„Noch eine Million schaffen wir nicht“

Asylkrise: Innenminister warnt vor Unruhen

BERLIN. Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat vor Unruhen und Gewalt gewarnt, sollten die hohen Flüchtlingszahlen nicht schnell gesenkt werden. Die Stimmung in der Bevölkerung bereite ihm Sorge. „Die Menschen sind verunsichert und sie haben Angst“, sagte Bouillon dem Tagesspiegel. Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland störe „die öffentliche Ordnung in Deutschland nachhaltig“.

Seit den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln und anderswo durch Ausländer sei zudem klar, „daß die öffentliche Sicherheit gefährdet ist“. Wenn im Frühjahr der Zustrom der Flüchtlinge wieder zunehme, werde „auch der einheimischen Bevölkerung irgendwann der Kragen platzen“.

„Wir sind an unseren Grenzen angekommen“

Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, daß der Flüchtlingsandrang rasch eingedämmt werde, forderte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz. Die Zahlen müßten „sehr schnell sehr viel weniger werden“. Noch einmal eine Million „schaffen wir nicht“. Kämen nochmal so viele Flüchtlinge, „dann wird es Unruhen und Gewalt geben und zwar in den Einrichtungen und auch zwischen Flüchtlingen und der Bevölkerung.“ Das könne niemand wollen. „Wir sind in Deutschland an unseren Grenzen angekommen.“

Das Schließen der deutschen Grenzen komme für ihn aber dennoch nicht in Frage. „Wir können nicht über 3500 Kilometer Grenze sichern“, erläuterte Bouillon. Zäune hielten die Menschen nicht auf. Vermeintlich einfache Lösungen führten nicht zum Ziel. Vielmehr brauche es eine europäische Lösung. Es könne nicht sein, daß einige EU-Staaten Milliardenbeträge aus Brüssel erhielten, sich aber weigerten Flüchtlinge aufzunehmen. (krk)

Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU) warnt in der Asylkrise vor Unruhen Foto: picture alliance/dpa

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