Anzeige
Anzeige

13. und wirklich allerletzte Folge: Bleibt Nagelsmann? Wer wird sein Nachfolger? Und was meint die KI?

13. und wirklich allerletzte Folge: Bleibt Nagelsmann? Wer wird sein Nachfolger? Und was meint die KI?

13. und wirklich allerletzte Folge: Bleibt Nagelsmann? Wer wird sein Nachfolger? Und was meint die KI?

Als Nagelsmann-Nachfolger hat unser Kolumnist einen klaren Favoriten.
Als Nagelsmann-Nachfolger hat unser Kolumnist einen klaren Favoriten.
Als Nagelsmann-Nachfolger hat unser Kolumnist einen klaren Favoriten.
13. und wirklich allerletzte Folge
 

Bleibt Nagelsmann? Wer wird sein Nachfolger? Und was meint die KI?

Da ist er noch mal, unser Kolumnist. Man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber da es nicht schön ist, hat er noch einen: Über den Bundestrainer, einen möglichen Nachfolger und die KI. Einfach göttlich, wenn es nicht so schaurig wäre.
Anzeige

Gestern hatte ich mich von Ihnen verabschiedet, liebe Leser. Aber wie hat schon Trude Herr gesungen? „Niemals geht man so ganz.“ Und so melde ich mich heute doch noch einmal. Denn nun fragen viele, darunter unser Chefredakteur Dieter Stein, was nach dem WM-Debakel aus Bundestrainer Julian Nagelsmann werden soll. Der Gescheiterte hat für sich festgelegt, dass er trotz der Blamage im Amt bleiben will.

Diese Meinung hat er, glaube ich, ziemlich exklusiv. In meinem Freundeskreis gibt es niemanden, der möchte, dass der 38-Jährige weitermacht. Und ich meine: Allein der Anstand hätte es geboten, dass er sofort nach dem lethargischen, völlig uninspirierten Auftritt gegen Paraguay von allein seinen Stuhl räumt. Aber warum sollte er es anders handhaben, als die Niemalszurücktreter und Wahlverlierer in der Politik? Sie bleiben ja auch an ihren Posten kleben oder werden trotz Niederlagen an die Spitzen irgendwelcher Bundesbehörden befördert.

Guter Stil, die Übernahme von Verantwortung oder Selbstkritik gehören seit einigen Jahren nicht mehr zum Repertoire unserer Eliten – das zeigte im Fußball schon Jogi Löw, der nach dem Vorrundenaus 2018 keinen Gedanken daran verschwendete, zurückzutreten. Dennoch dürfte die Diskussion über einen Nagelsmann-Nachfolger so leicht nicht zu ersticken sein – zumal der holländische Bondscoach Ronald Koeman nach dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Marokko seinen Hut nahm. Natürlich könnten der Bundestrainer und der DFB die Stimmung der Fans einfach aussitzen. Der Ruf ist ja sowieso schon gnadenlos ramponiert.

Die KI und der Nagelsmann-Nachfolger

Doch wie ist eigentlich wirklich die Stimmung der Fans? Wie so viele andere „Fußball-Laien“ (Herbert Zimmermann in seiner Endspiel-Reportage von 1954) hat auch unser Chefredakteur während der WM sein Interesse für die Nationalmannschaft entdeckt. Und wie es Dieter Steins Art ist, informierte er sich schon vor Beginn des Turniers über viele Details, und diskutierte mit mir, welche Chancen die Deutschen denn hätten.

Jetzt, nachdem wir im Sechzehntelfinale rausflogen, wollte er wissen, welche Trainer als Nachfolger von Nagelsmann in Frage kämen. Denn er plante, in den sozialen Medien eine Umfrage zu starten, um Volkes Wille zu erkunden: „Wer soll die deutsche Nationalmannschaft künftig trainieren?“

Bevor er mich anrief, hatte der Chef die KI gefragt. Die machte ihm ein paar Vorschläge, und die Namen ließen mich dann doch schmunzeln – innerlich habe ich sogar laut aufgelacht. Das gehört sich vor dem Chef natürlich nicht. Aber ich will es Ihnen nicht verheimlichen: Hinter Jürgen Klopp tauchte auf der ChatGTP-Liste tatsächlich als erstes Sandro Wagner auf.

„Mein Gott, wie absurd ist dann denn?“, war meine erste Reaktion. Wie kann das sein, nachdem er den FC Augsburg auf seiner ersten Station als Cheftrainer in Grund und Boden coachte? Vielleicht, weil er zuvor Nagelsmanns Co-Trainer war? ChatGTP lobt ihn als „modernen Trainer mit großem Potential“, der viele Spieler kenne. Das Beruhigende an dieser Antwort ist: Ganz so überlegen ist uns die Künstliche Intelligenz doch wieder nicht.

Warum nicht Rudi Völler?

Das zeigen auch die dahinter gerankten Oliver Glasner und Matthias Sammer. Glasner ist zwar ein Fachmann, aber Österreicher und sollte schon deswegen kaum Chancen haben. Und Sammer? Der ist zwar charismatisch und könnte den Stars wahrscheinlich richtig in den Hintern treten. Aber er hat vor 21 Jahren zuletzt als Trainer gearbeitet – beim VfB Stuttgart. Es war die Zeit, als noch Hansa Rostock in der Bundesliga spielte.


All das konnte der vor laufender Kamera bekennende „größte Fußball-Muffel und schlechteste Fußball-Experte der JUNGEN FREIHEIT“, Dieter Stein, natürlich nicht wissen. Aber er machte nicht den derzeit bei Journalisten sehr beliebten Fehler und übernahm sofort die KI-Weisheiten.

Um seine Umfrage etwas aufzulockern und die grotesken KI-Vorschläge auf die Spitze zu treiben, schlug ich ihm neben den erstgemeinten Klopp und Thomas Tuchel scherzhaft auch noch Berti Vogts und Jogi Löw vor. Aber wissen Sie, wen ich spontan ganz vergessen hatte? Rudi Völler! Wenn einer wieder Bodenständigkeit und Bindung zu den Fans aufbauen kann, dann er.

Können Sie sich erinnern, wie das Dortmunder Westfalenstadion ihn feierte, als er nach der Entlassung von Hansi Flick 2023 für ein Spiel als Interimstrainer die Nationalmannschaft übernahm? Damals sangen die Zuschauer immer wieder den mehr als 20 Jahre alten Gassenhauer „Es gibt nur ein‘ Rudi Völler, ein Rudi Völler“. Und können Sie sich auch noch an Gegner und Ergebnis erinnern? Mit unendlicher Leidenschaft schlugen wir Frankreich 2:1.

So denken die JF-Leser

Das ist nicht einmal drei Jahre her – und doch erscheint es Lichtjahre entfernt. Hätten wir gegen Paraguay gewonnen, dann wären wir im Achtelfinale auf Frankreich, das heute Nacht Schweden mit 3:0 besiegte, getroffen. Ich bin nun wirklich kein Pessimist. Aber nicht einmal ich hätte unter Nagelsmann auch nur annähernd an einen Sieg geglaubt.

Dass wir gegen einen Gruppendritten im Sechzehntelfinale ausscheiden könnten, hatte ich in meinem Optimismus allerdings nicht für möglich gehalten. Doch der Bundestrainer hat sogar das geschafft. Natürlich muss er weg.

Und wen wünschen sich jetzt die JF-Leser? Soll Nagelsmann vielleicht sogar bleiben? Auf unserem Telegram-Kanal votierten 64 Prozent für Klopp.

Sie können auf dem JF-Telegramkanal noch abstimmen

Auch aus meiner Sicht ist er bei aller Sympathie für Völler die beste langfristige Lösung. Auf Platz zwei landete tatsächlich Berti Vogts (13 Prozent), was eine Menge über den Sarkasmus der Deutschen aussagt, mit dem man das ganze Desaster wahrscheinlich nur noch ertragen kann. Übrigens: Hinter Julian Nagelsmann (4 Prozent) steht nur noch die KI-Lösung Sandro Wagner (2 Prozent). Für Rudi Völler konnte man dort leider nicht abstimmen. Mein Fehler.

Auf X sieht das Ergebnis ähnlich aus:

Was meinen Sie? Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie es einfach in die Kommentare. Und damit verabschiede ich mich mit dieser Kolumne nun wirklich endgültig von Ihnen: Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben!

 

Anmerkung von Dieter Stein: Wie ist die Stimmung unter den Lesern? Soll die WM-Kolumne fortgesetzt werden? Auf X können Sie abstimmen:

Als Nagelsmann-Nachfolger hat unser Kolumnist einen klaren Favoriten.
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles