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Folge 17: Herr Merz, warum haben Sie nicht bei Infantino angerufen?

Folge 17: Herr Merz, warum haben Sie nicht bei Infantino angerufen?

Folge 17: Herr Merz, warum haben Sie nicht bei Infantino angerufen?

Ein Anruf von Merz bei Infantino und wir wären im Achtelfinale gewesen, lamentiert unser Kolumnist.
Ein Anruf von Merz bei Infantino und wir wären im Achtelfinale gewesen, lamentiert unser Kolumnist.
Ein Anruf von Merz bei Infantino und wir wären im Achtelfinale gewesen, lamentiert unser Kolumnist.
Folge 17
 

Herr Merz, warum haben Sie nicht bei Infantino angerufen?

Deutschland flog wegen eines geklauten Tors bei der WM raus. Doch statt das einzig richtige zu tun, setzte Merz einen lächerlichen Post ab. Trump zeigt dem Kanzler nun, was ein echter Kerl ist, meint unser Kolumnist. Oder doch nicht?
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Soll ich ernsthaft anfangen oder lieber sarkastisch? Ich schreibe einfach mal drauf los, und dann können Sie entscheiden, wie ich es gemeint habe. Also: Dass es US-Präsident Donald Trump erreicht hat, die Rot-Sperre des besten Stürmers im US-Team in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, ist ein echtes Husarenstück.

So etwas schafft nur ein großer Dealmaker. Wenn schon die Annexion Grönlands nicht geklappt hat und der Irankrieg furchtbar in die Hose ging: Folarin Balogun hat er nach drei Telefonaten mit Fifa-Boss Gianni Infantino aus dem Fußballknast befreit.

Wünscht sich nicht jeder Fan einen solchen Regierungschef? Einer, der da ist, wenn es drauf ankommt! Der zwar keine Ahnung vom Fußball hat, aber seine Beziehungen spielen lässt und das Maximale für seine Nationalmannschaft herausholt?

Infantino hätte das doch verstanden …

Und das führt mich ohne Umwege zu unserem Kanzler. Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, das Ergebnis gegen Paraguay durch ein bisschen Vitamin € ins Gegenteil zu verdrehen. Da war zum einen das geklaute Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung. Wenn Baloguns Foul keine rote Karte war, dann hätte der Kopfball unseres Verteidigers sogar doppelt zählen müssen. Schwupps, hätte es 3:1 gestanden.

Das hätte Infantino doch total verstanden, wenn sich Friedrich Merz ein bisschen ins Zeug gelegt hätte. Bei 200 Milliarden Euro Neuverschuldung wäre es doch auf ein paar Millionen Schweizer Franken Schmiergeld auf das Nummernkonto des Fußball-Paten nun wirklich nicht mehr angekommen.

Okay, mal angenommen, der Fifa-Boss hätte noch ein bisschen gezuckt, dann hätte der Kanzler Joker Nummer zwei ziehen müssen: Es ist einfach irre ungerecht, dass Tah beim Elfmeterschießen ran musste. Er hatte doch noch nie vorher in seiner Karriere einen Strafstoß geschossen. Noch ein paar hundert Millionen obendrauf, und das Argument hätte so etwas von gesessen, sage ich Ihnen.

Zwei so wunderschöne Bälle, die auf dem Elfmeterpunkt lagen! Doch was macht Merz? Er legt sich schlafen und lässt von einem Social-Media-Heini ein Post veröffentlichen, über den sich am nächsten Morgen ganz Deutschland schlapp lacht. Hätten wir doch Trump als Kanzler. Der nannte den Schiedsrichter „schrecklich“ und erkannte messerscharf, dass Balogun gar nicht gefoult hatte. Siehste Friedrich, so wird das gemacht.

Der Tritt tat schon beim Zugucken weh

Ich denke, Sie haben herausgefunden, dass das meiste Sarkasmus war. Daher jetzt mal im Ernst: Die Szene tat mir schon beim Zugucken weh. Als ich in der Zeitlupe sah, wie der Ami seinem bosnischen Gegenspieler auf den Knöchel stieg und das Gelenk zur Seite umknickte, habe ich unwillkürlich die Zähne zusammengebissen und mein Gesicht zu einer „Ach du Schei…“-Grimasse verzogen. Na klar war das eine rote Karte für Balogun – egal, ob es nun Absicht war oder nicht. Der Schiri hatte die Brutalität zunächst übersehen, sich das Foul dann am VAR-Bildschirm angeschaut und kam danach zu dem gleichen Ergebnis wie alle Fans und Experten, die vor dem Fernseher hingen: Platzverweis.

Schauen Sie selbst: Wenn das kein Rot ist, hätte Tahs Tor doppelt zählen müssen.

Dass Trump Druck macht, ist sein gutes Recht. Versuchen kann man so etwas. Ich lebe auch nach dem Motto: Du hast keine Chance, also nutze sie. Der Verbrecher ist nicht Trump, der als Anwalt für seinen überführten Angeklagten den Freispruch forderte. Der Verbrecher ist der Richter mit dem Namen Infantino, der den Fußball zur Farce macht.

Das begann schon mit der WM-Vergabe an Katar, der Verlegung des Turniers in den Winter und fand eine von vielen Fortsetzungen in der Tatsache, wie Katar und Saudi-Arabien diesmal zur Endrunde nach Amerika geschoben wurden. Beide Länder haben hervorragende Kontakte zum Fifa-Chef.

Die Schande von Katar und Saudi-Arabien

Und der verschaffte ihnen bei der WM-Qualifikation einen enormen Wettbewerbsvorteil. Die beiden finanzstarken Golfstaaten – der eine Ex-Gastgeber, der zweite Ausrichter 2034 – durften die entscheidenden Play-off-Gruppenspiele in der asiatischen Qualifikation zu Hause austragen, obwohl sie darauf rein sportlich als Gruppenvierter bzw. -dritter gar keinen Anspruch hatten.

Dann gestand er den schwerreichen Ländern auch noch sechs Tage Pause zwischen den Spielen zu, was für die Fitness entscheidend war. Die anderen asiatischen Nationen bekamen nur drei Tage Erholungszeit. Gegnern wie Indonesien oder Oman dürfte es frei nach ZDF-Ikone Katrin Müller-Hohenstein ein Reichs… ähh, „Widersetzen!“-Parteitag gewesen sein, dass Katar und Saudi-Arabien völlig chancen- und sieglos nach der Vorrunde ausschieden.

Und so handelt es sich irgendwie auch um ausgleichende Gerechtigkeit, dass die USA heute früh mit 1:4 gegen Belgien rausgeflogen sind. Damit findet das Viertelfinale ohne einen der drei Gastgeber statt. Balogun spielte übrigens fast komplett durch und schoss kein Tor. Er wurde in der Nachspielzeit ausgewechselt.

Es geht noch schlimmer: Zwei unfassbare Anekdoten

Allen, die jetzt sagen, so eine Aktion wie den Trump-Infantino-Deal habe es noch nie gegeben, muss ich aber zwei unfassbare Anekdoten erzählen, die die aktuelle Nummer toppen: Bei der WM 1934 in Italien wollte Diktator Benito Mussolini seine Nationalmannschaft unbedingt als Weltmeister sehen und tat dafür alles. Er umgarnte und bestach womöglich die Schiedsrichter so sehr, dass sie den Italienern so gut wie alles durchgehen ließen.

Im Viertelfinale erkannte der „Unparteiische“ den Spaniern ein reguläres Tor ab und sorgte dafür, dass diese nur mit sieben Spielern zu Ende kicken konnten. Trotzdem endete es nur 1:0.

Im Halbfinale gegen Österreich kam es dann zu einem weiteren absolut bizarren Höhepunkt. Der schwedische Schiedsrichter, kurz zuvor Privatgast beim „Duce“, schritt höchstpersönlich ein, als es für das Tor der Gastgeber brenzlig wurde: Er köpfte einen Ball der Österreicher aus der italienischen Gefahrenzone. So gewann Italien gegen überlegene Gegner wieder mit 1:0. Und im Endspiel stand dann mit dem 2:1 gegen die Tschechoslowakei der gekaufte Weltmeistertitel fest.

Da ist die Rücknahme der Rot-Sperre doch nun wirklich noch harmlos. Und es stellt sich mehr denn je die Frage: Wo ist Merz, wenn man ihn mal braucht?

Ein Anruf von Merz bei Infantino und wir wären im Achtelfinale gewesen, lamentiert unser Kolumnist.
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