tatnacht ebenfalls den Notruf wählten und betonten, jemand sei erstochen worden. Doch die Einsatzkräfte schenkten ihnen keinen Glauben. „Anstelle als sterbendes Opfer behandelt zu werden, hat die Polizei Henry verhaftet und ihm seine Rechte verlesen. Das war das letzte, was er hörte“, beklagte Nowaks Vater. „Die Art und Weise, in der er behandelt wurde, war unmenschlich und entwürdigend.“

Über seinen Sohn sagte der Vater: „Er sollte sicher nach Hause gehen. Stattdessen wurde er ein weiteres Opfer dieser brutalen Realität der Messerkriminalität in diesem Land.“ (kuk/rsz)

Der Mörder von Henry Nowak, Vickrum Digwa (l.), deutet auf sein angeblich geschwollenes Auge. Bild: JF-Montage mit KI /// Fotos: Hampshire Police
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