Leichenverbrennung in Dresden (coloriert): Ein „Opfermythos“? Foto: picture-alliance/akg
13. Februar 1945

Bombardierung Dresdens: Grüne beklagen „Opfermythos“

DRESDEN. Die Grünen haben sich für eine Neuausrichtung des Erinnerns an die Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomberflotten 1945 ausgesprochen. „Das Gedenken am 13. Februar schaut jedes Jahr zurück und zementiert den Opfermythos und die Selbstbezogenheit der Stadt“, sagte der Fraktionschef im Dresdener Stadtrat, Thomas Löser, der Sächsischen Zeitung.

Dresden könne den diesjährigen 70. Jahrestag der Zerstörung „als Anlaß nehmen, um auch nach vorn zu schauen“, betonte Löser. Ein „derart aufgeladenes Gedenken“ wie in der sächsischen Landeshauptstadt brauche es nicht. „Schön wäre es, wenn ein Fest wie ‘Dresden ist bunt’ ein jährlich wiederkehrendes Ereignis würde, für ein weltoffenes und demokratisches Dresden.“

AfD: Grüne haben Haß auf das eigene Volk

Löser lobte, daß es in diesem Jahr erstmals keine Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof geben wird, auf dem etwa 20.000 Opfer der Bombardierung durch Briten und Amerikaner in Massengräbern ihre letzte Ruhe gefunden haben. Es brauch generell kein vorgegebenes Gedenken durch die Stadt mehr, unterstrich der Grünen-Politiker.

Die AfD übte scharfe Kritik an den Forderungen. „Der Dresdner Erlebnisgeneration, deren Kindern und Enkel an diesem Tag der Einkehr ein linksgrünes Radaugaudi vor die Nase setzen zu wollen, beweist wie haßerfüllt Teile der Partei auf das eigene Volk blicken, welches es nach deren Lesart nicht besser verdient hat, als 1945 in die Steinzeit zurückgebombt zu werden“, sagte Sachsens AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer.

Er zeigte sich sicher, daß die Dresdener bei „der kommenden OB-Wahl wissen, welche Partei die deutschen Trümmerfauen-Denkmäler schleifen und trauerndes Gedenken in Polit-Klamauk, möglichst vielleicht mit Sambarhythmen, zu verwandeln plant“. Eltern rief Wurlitzer auf, „Kinder und Jugendliche von dieser Partei und deren Festen fernzuhalten.“ (ho)

Leichenverbrennung in Dresden (coloriert): Ein „Opfermythos“? Foto: picture-alliance/akg

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