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Folge 3: Wie in schlechten alten Zeiten: Der Bundes-Jogi macht die Merkel

Folge 3: Wie in schlechten alten Zeiten: Der Bundes-Jogi macht die Merkel

Folge 3: Wie in schlechten alten Zeiten: Der Bundes-Jogi macht die Merkel

Jogi Löw: Er ist wieder da. Teil 3 der JF-WM-Kolumne.
Jogi Löw: Er ist wieder da. Teil 3 der JF-WM-Kolumne.
Folge 3
 

Wie in schlechten alten Zeiten: Der Bundes-Jogi macht die Merkel

Gut, er hat uns zum Weltmeister gemacht. Aber danach kamen sieben verheerende Jahre. Nun, wo sich Deutschland langsam vom Löw-Schock erholt, spukt Jogi wie ein böser Merkel-Geist herum. Wo ist Antonio Rüdiger, wenn man ihn braucht?
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Nach dem WM-Triumph von 2014 fühlte sich Jogi Löw zu Höherem berufen. Als eine Art inoffizieller Regierungsbeamter unterstützte er die Politik seiner von ihm verehrten Bundeskanzlerin. Immer schön woke, immer politisch korrekt. Plötzlich hieß unsere Nationalelf „Die Mannschaft“ und der Bundes-Jogi wurde zum großen Fan der Masseneinwanderung.

Die Grünen belohnten ihn 2017 mit einem Mandat für die Bundesversammlung, in der er dann den von seiner Freundin Angela ausgesuchten Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten wählen durfte. Unvergessen seine Worte über den uncharismatischen Sprechautomaten im Reichstag: „Ich glaube, er steht für viele gute Werte, und ich glaube, er wird dieses Amt hervorragend bekleiden.“

Die Hippie-Republik wählt ihren Präsidenten: Jogi Löw (links) mit Angela Merkel bei der Steinmeier-Inthronisierung.
Die Hippie-Republik wählt ihren Präsidenten: Jogi Löw (links) mit Angela Merkel bei der Steinmeier-Inthronisierung. Foto: picture alliance / Gregor Fischer/dpa

Unvergessen deshalb, weil sie ein unseliges Rollback ankündigten. Denn irgendwie klang der Satz in meinen Ohren wie damalige Aussagen der DDR-Sportler Gustav-Adolf „Täve“ Schur und Heike Drechsler, die jahrelang treu ergeben bis zum Untergang 1990 im Scheinparlament Volkskammer saßen und versuchten, dem SED-Regime Legitimität zu verschaffen.

Jogi und die vielen „guten Werte“

Diese vielen „guten Werte“ Steinmeiers übertrug Löw da schon auf die Nationalmannschaft, die er zur Litfaßsäule der weltweit verlachten Hippie-Republik transformierte. Und das Zusammenspiel mit der Politik funktionierte im gnadenlos instrumentalisierten Fußball „wie ein Länderspiel“, wie man damals noch sagte.

Steinmeier empfing nicht viel später Mesut Özil, als der sich kurz vor der WM 2018 zum Türkei-Präsidenten Erdogan bekannt hatte. Während der Volkszorn tobte und sich in gellenden Pfeifkonzerten bei den Vorbereitungsspielen des amtierenden Weltmeisters entlud, war für die Staats- und Sportführung alles wieder gut – Merkel-Liebling Özil durfte beim Turnier in Russland spielen. Ihr Fußball-Statthalter erlebte jedoch prompt die Vollkatastrophe: Das erste Vorrunden-Aus in der deutschen WM-Geschichte: Tabellenletzter, nur zwei Tore – so wenig wie nie zuvor und danach.

Beim 1:2 gegen Südkorea und dem Vorrunden-Aus: Löw spricht sich mit Merkel-Liebling Özil ab.
Beim 1:2 gegen Südkorea und dem Vorrunden-Aus: Löw spricht sich mit Merkel-Liebling Özil ab. Foto: picture alliance/dpa | Ina Fassbender

Löw aber machte einfach weiter und verantworte 2021 bei der EM in England das nächste Debakel: sang- und klangloses Ausscheiden im Achtelfinale. Dann erst ging er freiwillig. Genau wie Merkel, die im selben Jahr abtrat, wagte niemand, ihn trotz Totalversagens rauszuschmeißen.

Ich drehe jetzt den Ton ab

Warum erzähle ich heute all die alten Hüte? Ausgerechnet jetzt, da sich der DFB unter Rudi Völler endlich aus den unheilvollen letzten sieben Jahren der Jogi-Ära und dem anschließenden „One-Love“-Theater befreit? Weil: Er ist wieder da. Löw eifert gerade wieder seinem großen Idol nach. Wie die penetrante Altkanzlerin mit ihren von jeder Selbstkritik befreiten, egomanen Auftritten mischte er sich gestern von der Seitenlinie ein.

Und zwar nicht gerade motivierend: „Die Mannschaft (Achtung, keine Satire) hat viel Qualität, aber noch nicht die Stabilität, die es braucht, um Titel zu gewinnen.“ Danke, das reicht. Ich drehe jetzt mal innerlich den Ton ab.

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Es ist das erste Mal seit zwölf Jahren, dass Deutschland wieder ein Auftaktspiel gewinnt und so hoch wie seit 2002 (damals 8:0 gegen Saudi-Arabien) nicht mehr. Jetzt, da wieder ein klitzekleines bisschen Euphorie aufkommt, will der Mann, der trotz aller Versuche nie wieder eine Anstellung im Profifußball bekam, die Stimmungsbremse geben? Kann Jogi gern machen. Aber dann bitte vor dem Spiegel. Da hört ihm nämlich nur sein größter Fan zu. Meinetwegen kann er es auch Merkel ins Ohr flüstern.

Wo ist Rüdiger, wenn man ihn braucht?

Aber bitte, Jogi, verschon den Rest des Landes mit deinem Geschwafel, das zur größten Entfremdung der Deutschen mit ihrem einst liebsten Kind geführt hat. Nach dem legendären 7:1 gegen Brasilien und dem Endspielsieg gegen Argentinien 2014 kam sieben Jahre lang fast nur noch „Bullshit“, um es mit Bärbel Bas zu sagen.

Jogi und der böse Geist: Antonio Rüdiger wie er leibt und lebt.
Antonio Rüdiger wie er leibt und lebt. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Jetzt berappeln wir uns gerade wieder – und da spukst du plötzlich über die Bildfläche. Gibt es nicht irgendwelche Rituale, um die bösen Geister zu vertreiben? Vielleicht kann uns da ausnahmsweise mal Antonio Rüdiger weiterhelfen…

Gut! Hat geklappt. Danke, Digga. Ich bin wieder in WM-Stimmung. Und jetzt schütteln wir all das negative Karma ab und freuen uns auf den Sonnabend. Da putzen wir die Elfenbeinküste.

Lesen Sie hier Frank Haukes weitere WM-Kolumnen:

Folge 2: Nmecha, Tah, Brown – unsere großartigen deutschen Nationalspieler

Folge 1: Nach dem letzten 7:1 wurden wir Weltmeister

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