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Herthas Torwarttrainer Zsolt Petry kritisiert die Massenmigration nach Europa Foto: picture alliance/dpa | Britta Pedersen
Herthas Torwarttrainer Zsolt Petry kritisiert die Massenmigration nach Europa Foto: picture alliance/dpa | Britta Pedersen

„Europa von Kriminellen überrannt“
 

Hertha BSC entläßt Torwarttrainer nach Einwanderungskritik

BERLIN. Der Berliner Fußballbundesligist Hertha BSC hat seinen Torwarttrainer Zsolt Petry nach dessen migrationskritischen Aussagen mit sofortiger Wirkung freigestellt. „Hertha BSC hat die Charta der Vielfalt unterschrieben und setzt sich als Verein aktiv für Werte wie Vielfalt und Toleranz ein, weil uns diese Werte wichtig sind. Dies findet sich in den Äußerungen von Zsolt Petry, die er als unser Mitarbeiter öffentlich getätigt hat, nicht wieder“, teilte der Verein am Dienstag mittag mit.

Petry selbst äußerte sich ebenfalls zu seinem Interview in der ungarischen Zeitung Magyar Nemzet: „Ich möchte betonen, daß ich weder homophob noch fremdenfeindlich bin. Meine Aussage zur Einwanderungspolitik bedaure ich sehr und möchte all die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die ich damit beleidigt habe, um Entschuldigung bitten.“

Am Montag hatte die Zeitung ein Interview mit dem ehemaligen ungarischen Nationaltorhüter veröffentlicht. Darin prangerte er hat die Masseneinwanderung nach Europa an. „Ich verstehe nicht, wie Europa auf die moralischen Tiefen sinken kann, die es erreicht hat. Für mich ist die Einwanderungspolitik eine Manifestation der moralischen Degradierung. Europa ist ein christlicher Kontinent, und es gefällt mir nicht, den moralischen Verfall zu sehen, der sich über den Kontinent ausbreitet.“

Petry: Konservative Meinungen werden weniger toleriert

Zugleich warf der ehemalige Nationaltorwart von Ungarn Liberalen vor, Kritiker der Massenmigration auszugrenzen. „Die Liberalen vergrößern den Dissens: Wer nicht glaubt, daß Migration gut ist, weil Europa von Kriminellen überrannt wird, wird schon als Rassist gebrandmarkt. Das ist nicht akzeptabel, die Meinung des anderen wird weniger toleriert, besonders wenn er eine konservative Meinung vertritt.“

Kritisch äußerte sich Petry auch zu Aussagen seines Landsmannes Peter Gulácsi, der das Tor beim derzeitigen Tabellenzweiten der Bundesliga, RB Leipzig, hütet. „Die liberale Meinung von Peter Gulácsi zu Regenbogenfamilien wird von der Mehrheit der ungarischen Gesellschaft nicht geteilt. Deshalb haben viele Menschen begonnen, ihn zu kritisieren. Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich mich als Sportler auf den Fußball konzentrieren und keine Stellung zu öffentlichen oder gesellschaftspolitischen Themen beziehen.“

Lesben- und Schwulenverband attackiert Petry

Im Februar hatte Gulácsi ein ungarisches Gesetz kritisiert, wonach homosexuelle Paare keine Kinder adoptieren dürfen. Im vergangenen Dezember hatte Ungarns Parlament einen Verfassungszusatz gebilligt, der die Elternschaft auf Mann und Frau festlegt. Folglich können gleichgeschlechtliche Paare in dem Land keine Kinder mehr adoptieren. Zudem ist das Geschlecht einer Person künftig ab der Geburt festgelegt und kann danach nicht mehr verändert werden.

Der Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland und Vorsitzender der „SPD queer Berlin“, Alfonso Pantisano, zeigte sich unterdessen empört über Petrys Aussagen. Dafür habe er sich die rote Karte verdient. Sein Arbeitgeber Hertha BSC „muß jetzt entschieden handeln: Homophobie und Fremdenfeindlichkeit dürfen in den eigenen Reihen nicht geduldet werden“, teilte er mit.

Hertha steht unter Druck

Hertha BSC kündigte an, zeitnah das Gespräch mit Petry zu suchen. Am Dienstag ruderte Petry zurück. Er lies über Magyar Nemzet mitteilen, daß daß er die Meinung von Péter Gulácsi voll respektiere und, daß er keine diskriminierenden Bemerkungen gegen Regenbogenfamilien gemacht habe. Er wolle sich auf seine Arbeit bei Hertha konzentrieren.

Der Hauptstadtverein steht sportlich unter Druck. Nach dem 1:1 im Derby gegen den FC Union Berlin trennen die Herthaner nur zwei Punkte von der Abstiegszone. (ag)

Herthas Torwarttrainer Zsolt Petry kritisiert die Massenmigration nach Europa Foto: picture alliance/dpa | Britta Pedersen
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