BERLIN. Die Behörden haben nach dem 1. Mai eine insgesamt ruhigere Bilanz als in früheren Jahren gezogen. Vor allem in Berlin ist die zentrale Demonstration linker und linksextremer Gruppen am Abend weitgehend ohne größere Eskalation verlaufen. Nach Angaben der Polizei blieb der Aufzug mit mehreren tausend Teilnehmern „überwiegend friedlich“, obwohl die Stimmung teils aggressiv war und sich auch der schwarze Block beteiligt hatte.
Im Verlauf des Abends kam es dennoch zu einzelnen Zwischenfällen. Am Südstern eskalierte die Lage zeitweise, nachdem aus der Menge Flaschen auf Einsatzkräfte geworfen worden waren.
Die Polizei griff ein, kesselte Teilnehmer und nahm mehrere Personen fest. Eine Sitzblockade wurde gewaltsam aufgelöst. Auch zuvor hatte es vereinzelt Festnahmen gegeben, unter anderem im Bereich Sonnenallee. Zudem wurde mehrfach Pyrotechnik gezündet. Insgesamt blieb die Zahl der Festnahmen jedoch vergleichsweise gering. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Neben Wasserwerfern standen auch Hubschrauber, Drohnenabwehr und Spezialeinheiten bereit.

Krawalle zum 1. Mai in Istanbul
Auch in anderen Städten verlief der Tag nicht völlig störungsfrei. In Hamburg gingen mehr als 20.000 Menschen auf die Straße, davon ein erheblicher Teil bei Demonstrationen aus dem linken Spektrum. Die Gewerkschaften mobilisierten bundesweit hunderttausende Teilnehmer und kündigten Widerstand gegen mögliche Sozialreformen an.
Deutlich härter gingen die Sicherheitskräfte im Ausland vor. In Istanbul wurden nach Angaben von Aktivisten mehrere hundert Demonstranten festgenommen, nachdem diese trotz Verbots in Richtung Taksim-Platz marschieren wollten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.
#b0105 Die Demospitze ist fast am Görli während die letzten noch nichtmal losgelaufen sind! Gesang ist zu hören: „Seht ihr die Fahnen wehn? Sie werden Frieden bringen!“ pic.twitter.com/v22EjI7Pfv
— Bund der Kommunist:innen (@kommunistinnen) May 1, 2026
Auch im italienischen Turin kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anarchisten und Einsatzkräften, mehrere Personen wurden verletzt.
Im Vergleich dazu blieb die Lage in Deutschland unter Kontrolle. Die Polizei wertet den diesjährigen 1. Mai daher als insgesamt weniger gewalttätig als in der Vergangenheit. (rr)





