BIELEFELD. Das nordrhein-westfälische Familienministerium sieht offenbar kein Problem darin, dass in Kitas der sozialistischen „Falken“ Frühsexualisierung betrieben wird. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der JUNGEN FREIHEIT hervor. Das Ministerium wird von der Grünen-Politikerin Verena Schäffer geleitet.
Die JF hatte Ende April berichtet, dass sexualpädagogische Konzepte zweier „Falken“-Kitas in Bielefeld unter anderem „Rollenspiele mit sexuellem Inhalt“ als „wichtiges Übungsfeld“ für Kinder beschreiben. Zudem sehen sie vor, Kindern eine „alternative Umgebung“ für Selbstbefriedigung zu bieten.
Die JF fragte daher das nordrhein-westfälische Familienministerium an, wie es das Konzept beurteilt und ob es dieses für vereinbar hält mit Vorgaben des Kinderschutzes. Eine Sprecherin führte nun aus, dass Einrichtungen verpflichtet seien, Konzepte vorzuhalten, die die Rechte von Kindern sicherten und sie vor Gewalt schützten.
Sexualkonzept soll Kita-Kinder sensibilisieren
„Zusätzlich zu den jeweiligen Schutzkonzepten ist auch ein sexualpädagogisches Konzept Teil des frühkindlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags“, fügte eine Sprecherin hinzu. „Präventiv sensibilisiert es die Kinder für unangemessene Berührungen und vermittelt Strategien zum Schutz vor distanzlosem Verhalten.“ Auf die konkreten JF-Fragen ging das Ministerium nicht ein.
Zuvor hatte sich schon das zuständige Landesjugendamt auf JF-Nachfrage ähnlich geäußert. „Sexualpädagogik ist ein elementarer Baustein für den präventiven Kinderschutz und das Schutzkonzept“, erläuterte ein Sprecher. Ausführungen zur sexuellen Bildung schafften dabei für Träger, Fachkräfte und Eltern Transparenz und Handlungssicherheit. Die Kitas selbst haben auf eine JF-Anfrage nicht reagiert, die Konzepte aber umgehend von ihren Websites gelöscht.
Die Kindertagesstätten mit den Namen „Nestfalken“ und „Neuland Falken“ werden von der sozialistischen Jugendorganisation „Die Falken“ betrieben. Die Organisation war ins Zentrum des Interesses geraten, nachdem zwei Mitarbeiterinnen Mitte April in einer neunten Klasse einer sächsischen Schule bei einer Projektwoche ein Heft mit homosexueller Pornographie ausgelegt hatten, wie die JF exklusiv enthüllt hatte.
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Sexualität als Teil der sozialistischen Erziehung
Die „Falken“ stellten den Vorgang im Nachgang als Versehen dar. Doch weitere Recherchen wie die zu den beiden Bielefelder Kitas wecken daran Zweifel. Die „Falken“ verstehen Pädagogik laut ihrem eigenen Selbstverständnis als ein Werkzeug zur Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft. Sexualität wiederum sehen sie als „Teil der sozialistischen Erziehung und Bildung“, wie es in einer Broschüre des Bundesverbandes von 2017 heißt, über die zuerst das Nachrichtenportal Apollo News berichtete.
In dieser Broschüre werden zudem Sex-Spiele schon für kleine Kinder empfohlen. Unter anderem sollen sie aus einem Beutel Gegenstände wie Sex-Spielzeug, Holzpenis und „Lecktücher“ herausziehen und dann etwas dazu sagen.
Die „Falken“ werden sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene massiv mit Steuergeldern gefördert. Allein aus dem Bundeshaushalt flossen in den vergangenen zehn Jahren fast zwölf Millionen Euro. Für die genannte Broschüre wurden nach Auskunft des Familienministeriums 2.700 Euro eingesetzt. Nach einer JF-Anfrage erklärte das Ministerium, die „Falken“ um eine Stellungnahme gebeten zu haben. (ser)







