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Folge 9: Warum ist es gegen Ecuador immer so langweilig?

Folge 9: Warum ist es gegen Ecuador immer so langweilig?

Folge 9: Warum ist es gegen Ecuador immer so langweilig?

Heute geht es gegen Ecuador trotzdem um etwas, mein unser Kolumnist.
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Folge 9
 

Warum ist es gegen Ecuador immer so langweilig?

So etwas wie das Spiel gegen Ecuador heute Abend hat eine deutsche Mannschaft bei einer WM noch nie erlebt. Nur einmal war die Konstellation so ähnlich. Und das war auch gegen die Südamerikaner. Erinnern Sie sich noch?
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Nägelkauen, hektisches Chipsessen, vor Nervosität eine Zigarette anzünden? All das wird es heute Abend nicht geben, wenn Deutschland um 22 Uhr zum letzten Vorrunden-Spiel gegen Ecuador antritt. Wir können ganz entspannt zugucken und müssen höchstens aufpassen, wegen der fehlenden Spannung vor dem Fernseher nicht einzunicken. Denn wie auch immer es ausgeht, der Gruppensieg steht fest und damit auch der Zweig des Turnierbaums, auf dem es für die Nationalmannschaft weiter geht.

Wann hat es so etwas bei einer WM schon einmal gegeben? Noch nie. Solange ich Weltmeisterschaften verfolge – und das ist seit 1978 – habe ich das nicht erlebt. Und da ich mich aber nicht nur auf mein Gedächtnis verlassen wollte, bin ich auch noch in die Archive gestiegen und habe mich vergewissert. 1934 in Italien waren wir das erste Mal dabei und holten gleich den dritten Platz.

Seitdem hatte jedes der inzwischen 112 WM-Spiele der DFB-Elf eine sportliche Bedeutung. Aber am ähnlichsten kommt die heutige Konstellation einem Spiel von vor 20 Jahren. Kurioserweise scheint ein Fluch, was die Spannung angeht, auf den Partien gegen Ecuador zu liegen. Gegen diesen Gegner mussten wir bisher bei einem Pflichtspiel nur einmal ran – und zwar bei unserem Sommermärchen 2006.

Unvergessen: Odonkor auf Neuville – Tor!

Auch damals ging es um nicht allzu viel. Sowohl Deutschland als auch die Südamerikaner waren mit zwei Siegen aus zwei Spielen bereits vor dem letzten Spieltag fürs Achtelfinale qualifiziert. Den Unfug mit dem Sechzehntelfinale gab es damals noch nicht. Bei dem Heimturnier hatten wir zuvor gegen Costa Rica (4:2) und dann hochdramatisch gegen Polen (1:0) gewonnen. Daran werden Sie sich gewiss erinnern. Nur die Erinnerungen an das Spiel gegen Ecuador sind merkwürdig verblasst, obwohl wir da mit 3:0 unseren höchsten Vorrundensieg einfuhren.

Fast jeder weiß noch, wie Philipp Lahm im Eröffnungsspiel den Führungstreffer gegen Costa Rica schoss, und das Last-Minute-Tor gegen Polen von Oliver Neuville auf Vorlage von David Odonkor hat sich ins nationale Gedächtnis eingegraben. Es war sozusagen der Urschrei des Sommermärchens, der sich da im Dortmunder Westfalenstadion, in Millionen Wohnzimmern und aus hunderttausenden Kehlen auf den Fanmeilen entlud.

Aber Ecuador? Wissen Sie noch, wer die Tore schoss? Ich nicht, wenn es nicht meine dicken WM-Bücher gäbe. Zweimal Miroslav Klose vor der Halbzeit und einmal Lukas Podolski in der 57. Minute.

Ecuador und Deutschland punktgleich

Trotzdem saßen wir damals wohl deutlicher gebannter vor den Leinwänden und Fernsehern, als wir das heute Abend tun werden. Denn Deutschland lag vor der Partie mit sechs Zählern und 5:2 Toren hinter den punktgleichen Südamerikanern, die ein Trefferverhältnis von 5:0 aufwiesen. Wir mussten also gewinnen, um Gruppenerster zu werden. Außerdem waren alle in so großer Euphorie, dass wir die Klinsmann-Elf weiter siegen sehen wollten.

Und es passierte. Das erste Mal seit 1970 gewann Deutschland alle drei Vorrundenspiele – die schwarz-rot-goldene Begeisterung erreichte einen neuen Höhepunkt, dem noch einige weitere folgen sollten. Deutschland durfte danach als Gruppenerster gegen Schweden ran und gewann 2:0, während Ecuador mit 0:1 gegen England ausschied.

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Insofern hatte das Spiel, anders als heute Abend, schon eine gewisse Bedeutung – sowohl emotional als auch sportlich. Was können wir uns also wünschen? Dass die deutsche Mannschaft trotz des schon in vier Tagen anstehenden Sechszehntelfinales einen begeisternden Auftritt hinlegt und die Euphorie weiter anfacht – auch wenn eine Stimmung wie 2006 und später 2014 wahrscheinlich für immer unerreicht bleibt. Aber ein Sieg kann nie schaden.

P.S.: Ich habe das alles nur aus deutscher Sicht geschrieben. Für Ecuador geht es heute Abend tatsächlich um alles oder nichts. Die Südamerikaner haben bisher nur einen Punkt beim 0:0 gegen Curacao ergattert und brauchen unbedingt einen Sieg, um sich wenigstens als einer der acht besten Gruppendritten für die nächste Runde zu qualifizieren. Schon ein Unentschieden wäre zu wenig.

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Heute geht es gegen Ecuador trotzdem um etwas, mein unser Kolumnist.
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