MÜNCHEN/MIESBACH. Eine mutmaßlich rassistische Beleidigung hat schwere Konsequenzen für mehrere Schüler einer weiterführenden Schule im oberbayerischen Holzkirchen zur Folge. Am gestrigen Mittwoch durchsuchten Beamte des Staatsschutzes mit einem Diensthund sieben Wohnungen der Eltern in den Landkreisen München und Miesbach.
Nachdem Erziehungsberechtigte bei der Polizeidirektion Holzkirchen am 2. Juli eine Anzeige erstattet hatten, weil 15 bis 17 Jahre alte Mitschüler ihren Sohn wegen dessen Hautfarbe beschimpft hätten, lösten die Beamten umfangreiche Ermittlungen aus. Bei dem Einsatz beschlagnahmten sie schließlich Laptops, Mobiltelefone und Speichermedien, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte.
Im Rahmen der Ermittlungen hatten sich nach Angaben der Polizei Verdachtsmomente auf weitere politisch rechts motivierte Straftaten ergeben. Daraufhin übernahm der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim unter Führung der Staatsanwaltschaft München die Angelegenheit.
Handys und PCs bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt
Das Amtsgericht München beschloss auf Antrag der Staatsanwaltschaft schließlich die Durchsuchungsbefehle, die am Mittwoch im Rahmen der Hausdurchsuchungen durchgesetzt wurden.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd teilte die erfolgreichen Einsätze am Abend der Presse mit: „Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen konnte bei sieben Tatverdächtigen im Alter von 15 und 17 Jahren umfangreiche Beweismittel, darunter elektronische Geräte, Mobiltelefone und Speichermedien sichergestellt werden.“ Diese müssten nun „aufwendig von IT-Forensikern ausgelesen und ausgewertet werden“.
Weiter hieß es nach den Hausdurchsuchungen: „Die Ermittlungen durch die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim werden nun insbesondere wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie weiterer Verstöße fortgesetzt.“ (fh)





