„Aquarius“: 24 Tonnen gefährlicher Müll soll illegal entsorgt worden sein Foto: picture alliance / AP Photo
Seit Tagen im Mittelmeer

„Aquarius“-Flüchtlinge dürfen in Malta an Land gehen

LISSABON. Maltas Regierungschef Joseph Muscat hat angekündigt, die 58 Flüchtlinge auf der Aquarius in Malta an Land gehen zu lassen. Seine Regierung teilte laut der Nachrichtenagentur dpa mit, die Asylsuchenden würden dann „unverzüglich“ auf andere Länder verteilt. Muscat schrieb in diesem Zusammenhang auf Twitter von vier Ländern.

Am Dienstag nachmittag hatte sich Portugal bereit erklärt, einen Teil der Einwanderer aufzunehmen. Das Land habe mit Frankreich und Spanien eine Abmachung zur Aufnahme von zehn Personen getroffen, teilte das portugiesische Innenministerium laut der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag mit. Was mit den restlichen Passagieren geschehen soll, blieb zunächst unklar.

Das Schiff befindet sich derzeit in der Nähe von Malta und hat 58 Flüchtlinge an Bord. Zuvor hatte Frankreichs Umweltstaatssekretär Sébastien Lecornu dem Schiff untersagt, die Flüchtlinge nach Marseille zu bringen. „Marseille ist derzeit nicht der nächstgelegene Hafen“, sagte Lecornu dem Radionachrichtensender France Info. Die Regierung arbeite aber daran, eine Lösung zu finden.

Panama will Schiff die Zulassung entziehen

Am Montag hatte Panama angekündigt, der Aquarius die Zulassung zu entziehen. Die Betreiberorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen warfen der italienischen Regierung vor, das mittelamerikanische Land zu dem Schritt gedrängt zu haben. Panama begründete den Entzug der Registrierung mit Beschwerden Italiens, wonach der Kapitän sich geweigert habe, aufgenommene Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückzubringen.

Bereits im Juni hatte das Schiff mehrere Tage mit rund 630 Asylsuchenden an Bord auf dem Mittelmeer ausharren müssen. Italien und Malta weigerten sich, die Passagiere aufzunehmen. Schließlich erklärte sich Spanien bereit, die Personen an Land zu lassen. (ls)

„Aquarius“: 24 Tonnen gefährlicher Müll soll illegal entsorgt worden sein Foto: picture alliance / AP Photo

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