BERLIN. Sie ist das Wort der Stunde: die Brandmauer. Kaum eine Talkshow, in der sie nicht rauf- und runterdiskutiert wird, kaum eine Titelseite ohne Friedrich Merz und seine Brandschutzbeauftragten der Union. Doch außerhalb der Berliner Blase stößt die Brandmauer auf immer weniger Verständnis: Mehr und mehr Bürger hinterfragen, ob die praktische Quarantäne-Zone um die AfD eigentlich so sinnvoll ist.
Müssen die Bürger den Abriss also selbst in die Hand nehmen? Zumindest im Internet haben sie dazu seit heute die Möglichkeit. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier hat ein Online-Spiel gestartet, bei dem man nicht nur die Brandmauer abreißen, sondern den Kanzler damit auch zur Weißglut treiben kann. Stein für Stein, Level für Level.

„Die Union hat es selbst in der Hand, ob sie mit ihr fällt“
„Die Bürger wollen keine antidemokratische Brandmauer“, begründet Münzenmaier seine Aktion gegenüber der JF. Nun könnten sie die Brandmauer gleich zweifach niederreißen: an der Wahlurne und auf dem Smartphone. „Ich bin mir sicher, dass sich unser kleines Spiel gerade bei CDU-Verbänden im Osten großer Beliebtheit erfreuen dürfte“, stichelt der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion im Bundestag.
Ob er selbst an ein baldiges Ende der Brandmauer glaube? „Der Wunsch nach dem Ende der Ausgrenzungspolitik ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ob virtuell oder an der Wahlurne – die Botschaft an Merz & Co. ist dieselbe: Die Brandmauer fällt. Die Union hat es selbst in der Hand, ob sie mit ihr fällt.“ (JF)






