BERLIN. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat entschieden, dass anlässlich des Christopher Street Days (CSD) Ende Juli keine Regenbogenflagge auf dem Reichstagsgebäude gehisst wird. Damit bleibt sie bei ihrer Linie – bereits im vergangenen Jahr hatte sie das so angeordnet (JF berichtete). Die Regenbogenfahne war 2022 für den damaligen CSD erstmals auf dem Gebäude des Reichstags gehisst worden.
Klöckner habe stattdessen erneut „entschieden, dass die Regenbogenflagge immer am 17. Mai auf dem Deutschen Bundestag gehisst wird“, teilte die Christdemokratin gegenüber dem Tagesspiegel mit. Für dieses Datum bestehe ein eindeutiger parlamentarischer Anlass. „Am 17. Mai 2002 hat der Bundestag die Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz beschlossen. Zugleich ist es der internationale Tag gegen Homophobie“, sagte Klöckner mit Blick auf ihre Entscheidung. Bereits im vergangenen Jahr war an diesem Tag diese Flagge dort gehisst worden.
Klöckner: Schwarz-Rot-Gold steht auch für sexuelle Selbstbestimmung
An allen anderen Tagen im Jahr wird das Reichstagsgebäude weiterhin ausschließlich mit der Deutschland- und der EU-Flagge beflaggt. Schwarz-Rot-Gold stehe „für die Ordnung unseres Grundgesetzes: für Freiheit, Menschenwürde, Gleichheit vor dem Gesetz – und damit auch für das Recht jedes Menschen auf sexuelle Selbstbestimmung“, betonte die Bundestagspräsidentin.
Der CSD geht historisch zurück auf die sogenannten Stonewall-Aufstände im Juni 1969, als in New York City Unruhen ausbrachen zwischen Homosexuellen, die sich von der Polizei schikaniert fühlten, und Polizeibeamten. Zum Jahrestag fanden ab 1970 die ersten Demonstrationen statt, die sich schnell international verbreiteten. In Deutschland wurde der CSD erstmals 1979 in Berlin und Bremen organisiert.
Der diesjährige CSD in der Hauptstadt findet voraussichtlich zweitägig statt – am 24. Und 25. Juli. (st)







