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Folge 14: Das peinliche Schweigen der DFB-Feiglinge

Folge 14: Das peinliche Schweigen der DFB-Feiglinge

Folge 14: Das peinliche Schweigen der DFB-Feiglinge

Heute rechnet unser Kolumnist mit dem DFB ab.
Heute rechnet unser Kolumnist mit dem DFB ab.
Heute rechnet unser Kolumnist mit dem DFB ab.
Folge 14
 

Das peinliche Schweigen der DFB-Feiglinge

Größe zeigt sich in der Niederlage. Doch der DFB stellt sich seit der Rückkehr nach Deutschland tot. Aber jetzt brauchen sich die Verantwortlichen auch nicht mehr zu erklären. Unser Kolumnist will vom DFB-Präsidenten nur noch einen Satz hören.
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Eine Reise zur Weltmeisterschaft habe ich mir ganz anders vorgestellt. 26 Spieler, die Trainer, Physios und Ärzte fliegen nach Amerika, um hochkonzentriert an einem Ziel zu arbeiten: Weltmeister zu werden. Die im Nachhinein ziemlich lustige Parole hatte jedenfalls Bundestrainer Julian Nagelsmann vor dem Turnier ausgegeben.

Stattdessen, wissen wir jetzt, wie seine Mutter heißt: Burgi. Nun ist der komische Familienausflug mit Frauen, Kindern und sogar der Mama von Nagelsmann beendet. Ich bin sehr familiär, liebe meine Freundin, meine Mutter und meine Kinder. Aber wenn ich auf Dienstreise gehe, bleiben sie natürlich zuhause. Nach dem Tsunami 2004 war ich zwei Wochen in Thailand, um über das Leid der Menschen zu berichten, für ein damals noch großes deutsches Nachrichtenmagazin. Das wäre nicht gegangen, wenn ich mich auch noch um die Freizeitbeschäftigungen meiner Liebsten hätte kümmern müssen.

Wieso soll das bei den Nationalspielern anders sein? Wie auch immer. Nun sind sie halt wieder da. Nach dem peinlichen WM-Aus gegen Paraguay ist Nagelsmann gestern Morgen in München gelandet und durch einen Hinterausgang abgehauen. Er bleibt unsichtbar – genau wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Viele Millionen Deutsche haben die Spiele in der Heimat verfolgt, mitgefiebert und gelitten. Ganz zu schweigen von den armen Treuesten der Treuen, die für Mondpreise die Spiele im Stadion gesehen haben. Sie alle warten auf Erklärungen, wie es zu dem Debakel kommen konnte und wie es weitergehen soll.

Ich kann diesen Satz nicht mehr hören

Wenn es schon um Erklärungen geht, schiebe ich hier einen Absatz in eigener Sache ein. Nachdem ich die WM-Kolumne gestern zum zweiten Mal für beendet erklärt hatte, bin ich nun doch wieder da. Eigentlich finde ich solche Inkonsequenz peinlich. Einige Leser hatten mich gebeten, damit nicht aufzuhören. Und unser guter Chefredakteur, der sonst mit Fußball so wenig anfangen kann wie ich mit dem Verzehren einer Leber, hat mich auch animiert, weiterzumachen. Er hat auf X sogar eine Umfrage gestartet, und die Mehrheit war eindeutig. Gut, weiter geht’s.

Einer der vom Rücktritt zurücktritt, sollte nicht über Rücktritte schreiben. Tue ich heute aber…

Denn das Verhalten des DFB ärgert mich mächtig. Im Raum stehen immer noch Nagelsmanns trotzige Statements nach dem Abpfiff. Bei Magenta-TV sagte er: „Ich möchte weitermachen. Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Und wenn man das nicht möchte, muss man das sagen.“ Vor dem ZDF-Mikro erklärte er: „Ich bin keiner, der wegläuft. Das ist ausgeschlossen.“

Auf diesen Satz reagiere ich übrigens allergisch. Nach den größten Skandalen, den heftigsten Wahlniederlagen hören wir von Politikern immer wieder: „Ich bin keiner, der wegläuft, wenn es schwierig wird.“ Das soll suggerieren, sie seien verantwortungsbewusst. Nein! Sie sind macht- und geldgeil.

Der DFB-Präsident bleibt SPD-Politiker

Von Neuendorf vernahmen wir noch in den USA die Ankündigung: „Wir können jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen.“ Auch so eine Politikerfloskel, nach der die Tagesordnung dann meist unbeirrt fortgesetzt wird.

Was sollen wir von so einem Mann auch erwarten? Er ist von Beruf SPD-Politiker. Es ist die zweite WM, die er verantwortet und die mit einer Katastrophe endet. Kaum im Amt wollte er die Nationalelf zum Ortsverein seiner Partei machen, mit Regen- und One-Love-Binde. Das Ende und die Zerstörung des Nimbus‘ der Mannschaft als ungeteilter Fixpunkt aller Deutschen kennen wir.

Diesmal ist ihm Gott sei Dank Rudi Völler in den Arm gefallen, und unsere Spieler mussten nicht gegen Trump protestieren, und anders als sein Vize Oke Göttlich unbedingt wollte, haben wir die WM auch nicht boykottiert. Hätten wir mal… Dann hätten wir wenigstens nicht das sportliche Debakel erleben müssen. Kleiner sarkastischer Spaß.


Aber zurück zum DFB-Präsidenten. Der Mann hat so viel kaputt gemacht und muss genauso zurücktreten wie Nagelsmann. Übel ist, dass es nicht einmal die sonst übliche Pressekonferenz nach dem Turnier gegeben hat. Diese Feiglinge drücken sich einfach. Sie wollen ihr Ding weiter machen. Aber die Nationalmannschaft gehört uns allen.

„Wir haben Nagelsmann gefeuert, und ich trete zurück“

Man muss sich das bei unserer Historie mit vier Weltmeistertiteln und genauso vielen Vizeweltmeisterschaften mal vorstellen: 17-, 18-Jährige haben noch nie bewusst erlebt, dass Deutschland in einem Halbfinale steht. Sie wachsen mit einer völlig unterirdischen Fußball-Geschichte auf.

Aber niemand sagt etwas dazu. In der Niederlage zeigt sich Größe. Dazu gehören nicht nur die Übernahme von Verantwortung und Rücktritte, sondern auch ehrliche, authentische Erklärungen. Aber darauf werden wir wahrscheinlich lange warten. Wenn es dann irgendwann doch zu Stellungnahmen kommen sollte, können wir uns jetzt schon auf das übliche Politikergewäsch einstellen. Auch Neuendorf wird uns sagen, dass er nicht wegläuft. Weil er ja so unersetzlich ist.

Ich will das alles nicht mehr. Macht Völler zum DFB-Präsidenten und Klopp zum Bundestrainer. Und wenn Ihr vorher nicht den Mut hattet, irgendwas zu sagen, dann könnt Ihr es jetzt auch bleiben lassen. Ich will von Neuendorf nur noch diesen einen Satz hören: „Wir haben Nagelsmann gefeuert, und ich trete heute zurück.“ Geh mit Julian, aber geh.

Heute rechnet unser Kolumnist mit dem DFB ab.
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