BERLIN. Armin Laschet hat in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ den außenpolitischen Kurs der AfD scharf angegriffen. Der CDU-Politiker wandte sich direkt an den AfD-Bundestagsabgeordneten Rüdiger Lucassen und stellte dessen Partei bei Europa und Russland zur Rede: „Solange Sie sich nicht klar zum europäischen Einigungsprozess der Nachkriegsjahre bekennen, sind Sie eine Gefahr.“
Der frühere Unionskanzlerkandidat ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Lucassen hatte zuvor erklärt, Deutschland habe in Europa Verantwortung zu übernehmen. Zugleich warnte der frühere Bundeswehroffizier: „Wir dürfen uns nicht verzetteln.“
Wenn AfD-Politiker sagen, sie seien für Europa, aber gegen die Europäische Union, dann wollen sie das europäische Einigungswerk von Adenauer bis Helmut Kohl schwächen. Nur starke Institutionen, eine gemeinsame Währung und eine stärkere Außenpolitik garantieren unsere Sicherheit.… pic.twitter.com/NDBKr2iJTp
— Armin Laschet (@ArminLaschet) July 24, 2026
Laschet: AfD fehlt Bindung zum Westen
Beim Blick auf Russland wurde der Konflikt deutlicher. Lucassen sagte, langfristig müsse es darum gehen, zu einer „friedlichen Koexistenz mit der Russischen Föderation“ zu kommen. Laschet hielt der AfD vor, bei zentralen außenpolitischen Fragen keine klare Westbindung erkennen zu lassen. Der CDU-Politiker zog dabei auch eine Parallele zur Linkspartei. Bei Fragen zur Nato und zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr unterschieden sich AfD und Linke nur „marginal“, sagte Laschet. Gregor Gysi wies den Vergleich zurück: „Ich bin vieles, aber ich bin ihm überhaupt nicht ähnlich.“
Die Politikwissenschaftlerin Liana Fix sprach sich in der Runde für eine stärkere militärische Rolle Deutschlands aus, verlangte dafür aber eine enge europäische Einbindung. Ein starkes Deutschland sei für die Nachbarn nur akzeptabel, wenn es fest in Europa verankert bleibe. (rr)






