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Berlin: Bezirk Neukölln stellt Jugendamt-Mitarbeiterin nach wochenlangen Vorwürfen frei

Berlin: Bezirk Neukölln stellt Jugendamt-Mitarbeiterin nach wochenlangen Vorwürfen frei

Berlin: Bezirk Neukölln stellt Jugendamt-Mitarbeiterin nach wochenlangen Vorwürfen frei

Der Jugendklub an der Wutzkyallee in Neukölln: Nach dem mutmaßlichen Vergewaltigungsskandal erstmal geschlossen. Die Jugendamt-Mitarbeiterin ist erstmal weg. (Themenbild)
Der Jugendklub an der Wutzkyallee in Neukölln: Nach dem mutmaßlichen Vergewaltigungsskandal erstmal geschlossen. Die Jugendamt-Mitarbeiterin ist erstmal weg. (Themenbild)
Der Jugendklub an der Wutzkyallee in Neukölln: Nach dem mutmaßlichen Vergewaltigungsskandal erstmal geschlossen. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene
Berlin
 

Bezirk Neukölln stellt Jugendamt-Mitarbeiterin nach wochenlangen Vorwürfen frei

Nach einer vertuschten mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Neuköllner Jugendklub durch einen Migranten gibt es nun Konsequenzen. Eine Jugendamt-Beschäftigte wird wegen Versäumnissen freigestellt – Die Vorwürfe weist sie aber zurück.
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BERLIN. Das Bezirksamt Berlin-Neukölln hat Wochen nach dem Bekanntwerden einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch einen Migranten im Jugendklub in der Wutzkyallee die zuständige Jugendamt-Mitarbeiterin freigestellt. Das teilte ein Sprecher des Bezirksamtes der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag mit. Zuvor war die Angestellte lediglich versetzt worden. Hintergrund war die wochenlange Weigerung des Jugendamts, eine Anzeige gegen den Täter zu stellen.

Bereits vor Wochen hatte Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linkspartei) personelle Konsequenzen angekündigt. Dabei räumte sie ein, sexuelle Übergriffe im Jugendzentrum seien bereits seit Februar vergangenen Jahres bekannt gewesen. Gegen sie läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung (JF berichtete). Ein Abwahlantrag gegen Nagel in der Bezirksverordnetenversammlung war kürzlich gescheitert, weil er es aufgrund mangelnder Zweidrittelmehrheit nicht auf die Tagesordnung schaffte.

Jugendamt-Mitarbeiterin bestreitet Vertuschungsvorwürfe

Zuerst hatte die Bild-Zeitung über den Vergewaltigungsfall berichtet. Demnach sollen neun junge Araber im Januar eine 16jährige Kurdin sexuell bedrängt haben. Später gab die Geschädigte an, im November zuvor vergewaltigt und erpresst worden zu sein. Ein 17jähriger soll die Tat gefilmt und sie anschließend mit dem Video unter Druck gesetzt haben. Erst Ende Februar erstatteten die Geschädigte und ihre Familie eine Anzeige. Inzwischen erhielt der Beschuldigte Hausverbot, der Jugendklub selbst ist vorübergehend geschlossen.


Beschäftigte eines benachbarten Mädchenzentrums warfen der freigestellten Mitarbeiterin des Jugendamtes in einer eidesstattlichen Erklärung vor, wegen einer möglichen „Marginalisierung der Tätergruppe“ keine Anzeige stellen zu wollen (JF berichtete). Sie selbst wies die Vorwürfe gegenüber dem Bezirksamt zurück, berichtete der Spiegel vergangene Woche. Demnach habe der Opferschutz im Mittelpunkt gestanden. Zugleich thematisierte die Freigestellte laut der Wochenzeitschrift einen möglichen „Generalverdacht“ in einer weiteren Mail an die Jugendamt-Leiterin. Zudem hatte sie dem Bezirksamt zufolge, anders als angekündigt, nicht mit dem Polizisten des örtlichen Abschnitts telefoniert, der die im Zentrum Betreuten kannte. (kuk)

Der Jugendklub an der Wutzkyallee in Neukölln: Nach dem mutmaßlichen Vergewaltigungsskandal erstmal geschlossen. Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene
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