BERLIN. Im September soll der Unions-Kandidat für das Bundespräsidentenamt gekürt werden. Das hat CSU-Chef Markus Söder gestern Abend im „Sommer-Interview“ in der ARD bestätigt. Er bekräftigte auch seinen Vorschlag, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) als Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier zu nominieren.
Der bayerische Ministerpräsident sagte, aus der SPD habe er bereits „sehr positive Signale“ bekommen. Man habe sich „darauf festgelegt, dass dieses Mal eine Frau Bundespräsident werden soll“. Dafür sei Aigner sei „eine sehr gute Chance“. Am Ende müsse das die CDU/CSU gemeinsam besprechen. Und er schränkte ein: „Sich mit der CDU zu einigen, ist nie immer ganz leicht.“
Bisher galten in der Schwesterpartei Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Familienministerin Karin Prien als Kandidatinnen. Doch laut Bild hat Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz nun einen anderen Kandidaten für die Wahl am 30. Januar 2027 auf dem Zettel: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein.
Rhein könne AfD-„Staatskrise“ bewältigen
Damit würde es dann doch keine Frau werden. Rhein ist seit 2022 Landesregierungschef und regiert geräuschlos mit der SPD – das soll laut CDU genauso ein Qualitätskriterium sein, wie sein Agieren als Landtagspräsident. Das Amt übte der Jurist aus, bevor er Ministerpräsident wurde. Er sei zurückhaltend aufgetreten und habe politische Zuspitzungen vermieden, schreibt Bild: „Genau das, was auch von einem Bundespräsidenten erwartet wird.“

Aus der Sicht von Merz spreche auch der „juristische Sachverstand“ für Rhein. Und das habe mit der AfD zu tun. Der Kanzler und die schwarz-rote Koalition fürchteten nämlich eine „Staatskrise“, sollte die Partei einen Ministerpräsidenten stellen. Bereits jetzt ist im Gespräch, eine solche Landesregierung abzusetzen, unter Bundeszwang zu stellen und durch einen Statthalter der Bundesregierung, einen sogenannten Bundeskommissar, zu ersetzen.
Kommt der Vorschlag von Roland Koch?
Gerade für einen solchen Fall wolle der Kanzler einen Bundespräsidenten, der nicht nur politische Erfahrung mitbringe, sondern sich auch im Grundgesetz bestens auskenne, schreibt die Zeitung.
Rhein gilt zudem als Ziehsohn von Hessens ehemaligem Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Und Koch ist heute wiederum einer der wichtigsten Berater von Friedrich Merz. (fh)






