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Ukraine-Krieg: Trump nennt ukrainische Angriffe „Schande“ und erhöht Druck auf Selenskyj

Ukraine-Krieg: Trump nennt ukrainische Angriffe „Schande“ und erhöht Druck auf Selenskyj

Ukraine-Krieg: Trump nennt ukrainische Angriffe „Schande“ und erhöht Druck auf Selenskyj

Einmal mehr harte Worte an Ukraines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: US-Präsident Donald Trump. Foto: picture alliance / AP Photo/Julia Demaree Nikhinson | Julia Demaree Nikhinson
Einmal mehr harte Worte an Ukraines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: US-Präsident Donald Trump. Foto: picture alliance / AP Photo/Julia Demaree Nikhinson | Julia Demaree Nikhinson
Einmal mehr harte Worte an Ukraines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: US-Präsident Donald Trump. Foto: picture alliance / AP Photo/Julia Demaree Nikhinson | Julia Demaree Nikhinson
Ukraine-Krieg
 

Trump nennt ukrainische Angriffe „Schande“ und erhöht Druck auf Selenskyj

Die Ukraine greift wieder russische Raffinerien an. US-Präsident Donald Trump reagiert mit scharfer Kritik und stellt die Verhandlungsbereitschaft von Wolodymyr Selenskyj infrage. Gleichzeitig werden neue Einzelheiten über eine Einschränkung amerikanischer Satellitenhilfe für das ukrainische Militär bekannt.
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WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerien scharf verurteilt. „Ich halte das für eine Schande“, sagte er am Donnerstag dem Fernsehsender Newsmax. Die Attacken trieben die weltweiten Energiepreise in die Höhe und schadeten damit auch den Vereinigten Staaten. Zugleich erklärte Trump, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sei ein schwierigerer Verhandlungspartner als Russlands Präsident Wladimir Putin.

Anlass war ein ukrainischer Drohnenangriff auf eine Raffinerie des russischen Energiekonzerns Rosneft in der Region Rjasan, rund 300 Kilometer südöstlich von Moskau. Trump warf Selenskyj vor, ausgerechnet Anlagen anzugreifen, in denen dringend benötigter Dieselkraftstoff hergestellt werde. Es gebe genügend andere militärische Ziele, erklärte der Präsident. Die Zerstörung von Raffinerien helfe der Weltwirtschaft nicht.

Auch persönlich griff Trump den ukrainischen Präsidenten an. Er sei kein großer Anhänger Selenskyjs und halte ihn für wenig kompromissbereit. Beide Kriegsparteien wollten seiner Einschätzung nach zwar ein Ende der Kämpfe erreichen, doch mit Putin lasse sich leichter verhandeln. Trump deutete erneut an, dass eine Wahl in der Ukraine zu einem Wechsel an der Staatsspitze führen könnte.

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Selenskyj erklärt Energie-Waffenruhe für beendet

Selenskyj hatte zuvor gegenüber der Financial Times erklärt, die Ukraine werde sich nicht länger an die von Trump verkündete Aussetzung gegenseitiger Angriffe auf Energieanlagen halten. Der amerikanische Präsident hatte am vergangenen Sonntag überraschend eine entsprechende Vereinbarung zwischen Moskau und Kiew angekündigt. Nach ukrainischen Angaben war die Regierung darüber zuvor nicht informiert worden. Auch eine ausdrückliche Zustimmung beider Kriegsparteien lag nicht vor.

Dennoch setzte die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien nach eigenen Angaben zunächst aus. Russland bombardierte unterdessen weiterhin ukrainische Kraftwerke und andere Einrichtungen der Energieversorgung. Allein in den vergangenen Tagen waren Hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom. Nach einem neuerlichen russischen Angriff fiel in Teilen der Hauptstadt Kiew die Elektrizitätsversorgung aus. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete zudem Probleme mit dem Wasserdruck.

Zusätzliche Spannungen verursachte eine Vereinbarung zwischen Washington und Moskau über russische Diesellieferungen. Russland soll mehr als 300.000 Tonnen Kraftstoff für den amerikanischen und den internationalen Markt bereitstellen. Im Gegenzug lockerte Trump Sanktionen. Selenskyj kritisierte das Geschäft, weil zusätzliche russische Einnahmen zur Finanzierung des Krieges verwendet werden könnten.

Weißes Haus soll Starshield eingeschränkt haben

Unterdessen berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei amerikanische Regierungsvertreter und einen westlichen Beamten, dass die Anweisung zur Einschränkung des Satellitendienstes Starshield aus dem Weißen Haus gekommen sei. Demnach wurde der Führung des US-Verteidigungsministeriums mitgeteilt, der Dienst für das ukrainische Militär müsse gedrosselt werden.

Starshield ist die militärische Variante des von Elon Musks Unternehmen SpaceX betriebenen Satellitennetzwerks Starlink. Die ukrainischen Streitkräfte nutzen das System unter anderem zur Kommunikation auf dem Gefechtsfeld und zur Steuerung von Drohnen. In dieser Woche funktionierten entsprechende Empfänger auf schnell fliegenden Geräten plötzlich nicht mehr. Nach Angaben eines Vertreters des ukrainischen Verteidigungsministeriums konnten sie am Donnerstag wieder verwendet werden, allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde.

Die Einschränkungen beeinträchtigten nach ukrainischen Angaben sowohl Angriffe auf russische Stellungen als auch den Einsatz von Abfangdrohnen gegen russische Shahed-Drohnen. SpaceX-Chef Musk erklärte, Starshield werde von der amerikanischen Regierung kontrolliert. Über Einschränkungen bei Geschwindigkeit und Nutzung entschieden das US-Militär oder der Präsident.

Wer die Maßnahme konkret anordnete, ist allerdings weiterhin ungeklärt. Ein hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter bestritt gegenüber Reuters ausdrücklich, dass Trump persönlich eine solche Anweisung gegeben habe. Ob andere Mitarbeiter des Weißen Hauses dafür verantwortlich waren, ließ die Regierung offen. Das Pentagon und SpaceX äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Der Streit fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Washington und Kiew. Selenskyj hatte bereits beklagt, dass wichtige amerikanische Geheimdienstinformationen über russische Raketenangriffe zeitweise nicht mehr zur Verfügung gestanden hätten. Trump wiederum versucht, die weltweit gestiegenen Energiepreise zu senken. Fachleute führen deren Anstieg allerdings vor allem auf den amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran und die weitgehende Blockade der Straße von Hormus zurück. (rr)

Einmal mehr harte Worte an Ukraines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: US-Präsident Donald Trump. Foto: picture alliance / AP Photo/Julia Demaree Nikhinson | Julia Demaree Nikhinson
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