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Folge 15: Warum Deutschland morgen gegen Frankreich gewinnt

Folge 15: Warum Deutschland morgen gegen Frankreich gewinnt

Folge 15: Warum Deutschland morgen gegen Frankreich gewinnt

Wenn unser Kolumnist Bundeskanzler wäre, hätte Deutschland heute gegen Frankreich gespielt...
Wenn unser Kolumnist Bundeskanzler wäre, hätte Deutschland heute gegen Frankreich gespielt...
Wenn unser Kolumnist Bundeskanzler wäre, hätte Deutschland heute gegen Frankreich gespielt…
Folge 15
 

Warum Deutschland morgen gegen Frankreich gewinnt

Uuups, hat unser Kolumnist bei der Überschrift auf den falschen Knopf gedrückt? So wie Friedrich Merz bei seinem „Stolz“-Post? Nein, hat er nicht – genauso wenig wie der Kanzler.
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Sind Sie auch so verrückt wie ich? Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und dann rechne ich den nächsten Spieltag durch und schaue, wie andere Vereine spielen müssten, wenn mein Klub gewinnt, damit er in der Tabelle vorrückt. Natürlich habe ich das auch vor der WM gemacht.

Es war unmöglich herauszubekommen, gegen wen wir im Sechzehntelfinale spielen – auch nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste und dem Gruppensieg. Wie sollte ich unter den tatsächlich 495 verschiedenen Möglichkeiten herausfinden, wer Dritter in einer der sechs für uns in Frage kommenden Gruppen werden sollte?

Aber das war ja auch egal. Ein Vorletzter aus einer der Gruppen bei dieser auf 48 Mannschaften aufgeblähten WM konnte nur Fallobst sein. Für mich stand unumstößlich fest: Am 4. Juli – der Tag, an dem wir 1954 in Berner Wankdorfstadion Weltmeister wurden – spielen wir gegen Frankreich im Achtelfinale – also am morgigen Sonnabend. Und natürlich hatte ich, verrückt wie ich bin, schon mal nachgeschaut, wie ich Ihnen trotz der totalen Außenseiterrolle einen Sieg versprechen könnte.

Darum diese überholte Überschrift

Dazu kommen wir gleich. Nun aber zuerst zu dieser völlig überholten Überschrift, die über meiner heutigen Kolumne steht. Wäre es nicht schön, wenn ich die tatsächlich hätte bringen können? Dann hätten wir noch unsere Deutschland-Fähnchen am Auto und würden dem Frankreich-Spiel entgegenfiebern.

Natürlich ist die Schlagzeile nicht ernst gemeint. Ich bin ja nicht der Bundeskanzler, der nach dem Sechzehntelfinal-Aus ganz ernst twitterte: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“


Als sich Hohn und Spott über Friedrich Merz ergossen, redete sich der Kanzler damit raus, dass irgendein Social-Media-Fritze (ja, nicht der Lügen-Fritze persönlich) auf den falschen Knopf gedrückt habe. Es seien mehrere Varianten vorbereitet worden, und dummer-, dummerweise sei der falsche Post veröffentlicht worden. „Bullshit!“ – um mit der besten Freundin des Kanzlers, Bärbel „Wir bekämpfen die Unternehmer“ Bas, zu antworten.

Ich glaube Merz‘ Ausrede nicht

Glauben Sie diese Legende? Ich nicht. Die Wortwahl spricht dafür, dass es genau für eine dramatische Niederlage im Elfmeterschießen vorbereitet worden war. Da ist zunächst das Wort „Ausscheiden“, dann „Was für ein Spiel“ – was auf Verlängerung oder Elfmeterschießen schließen lässt. Genau für solch einen Spielverlauf war der Tweet geschrieben worden.

Verheerend eben nur, dass nicht bedacht wurde, dass es sich nicht um ein Halbfinale oder Endspiel handelte. Dann hätte die Nationalelf „unser Land“ wirklich „begeistert“ und wir hätten „stolz“ auf die Spieler sein können. Aber im Sechzehntelfinale gegen den 41. der Weltrangliste? Genau für dieses Spiel aber hielt das Kanzleramt mehrere Merz-Sprüche in der Hinterhand. Und auch für ein Elfmeterschießen. Der arme Kerl in der Social-Media-Abteilung hat also tatsächlich den absolut richtigen Knopf gedrückt.

Der staubtrockene Merz ist jetzt nicht unbedingt als Scherzkeks bekannt. Anders als ich. Meine Freunde sind von meinen vielen Sprüchen manchmal echt genervt. Auch mein Chefredakteur Dieter Stein musste sich über die Jahre erst an meinen schrägen Humor gewöhnen. Inzwischen kommt er damit klar und veräppelt mich hin und wieder auch einmal. Daran muss ich mich wiederum erst einmal gewöhnen. Aber immerhin habe ich damit den redaktionsinternen Preis gewonnen, am 1. des vierten Monats, Sie, liebe Leser, in den April zu schicken.

Die faule Ausrede des Kanzlers

Da Sie mich aber noch nicht so gut kennen und garantiert nicht auf die Autorenzeile geguckt haben, als die JF Ihnen erklärt hat, dass die AfD im Bundestag keine Reden mehr halten darf oder dass die ARD-„Tagesschau“ jetzt ihre Zuschauer und Interview-Partner duzt, habe ich mich heute mal an diese Schlagzeile gewagt.


Aber es geht mir ja gar nicht darum, Sie zu ärgern, sondern darum die faule Ausrede unseres Bundeskanzlers aufzuspießen. Jetzt mal im Ernst: Wie sich herumgesprochen haben dürfte, bin ich ein Statistik-Freak. Und dadurch, dass unsere Pfeifen nicht mehr dabei sind, konnte ich Ihnen die passenden Zahlen gar nicht präsentieren.

Aber nicht mit mir! Also: Deutschland ist, solange ich lebe, dreimal bei einer WM auf Frankreich getroffen. Und jedes Mal war die Konstellation genauso wie sie heute Abend gewesen wäre: Favorit Frankreich, Außenseiter Deutschland. An das „Drama von Sevilla“ erinnern Sie sicherlich alle noch – im Zweifel aus Erzählungen.

Deutschland gegen Frankreich in der WM-Statistik

Als wir 1982 in der Verlängerung des Halbfinales schon 1:3 hinten lagen und dann durch einen Hackenkick von Kalle Rummenigge und einen Fallrückzieher von Klaus Fischer tatsächlich das Elfmeterschießen erzwangen, das wir dann trotz eines Fehlschusses von Uli Stielike noch gewannen.

1986 fertigten wir die Franzosen humorlos mit 2:0 ab. Wieder war es ein Halbfinale, und wieder schwärmten vorher alle vom schönen Fußball von Platini und Co. Und als wir 2014 Weltmeister wurden, schlugen wir Frankreich vorher mit 1:0 im Viertelfinale. Dass wir 1958 im Spiel um Platz drei mit 3:6 verloren, hätte ich Ihnen natürlich verschwiegen. Kleiner Scherz.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Wir sind längst draußen, und Frankreich spielt morgen Abend gegen Paraguay. Trotz aller Statistik bin ich mir sicher, selbst wenn uns das Tah-Tor in der Verlängerung nicht geklaut worden wäre: Diese Trümmertruppe hätte eine Abreibung kassiert. Und schade, dass wir nicht mehr erleben, was die Freakshow aus dem Kanzleramt dann gepostet hätte.

Wenn unser Kolumnist Bundeskanzler wäre, hätte Deutschland heute gegen Frankreich gespielt…
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