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Kandidaten zum Staatsoberhaupt: Kein Bundespräsident mit Format in Sicht

Kandidaten zum Staatsoberhaupt: Kein Bundespräsident mit Format in Sicht

Kandidaten zum Staatsoberhaupt: Kein Bundespräsident mit Format in Sicht

Der scheidende Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier (parteilos) und sein möglicher Nachfolger, Boris Rhein (CDU, r.). Foto: picture alliance/dpa | Swen Pförtner
Der scheidende Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier (parteilos) und sein möglicher Nachfolger, Boris Rhein (CDU, r.). Foto: picture alliance/dpa | Swen Pförtner
Der scheidende Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier (parteilos) und sein möglicher Nachfolger, Boris Rhein (CDU, r.). Foto: picture alliance/dpa | Swen Pförtner
Kandidaten zum Staatsoberhaupt
 

Kein Bundespräsident mit Format in Sicht

Deutschland bräuchte einen Bundespräsidenten mit Format, Mut und klarer Sprache. Die bisher gehandelten Namen lassen jedoch vermuten: Die Selbstdelegitimierung der Elite geht weiter. Ein Kommentar von Thorsten Hinz.
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„Deutschland zerfällt still und leise“, titelte kürzlich der britische Spectator. Nein, das ist keine Häme des perfiden Albion, sondern die sachliche Zusammenfassung deutscher Zustände. Die Infrastruktur ist marode, die Industrie wird abgewrackt, öffentliche Räume sind zu Risikozonen geworden. Den etablierten Parteien traut niemand mehr etwas zu. Junge Leute, die über Wissen und Können verfügen, denken an Auswanderung. Depression und Fatalismus haben sich über das Land gelegt.

Für den nächsten Bundespräsidenten täte sich ein weites Betätigungsfeld auf. Er müßte die Zustände schonungslos benennen, die unterirdische Qualität des Politikbetriebs anprangern, dem irrlichternden Kanzler diskret die Richtung weisen. Er müsste die Sehnsucht vieler Wähler nach einer parteipolitischen Alternative in den allgemeinen Diskurs integrieren und die Risiken des Islamismus und der Massenmigration herausstellen.

Der Bundespräsident muss souverän sein

Er müsste die geopolitischen Verschiebungen im Blick haben und die Peinlichkeiten ausgleichen, die unsere Provinzpolitiker im Ausland verursachen. Er müsste sich freimachen von infantilen Sprachschablonen. Das würde geistiges Format, rhetorische Fähigkeiten, innere Unabhängigkeit und Souveränität voraussetzen. Die aktuellen Personalvorschläge aber lauten: Ilse Aigner (CSU), Julia Klöckner und Boris Rhein (CDU).

Es ist nur noch gruselig. Wie gesagt: Deutschland zerfällt still und leise.

Aus der JF-Ausgabe 33/26.

Der scheidende Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier (parteilos) und sein möglicher Nachfolger, Boris Rhein (CDU, r.). Foto: picture alliance/dpa | Swen Pförtner
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