Der 44-Millionen-Euro-Skandal um die berühmten „Radwege in Peru“ nimmt sich fast bescheiden aus, wenn man dies mit den teils zweifelhaften Posten vergleicht, die Deutschland an die Vereinten Nationen (UN) bezahlt. Da wären zum Beispiel 116 Millionen Euro für die durch Terrorismus, Hungersnot und Umweltsünden geprägte Tschadsee-Region. Das Geld versickert genau wie das Wasser im See, dessen Fläche sich in den vergangenen 50 Jahren um 90 Prozent reduziert hat. Von der mit den Finanzspritzen angestrebten Stabilisierung und Friedensförderung ist weit und breit nichts zu erkennen.
Andererseits erscheint das Budget im Rahmen der 5,1 Milliarden Euro, die Deutschland insgesamt an die UN bezahlt, fast vernachlässigbar. Aber es sind viele solcher kleinen Mosaiksteine, die sich zu dieser gigantischen Summe auftürmen und von der der deutsche Steuerzahler wenig ahnte. Die Bundesregierung zahlt auf freiwilliger Basis das 30fache ihres Pflichtbeitrages, wie die Online-Redaktion der jungen freiheit enthüllte. Der liegt eigentlich bei 5,7 Prozent des regulären UN-Haushalts von 3,45 Milliarden Dollar und macht somit lediglich 196,7 Millionen Dollar (rund 170 Millionen Euro) aus.
Die gigantische, freiwillige Überzahlung rückt nun in die Kritik, nachdem die Bundesrepublik bei ihrer Kandidatur für den UN-Sicherheitsrat blamabel gegen Österreich und Portugal unterlegen war. Nur 104 der 193 Länder gaben Deutschland ihre Stimme (JF berichtete). Zur nötigen Zweidrittelmehrheit fehlten 23 Stimmen. Aber selbst das hätte nicht genügt, denn Portugal kam auf 134, Österreich auf 131 Stimmen. Es war auf internationaler Bühne eine Backpfeife ersten Ranges für die Bundesregierung.
Deutschland erwartet keine Gegenleistung für Hilfen
Als blamierter Verlierer steht „Außenkanzler“ Friedrich Merz da, der mit seinem Minister Johann Wadephul (beide CDU) eine „Außenpolitik aus einem Guss“ präsentieren wollte. Einen nicht geringen Anteil an dem Debakel verantwortet auch die frühere Chefin des Auswärtigen Amtes, Annalena Baerbock. Die Bevormundungspolitik der Grünen-Politikerin gegenüber afrikanischen Staaten in Sachen gendergerechter Toiletten oder dem Umgang mit Elefanten ist auf dem Schwarzen Kontinent gar nicht vergessen, wie im Nachgang der deutschen Niederlage Botswanas ehemaliger Präsident Mokgweetsi Masisi berichtete: „Vielleicht hätte Deutschland dann mehr Stimmen aus Afrika für den UN-Sitz erhalten.“
Im Vergleich zur vorigen Wahl für die Amtszeit 2019/20 hat die Bundesrepublik die Unterstützung von 80 Staaten verloren – obwohl sie der Zahlmeister der UN ist. In aller Welt profitieren vor allem die Länder des „globalen Südens“ von der deutschen Großzügigkeit. Geld allein bringt keine Stimmen, wie die Abstimmung lehrt. Die Zahlungen nimmt man gern, setzt sie nicht immer zweckgebunden ein – und hackt dann die Hand ab, die einen füttert. So hätte man das ausdrücken können, wenn die Bundesregierung auf internationaler Bühne, so wie andere Staaten, nationale Interessen verfolgen würde. Hinzu kommt: Über die UN-Beiträge hinaus zahlt Deutschland auch noch weltweit die meiste Entwicklungshilfe. 2026 werden es mehr als 20 Milliarden Euro sein.
Mit den wahnwitzig hohen UN-Beiträgen verhält es sich genauso wie mit dem Bürgergeld, das Deutschland vorwiegend an die angeblich Beladenen dieser Welt ausschüttet, die den Steuerzahler nicht selten mit Schwarzarbeit, falschen Angaben oder schlicht mit einem unverschämten Anspruchsdenken und ausgeprägtem Faulenzen ausplündern. Jeder weiß: Deutschland erwartet keine Gegenleistung – weder national noch international. Mit diesem merkwürdigen Land, immerhin die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, kann man es machen. Das spricht sich herum.
Kritik bügelt Außenminister Wadephul ab
Und so füttert die tatsächlich nicht abgehackte Hand ohne mit der Wimper zu zucken munter weiter. Erstaunlich genug, dass sogar aus der CDU eine unbekannte, aber nicht unbedeutende Stimme kam, die UN-Beiträge zu reduzieren. „Wenn wir künftig dort nicht den Einfluss haben, der uns zusteht, stellt sich die Frage: Warum sollten wir dann weiterhin so viel Geld in die UN investieren?“, meinte Hessens Minister für Internationales, Manfred Pentz (CDU).
Doch Außenminister Wadephul, der vorher noch von einer „herben Niederlage“ und „schlimmen Enttäuschung“ sprach, bügelte die Aussage seines Parteifreundes sofort ab und stellte klar, dass Deutschland zu seinen „internationalen Verpflichtungen“ stehe. Dabei sind das höchstens Selbstverpflichtungen, aber im Grunde nichts anderes als freiwillige Geschenke.
Germany’s Foreign Minister Johann Wadephul on why Germany lost UN seat:
There’s our rock-solid support for Ukraine. It is no secret that Russia does not want such a voice at the table — and campaigned against us.
It also may have cost us votes that Germany must always assume a… pic.twitter.com/80oFDEbA77
— Clash Report (@clashreport) June 3, 2026
Natürlich kann man sich über die Undankbarkeit ärgern – zumal im eigenen Land das Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Die Wirtschaft erstickt an Bürokratie und hohen Kosten durch die Energiewende. Krankenversicherte sollen noch mehr aus eigener Tasche für medizinische Leistungen bezahlen. Bei Pflegefällen fordert die CDU, dass zuerst das Eigenheim verkauft wird und dann die erwachsenen Kinder bezahlen. Erst wenn da nichts mehr zu holen ist, soll die Pflegeversicherung einspringen. Profitieren würden wieder einmal nur diejenigen, die in ihrem Leben nichts aufgebaut haben.
Kanzler Merz verdirbt es sich selbst mit Verbündeten
All die Missstände im eigenen Land führen zu den Verantwortlichen auch für das UN-Desaster. Beim kleinen Nachbarn Österreich verfing neben dem Verweis auf die Neutralität der demonstrativ vor sich hergetragene Satz „Wir sind nicht Deutschland“. Da mit der Bundesrepublik offenbar negative Assoziationen verbunden sind, war das ein Wahlkampfschlager. Dazu hat nicht zuletzt der außenpolitische Schlingerkurs von Merz beigetragen. Jetzt zeigt sich, wie sehr der Kanzler in seiner angeblichen Domäne überschätzt wird. Ihm fehlt jede Strategie auf internationaler Bühne. So kann es mit der Führungsrolle, die er dort beansprucht und deren Scherben Merz nach der Schmach von New York zusammenfegen muss, nichts werden.

Es sind ja nicht nur das verärgerte Afrika oder Russland, das offen Stimmung gegen die deutsche Bewerbung machte. Der Sauerländer hat es sich mit seinen Aussagen, er würde seinen Kindern nicht raten, in den USA zu studieren oder Amerika sei vom Iran „gedemütigt“ worden, mit einem wichtigen Verbündeten verdorben.
Seine zudem im Inhalt ständig wechselnden und sich widersprechenden Äußerungen über US-Präsident Donald Trump, zu Waffenlieferungen an Israel, den Irankrieg und zu China lassen keinerlei Verlässlichkeit erkennen. Auch das Ausland weiß nicht mehr, wofür Deutschland steht – außer fürs Geldausgeben.







