BERLIN. Das Bundesfamilienministerium hat die sozialistische Jugendorganisation „Falken“ um eine Stellungnahme wegen einer staatlich finanzierten Sex-Broschüre gebeten. Das teilte das Haus von Familienministerin Karin Prien (CDU) auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT mit. Außerdem seien die „Falken“ auf Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hingewiesen worden.
In der vergangenen Woche hatte das Nachrichtenportal „Apollo News“ über eine Broschüre der „Falken“ zum Thema „Sexualpädagogik“ berichtet. Darin wird unter anderem ein Spiel für Kinder ab acht Jahren mit dem Titel „Beutelspaß“ empfohlen. Dabei soll ein Beutel mit verschiedenen Dingen gefüllt werden, etwa Gleitgel, Sex-Spielzeug, Holzpenis, „Lecktücher“ und Vibrator. Die Kinder sollen dann einen Gegenstand herausziehen und etwas dazu sagen.
2.700 Euro Steuergeld gaben die „Falken“ dafür aus
Ein weiteres Spiel trägt den Titel „Sex-Salat“; es ist für Kinder ab sechs Jahren vorgesehen. Dabei sollen die Teilnehmer verschiedene sexuelle Begriffe als Namen zugeordnet bekommen, „z. B. Penis, Vagina, Lesbe, Trans-Frau, Brust …“. Dann soll das Spiel wie das bekannte Spiel „Obstsalat“ durchgeführt werden.
Laut Familienministerium stammt die Broschüre aus dem Jahr 2017. Sie wurde aus Mitteln des sogenannten Kinder- und Jugendplans gefördert. Auf JF-Nachfrage teilte das Ministerium mit, dass die „Falken“ dafür von der Gesamtförderung 2.700 Euro eingesetzt hätten. Die Bundesregierung hat die „Falken“ in den vergangenen zehn Jahren mit fast zwölf Millionen Euro gefördert (JF berichtete).
Eine klare inhaltliche Bewertung der Broschüre wollte das Ministerium derweil nicht abgeben. Ein Sprecher stellte gegenüber der JF jedoch klar: „Für Inhalte geförderter Veröffentlichungen ist der jeweilige Träger verantwortlich; eine inhaltliche Vorabprüfung durch das Ministerium erfolgt nicht. Der Förderhinweis ist eine haushaltsrechtliche Vorgabe und stellt keine inhaltliche Billigung dar.“
JF-Bericht löste alles aus
Zugleich unterstrich das Ministerium, Sexualaufklärung könne „wichtiger Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit“ sein. „Sie soll fachlich fundiert, altersgerecht und sensibel erfolgen und die Selbstbestimmung sowie den Schutz von Kindern und Jugendlichen stärken.“
Die JF hatte Mitte April berichtet, dass zwei Vertreterinnen der „Falken“ in einer sächsischen neunten Klasse ein Heft mit homosexueller Pornographie ausgeteilt hatten. Daraufhin kamen zahlreiche weitere Dinge über die sozialistische Jugendorganisation ans Licht. In der vergangenen Woche enthüllte die JF, dass Kitas der Falken in Bielefeld „Rollenspiele mit sexuellem Inhalt“ für Kleinkinder propagieren. Anfragen der Redaktion dazu an die zuständigen Behörden laufen noch. (ser)
Lesen Sie hier die wichtigsten JF-Berichte zum Thema:
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