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Turbo-Einbürgerung: Fast alle neuen Staatsbürger behalten ihren alten Pass

Turbo-Einbürgerung: Fast alle neuen Staatsbürger behalten ihren alten Pass

Turbo-Einbürgerung: Fast alle neuen Staatsbürger behalten ihren alten Pass

Nahaufnahme von deutschen Reisepass mit Geschenkschleife (Symbolbild). Fast alle neuen Staatsbürger behalten ihren alten Pass.
Nahaufnahme von deutschen Reisepass mit Geschenkschleife (Symbolbild). Fast alle neuen Staatsbürger behalten ihren alten Pass.
Ein deutscher Reisepass (Symbolbild): Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr Syrer eingebürgert. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Turbo-Einbürgerung
 

Fast alle neuen Staatsbürger behalten ihren alten Pass

Die Zahl der Einbürgerungen ist auf ein neues Rekordniveau geklettert. Die meisten neuen Staatsbürger behalten weiterhin ihren alten Pass. Währenddessen warten bereits Hunderttausende weitere Antragsteller auf ihren Pass.
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BERLIN. Fast alle deutschen Neubürger haben im vergangenen Jahr ihren alten Pass behalten. „In den Städten, die hierzu Daten erfasst haben, lag die Quote der doppelten Staatsangehörigkeiten bei Neu-Eingebürgerten zwischen 85 und 98 Prozent“, veröffentlichte der „Mediendienst Integration“ am Dienstag. „Ausnahmen sind vor allem staatenlose Personen sowie Personen aus Ländern, die keine doppelte Staatsangehörigkeit ermöglichen wie etwa Indien.“

Insgesamt erreichte die Zahl der Einbürgerungen in der Bundesrepublik im Jahr 2025 ein neues Rekordhoch (JF berichtete). Allein in 14 Bundesländern bekamen mindestens 309.852 Ausländer den deutschen Pass, wie die Welt am Sonntag berichtet. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der einheitlichen Statistik im Jahr 2000. Dabei liegen die aktuellen Daten aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie einigen niedersächsischen Kreisen und Städten noch nicht vor. Im Vorjahr kamen 291.955 Personen in ganz Deutschland in den Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft.

Vor allem Syrer und Türken werden Staatsbürger

Am häufigsten wurde Syrern der deutsche Pass verliehen, gefolgt von Türken, Afghanen, Iranern und Russen.

Gleichzeitig sind Hunderttausende Anträge liegen geblieben. Allein in den bevölkerungsreichsten Städten (ohne Berlin) sind mindestens 320.000 Anträge noch in Bearbeitung. 22 Prozent mehr offene Anträge gab es im Vergleich zum Vorjahr.

In München sind über 40.000 Anträgen liegen geblieben, in Hamburg waren es rund 32.000 und in Bremen etwa 13.400. Im Regierungspräsidium Darmstadt, das unter anderem die Einbürgerungsanträge aus Frankfurt und Wiesbaden bearbeitet, blieben rund 66.000 Anträge unbearbeitet – 2,4-mal so viele wie im Vorjahr. Das Landesamt für Einwanderung in Berlin soll seit 2024 keine Zahlen mehr veröffentlicht haben. Zuletzt habe die Behörde angegeben, rund 40.000 offene Anträge zu haben.

Ampel soll verantwortlich sein

Nach Einschätzung der von der Welt am Sonntag angefragten Behörden sei der Anstieg unter anderem auf die Einbürgerungsreform der Ampel-Regierung zurückzuführen (JF berichtete). Hinzu komme, dass Einwanderer aus den Asylkrisenjahren 2015 und 2016 die notwendige Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung erreicht hätten. Mehrere Landkreise rechnen zudem mit noch höheren Zahlen, da die ukrainischen Flüchtlinge ab März 2027 ihren kollektiven Schutzstatus verlieren. „Um Rechtssicherheit zu erlangen, nutzen dann vermutlich viele Geflüchtete die verkürzte Frist zur Einbürgerung“, sagte ein Sprecher des Landkreises Aurich dem Blatt.


2024 hatten SPD, Grüne und FDP die für die Einbürgerung benötigte Mindestaufenthaltszeit von acht Jahren auf fünf verringert. Zudem hatten sie grundsätzlich die Erlangung der doppelten Staatsbürgerschaft ermöglicht und älteren Migranten den Weg zum Pass ohne die dafür benötigten Sprachkenntnisse und den Einbürgerungstest eröffnet. Kinder von Ausländern, die länger als fünf Jahre in Deutschland leben, bekommen automatisch einen deutschen Pass. (mas)

Ein deutscher Reisepass (Symbolbild): Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr Syrer eingebürgert. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
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