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„Absurd“: Ukraine bekommt deutsches Kraftwerk als „humanitäre Hilfe“

„Absurd“: Ukraine bekommt deutsches Kraftwerk als „humanitäre Hilfe“

„Absurd“: Ukraine bekommt deutsches Kraftwerk als „humanitäre Hilfe“

Das Gaskraftwerk in Lubmin bei Greifswald: Seit 2023 außer Betrieb. Nun soll es an die Ukraine übergeben werden. (Themenbild)
Das Gaskraftwerk in Lubmin bei Greifswald: Seit 2023 außer Betrieb. Nun soll es an die Ukraine übergeben werden. (Themenbild)
Das Gaskraftwerk in Lubmin bei Greifswald: Seit 2023 außer Betrieb. Foto: picture alliance / dpa | Stefan Sauer
„Absurd“
 

Ukraine bekommt deutsches Kraftwerk als „humanitäre Hilfe“

Ein an die Nord-Stream-Pipelines angeschlossenes Gaskraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern soll nun an die Ukraine gehen. Die AfD und der örtliche Bürgermeister monieren die Entscheidung.
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GREIFSWALD. Ein funktionsfähiges Gaskraftwerk in Lubmin bei Greifswald soll an die Ukraine verschenkt werden. Die Anlage, die sich am Einspeisepunkt der Erdgasleitung Nord Stream 1 befindet, sei laut dem Miteigentümer Sefe aufgrund mangelnder Gaslieferungen unrentabel geworden. Sie solle daher „im Rahmen der humanitären Hilfe“ dem künftigen Betreiber als Selbstabholer auf eigene Kosten übergeben werden.

Das Kraftwerk habe demnach ausschließlich der Bereitstellung der Prozesswärme bei der Einspeisung des russischen Gases ins deutsche Liefernetz gedient. Es sei bereits 2023 aufgrund mangelnder Wärmeabnehmer eingestellt worden. „Alle Optionen der Verwertung der Anlage wurden geprüft.“ Die Übergabe sei im Vergleich zu Rückbau und Verschrottung ohne wirtschaftlichen Nachteil. „Gleichzeitig trägt die Transaktion zur Aufrechterhaltung der ukrainischen Energieinfrastruktur bei.“

Lubmin verdiente vor dem Ukrainekrieg an Nord Stream

Kritik daran kam vom AfD-Landtagsabgeordneten Nikolaus Kramer, der den Vorgang „absurd“ nannte. „Diese Anlage sollte der Energiesicherheit unseres Landes dienen. Ein Schlag ins Gesicht für unsere Bürger“, sagte er dem Nordkurier. Der Rückbau komme zu einem Zeitpunkt, zu dem die AfD-Fraktion im Kreistag Vorpommern-Greifswald den Landrat auffordern wolle, die Landesregierung zum Bau eines neuen Gaskraftwerks am selben Standort zu überreden.

Auch der Bürgermeister von Lubmin, Axel Vogt, äußerte Bedenken. In einem Brief an die „Mitstreiter“ warnt er, der Vorgang könnte „politisch instrumentalisiert“ werden. Dabei verwies er auf die laufenden Ermittlungen zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines, die laut dem Bundesgerichtshof „höchstwahrscheinlich im Auftrag des Staates Ukraine erfolgte“. Zudem sei der Lubminer Hafen aus seiner Sicht „sehr gut geeignet“ als Standort für ein Gaskraftwerk.

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Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte die 2.000-Einwohner-Gemeinde rund eine Million Euro an jährlichen Gewerbesteuereinnahmen aus Nord Stream 1 erhalten. Mit Nord Stream 2 sollte eine weitere Million Euro pro Jahr hinzukommen. Auch die SPD-geführte Landesregierung hatte sich für den Bau der russischen Gasleitungen starkgemacht. 2021 gründete sie die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV, um Bauvorhaben an EU-Sanktionen vorbei in Auftrag zu geben. Nach dem Angriff im Februar 2022 und neuen Sanktionsvorhaben wurde der Betrieb der Erdgasleitungen ausgesetzt, noch vor deren Sprengung im September gleichen Jahres. (kuk)

Das Gaskraftwerk in Lubmin bei Greifswald: Seit 2023 außer Betrieb. Foto: picture alliance / dpa | Stefan Sauer
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