BERLIN. Die AfD hat Drohungen von Sachsen-Anhalts Ex-Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), bei einem Wahlsieg der Partei würden Schulabschlüsse nicht mehr überall anerkannt, scharf zurückgewiesen. „Die Behauptung, Abitur-Zeugnisse aus einem von der AfD geführten Sachsen-Anhalt würden nicht mehr anerkannt, ist absoluter Unsinn“, sagte der Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Ulrich Siegmund, der JUNGEN FREIHEIT. „Die Verzweiflung der CDU nimmt immer größere Ausmaße an. Statt es mit inhaltlichen Argumenten zu versuchen, setzt Reiner Haseloff auf Desinformation und Wählereinschüchterung.“
Haseloff hatte in einem Interview Wähler der Partei gewarnt, es sei bei einem AfD-Wahlsieg möglich, dass „etwa Abitur-Zeugnisse und andere Qualifikationen aus einem solchen Bundesland von Hochschulen anderswo nicht mehr wie selbstverständlich akzeptiert“ würden (JF berichtete). „Auch der Austausch der Sicherheitsbehörden sowie Transfergelder von EU, Bund und dem Finanzausgleich wären in Gefahr“, behauptete der CDU-Politiker.

Holm: „SED-Regime im Endstadium“
Siegmund betonte, unter einer AfD-Regierung werde das Abitur „wieder ein echtes Qualitätssiegel und ein besonderes Adelsprädikat – weil wir endlich Leistung und Wissen und damit echte Bildung statt Ideologie an unseren Schulen durchsetzen werden“.
Heftige Kritik an Haseloff kam auch vom Ministerpräsidentenkandidaten der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, wo im September ebenfalls ein neues Landesparlament gewählt wird. „Wenn das unsere Demokraten sein sollen, dann habe ich wirklich Angst um die Demokratie“, sagte er der JF. „Es ist wirklich unanständig, wie der Ministerpräsident im Ruhestand Eltern und ihren Kindern auf brutalste Weise droht, in der Hoffnung, den unaufhaltsamen Strom irgendwie aufzuhalten.“
Die Äußerungen erinnerten ihn „an das SED-Regime im Endstadium“. Holm weiter: „Man schürt völlig skrupellos Ängste, um die Menschen vom Wechselwillen abzuhalten. Und das ist einfach eine riesengroße Sauerei.“ Eine Entschuldigung des CDU-Politikers bei Eltern und Schülern sei „mehr als fällig“. Holm glaubt nicht, dass die Wähler sich davon beeindrucken ließen. „Auf solche Dreistigkeiten folgt die knallharte Abrechnung im Wahllokal.“
Sowohl in Sachsen-Anhalt, wie auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD laut Umfragen derzeit vorn. (mas)





