Auseinandersetzung in Gesundbrunnen (Archivbild): Umgekämpfter Stadtteil
Auseinandersetzung in Gesundbrunnen (Archivbild): Umgekämpfter Stadtteil Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa

Vier Angriffe an einem Tag
 

Berliner Polizei befürchtet Bandenkrieg zwischen Arabern und Tschetschenen

BERLIN. Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des arabischstämmigen Remmo-Clans und Tschetschenen am Wochenende in Berlin befürchtet die Polizei einen Bandenkrieg. Das Landeskriminalamt will laut Tagesspiegel-Informationen „Reisebewegungen“ beobachten. Tschetschenen in Brandenburg und Sachsen sollen angekündigt haben, ihren „Brüdern“ in Berlin zur Hilfe zu kommen.

Ähnliche Entwicklungen hatte es im Sommer im französischen Dijon gegeben, als die Stadt drei Tage lang in Ausnahmezustand geriet. Tschetschenen aus ganz Europa waren damals nach Frankreich gereist, um ihre Landsmänner in den Auseinandersetzungen gegen nordafrikanische Gruppierungen zu unterstützen. Die schweren Ausschreitungen sorgten europaweit für Schlagzeilen.

Angreifer aus Magdeburg angereist

Am Wochenende hatte es vier Schlägereien und Überfälle im Zusammenhang mit dem möglichen Bandenkrieg gegeben. Zunächst hatten vermummte Männer am Samstag abend einen Spätkauf-Laden gestürmt, der laut Berliner Medien dem Remmo-Clan zugerechnet wird. 30 Kontrahenten gingen mit Messer, Stühlen und Wasserpfeifen aufeinander los. Laut Berliner Morgenpost waren einige der Angreifer aus Magdeburg angereist.

Anschließend überfielen rund zehn Männer eine Gruppe am Bahnhof Gesundbrunnen mit Messern und Schlagstöcken. Dem Tagesspiegel zufolge gehen die Ermittler davon aus, daß es sich dabei um einen Racheakt gehandelt hat. Am Sonntag abend kam es in demselben Bezirk zu einem weiteren Kampf. Auf einem Video sei zu sehen, wie rund 20 arabischsprechende Männer zwei andere Personen angreifen. Dabei sollen drei Männer einen Tschetschenen zwischen zwei Fahrzeugen eingeklemmt und getreten haben.

Racheakt in Gesundbrunnen

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Am selben Abend wurde ein 34 Jahre alter Mann bei einem Streit mit mehreren Männer mit einem Messer attackiert. Er erlitt dabei Oberkörperverletzungen und ließ sich mit einem Taxi in ein Krankenhaus fahren. Die Polizei nahm insgesamt sechs russische Staatsbürger fest. Unbestätigten Angaben zufolge handelt es sich dabei um Tschetschenen.

Der Remmo-Clan ist einer der führenden Großfamilien in Berlin, die teilweise auch kriminell aufgefallen sind. In der Hauptstadt gilt der Stadtteil Neukölln als Stammgebiet der Clans. Im Ortsteil Gesundbrunnen haben sich laut Morgenpost in jüngster Zeit Tschetschenen angesiedelt und beispielsweise Läden von Rockerclubs übernommen. „Wir haben schon länger mit derartigen Auseinandersetzungen zwischen arabischstämmigen Gruppierungen und Tschetschenen gerechnet, da letztere sich nicht mehr als Söldner anstellen lassen wollen, sondern selbst ein großes Stück vom Kuchen haben möchten“, sagte der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro, dem Blatt. (ls)

Auseinandersetzung in Gesundbrunnen (Archivbild): Umgekämpfter Stadtteil Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa
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