Gedenkstein auf dem Heidefriedhof: Keine Kranzniederlegung mehr Foto: dpa
Luftangriff 1945

Dresden streicht Kranzniederlegung für Bombenopfer

DRESDEN. Die Stadt Dresden hat die traditionelle Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof zur Erinnerung an die Opfer der Bombardierung 1945 ersatzlos gestrichen. Dies bestätigte die Stadtverwaltung auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT. „Die Landeshauptstadt Dresden schließt sich unterschiedlichen Initiativen an, die an ganz verschiedenen Orten, darunter auch auf verschiedenen Friedhöfen, stattfinden“, heißt es zur Begründung. So bekomme das „eigenverantwortliche und bürgerschaftliche Engagement an diesem Tag einen angemessenen Gedenkrahmen“.

Laut der Sächsischen Zeitung wurde die Absage allerdings mit einem „neuen Konzept“ sowie dem Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck begründet. Die sächsische Staatskanzlei bestätigte der JF, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) werde an keiner Kranzniederlegung sondern an der zentralen Gedenkveranstaltung in der Frauenkirche teilnehmen.

Petry bedauert Absage und fordert würdiges Mahnmal

Sachsens AfD-Chefin Frauke Petry bedauerte die Streichung. „Es wäre am 70. Jahrestag ein wichtiges Zeichen gewesen, an diesem symbolträchtigen Ort wieder eine Gedenkveranstaltung abzuhalten“, sagte Petry der JUNGEN FREIHEIT. Auf dem Heidefriedhof fanden etwa 20.000 Opfer des alliierten Luftangriffes am 13. und 14. Februar 1945 in acht Massengräbern ihre letzte Ruhe. Dort befindet sich zudem auch eine Gedenkstätte für die Toten.

Petry kündigte an, die AfD werde auf dem Altmarkt, auf dem 1945 Tausende Leichen verbrannt wurden, einen Kranz niederlegen. Dort befindet sich eine im Bodenpflaster eingelassene Inschrift. Zugleich kritisierte sie jedoch, dieses Mahnmal sei mit Blick auf die vielen Toten nicht ausreichend. „Wir brauchen ein würdigeres Denkmal, das dem schrecklichen Anlaß gerecht wird“, unterstrich Petry. (ho)

Gedenkstein auf dem Heidefriedhof: Keine Kranzniederlegung mehr Foto: dpa

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