GÖTTINGEN. Ein Polizist ist in Göttingen bei einem Einsatz angeschossen und schwer verletzt worden. Er schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Der Täter ist flüchtig und konnte bislang auch mit einem Hubschrauber nicht gefunden werden, wie die Beamten meldeten.
Laut der Polizei waren sie am Samstagabend zu einem Einsatz nahe der Bundesstraße 27 gerufen worden. Dort hatte sich offenbar ein Streit zwischen rivalisierenden Großfamilien entsponnen. Die Hintergründe der Auseinandersetzung sowie die Herkunft der Beteiligten werden aktuell noch geprüft.
Polizei erhöht Präsenz im öffentlichen Raum
Der unbekannte Täter soll gegen 22.15 Uhr mindestens einen Schuss, womöglich aber auch mehrere, auf einen Gehweg abgefeuert haben. Dabei wurde ein Beamter getroffen. Der Schütze flüchtete. „Wir wollen den Schützen kriegen. Darauf liegt jetzt unser Fokus“, betonte eine Polizeisprecherin.
In der Nähe feierten Tausende Menschen zeitgleich die „Nacht der Kultur“ in der Göttinger Innenstadt. Laut der Polizei waren sie aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken, werden die Beamten ihre Präsenz in der Stadt vorerst erhöhen.
SPD und CDU kommen nicht auf Clans zu sprechen
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) meldete sich noch am Sonntag zu Wort. „Diese Eskalation der Gewalt ist erschreckend und absolut inakzeptabel. Wer einen Polizisten auf solch brutale Weise attackiert, verachtet den Rechtsstaat und greift damit uns alle an“, stellte sie klar. Auf das Thema Clankriminalität kam sie nicht zu sprechen.
Ins gleiche Horn blies die Parlamentarische Geschäftsführerin des Niedersächsischen Landtags, Carina Hermann (CDU). „Der gezielte Einsatz einer Schusswaffe gegen einen Polizeibeamten ist ein besonders schwerer Angriff auf unseren Rechtsstaat“, kritisierte sie.
CDU: „Brauchen einen handlungsfähigen Staat“
Gleichzeitig kam sie auf kriminelle Strukturen zu sprechen, allerdings ohne diese klar zu benennen. So führte sie aus: „Gleichzeitig macht dieser Vorfall deutlich, dass wir Gewaltkriminalität und illegale Bewaffnung konsequent bekämpfen müssen. Wenn Schusswaffen im Umfeld bekannter krimineller Strukturen eingesetzt werden, darf der Staat keinen Zweifel an seiner Handlungsfähigkeit aufkommen lassen. Notwendig sind wirksame Kontrollen, eine starke Polizeipräsenz und die konsequente Durchsetzung bestehender Befugnisse.“

Es brauche einen handlungsfähigen Staat, der Recht und Ordnung entschlossen durchsetze. Polizei und Einsatzkräfte verdienten großen Respekt und volle Unterstützung, resümierte Hermann. (zit)






