BERLIN. Den meisten Bürgern ist es egal, welches Geschlecht der nächste deutsche Bundespräsident hat. Das ergaben getrennte Umfragen der Meinungsforschungsinstitute Forsa und YouGov für ntv beziehungsweise Welt am Sonntag. Demnach sagen 74 respektive 72 Prozent, dass ihnen das Geschlecht egal ist beziehungsweise es für sie keine Rolle spiele.
Dagegen sagen nur 19 beziehungsweise 15 Prozent, dass sie eine Frau bevorzugen würden. Fünf beziehungsweise acht Prozent zögen einen Mann vor. Bei den Umfragen fällt auf, dass in allen Parteien – selbst bei Grünen und Linken – eine Mehrheit sagt, das Geschlecht sei egal. Bei den Linken ist die Mehrheit mit 51 beziehungsweise 55 Prozent am engsten, bei der AfD mit 80 beziehungsweise 77 Prozent am stärksten.
Wird es Ilse Aigner?
Die Umfrageergebnisse liegen quer zur derzeit in der Bundespolitik geführten Debatte. Dort machen Politiker verschiedenster Parteien Druck, dass das nächste deutsche Staatsoberhaupt unbedingt erstmals eine Frau sein müsse. Die Bundespräsidentenwahl findet im Januar 2027 statt. Gesucht wird ein Nachfolger für Frank-Walter Steinmeier (lesen Sie hier einen Kommentar dazu).
Zuletzt hatte in Medien und Teilen der Politik für Unmut gesorgt, dass sich die CDU nicht ganz eindeutig hinter das Ziel stellte, eine Frau zum Bundespräsidenten zu machen. So kursierte etwa der Name des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein als möglicher Kandidat. Unionsfraktionschef Thorsten Frei sagte in dieser Woche, man solle nicht „von vornherein die Hälfte der Bevölkerung ausklammern“. Zugleich unterstrich er jedoch, dass er sich persönlich eine Frau wünsche.
Als mögliche Bewerberinnen werden die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Familienministerin Karin Prien (CDU) und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (ebenfalls CDU) gehandelt. (ser)






