München

Grüne wollen Denkmal für Trümmerfrauen beseitigen

MÜNCHEN. Die bayerischen Grünen haben die Entfernung eines Denkmals für die Trümmerfrauen und die Aufbaugeneration nach dem Zweiten Weltkrieg in München gefordert. „Ich werde einen Antrag stellen, das sogenannte Trümmerfrauen-Denkmal zu beseitigen“, sagte der Landtagsabgeordnete Sepp Dürr (Grüne) Anfang Dezember.

„Unsere Aufgabe sehen wir dabei darin, relativierenden Bestrebungen entgegenzuwirken und nicht die Nazis, die Trümmer beseitigten, als Helden des Wiederaufbaus zu feiern“, betonte Dürr. Wer an das Nachkriegsleid und die Aufbauleistungen erinnere, ohne „einen Zusammenhang zur Vorgeschichte herzustellen und zum unsäglichen Leid, das Nazi-Deutschland über Millionen anderer gebracht hat“, verzerre die Verhältnisse auf „unerträgliche Art und Weise“.

Scharfe Kritik von CDU- und CSU-Politikern

Nachdem die von SPD und Grünen regierte Stadt ein Denkmal stets abgelehnt hatte, wurde dieses im Mai 2013 auf einem Grundstück des Freistaates aufgestellt. Im Dezember 2013 hatten Dürr und die Grünen-Politikerin Katharina Schulze den Gedenkstein mit einem Tuch verhüllt, auf dem stand: „Den Richtigen ein Denkmal. Nicht den Alt-Nazis.“

Unterstützung erhielt Dürr vom Stadtarchiv München. Der Historiker Andreas Heusler sagte: „Man kann nicht in Form eines Denkmals eine Aufbaugeneration würdigen, die personell im Prinzip identisch ist mit der Verantwortungsgeneration.“

Der Münchner Stadtrat Reinhold Babor (CSU) zeigte sich entsetzt über die Grünen. „Die sollen mal die Leute aus der Generation befragen, wie die Zeiten damals waren.“ Er habe eben eine andere Ansicht, was eine Trümmerfrau sei. „Es geht um die Frauen, die die harten Nachkriegsjahre allein und mit den Kindern am Rockzipfel in den Trümmern durchgestanden haben. Und das waren Zehntausende.“ Das Vorgehen der Grünen sei deswegen „fast schon bösartig“.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Tobias Zech schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Klar, wer selber nie gearbeitet hat, kann auch die Aufbauleistung nicht schätzen. Dummdreist, unfähig und peinlich.“ (ho)

Katharina Schulze und Sepp Dürr bei der Verhüllung des Denkmals Foto: Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag/twitter

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