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AfD, 40 Jahre Junge Freiheit

Vier Jahrzehnte Journalismus: Wie die JUNGE FREIHEIT die Republik bewegt

Vier Jahrzehnte Journalismus: Wie die JUNGE FREIHEIT die Republik bewegt

Vier Jahrzehnte Journalismus: Wie die JUNGE FREIHEIT die Republik bewegt

Geschichten, Interviews, Prominente: Seit 40 Jahren setzt die JUNGE FREIHEIT Themen gegen alle Widerstände. (Themenbild/Collage)
Geschichten, Interviews, Prominente: Seit 40 Jahren setzt die JUNGE FREIHEIT Themen gegen alle Widerstände. (Themenbild/Collage)
Geschichten, Interviews, Prominente: Seit 40 Jahren setzt die JUNGE FREIHEIT Themen gegen alle Widerstände. Bild: JF/Kirill Singer
Vier Jahrzehnte Journalismus
 

Wie die JUNGE FREIHEIT die Republik bewegt

40 Jahre, hunderte Geschichten: Anfangs noch in der Defensive, prägte die JUNGE FREIHEIT mit Recherchen, Interviews und exklusiven Themen die öffentliche Debatte. Eine Auswahl.
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In den vierzig Jahren ihres Bestehens musste sich die JUNGE FREIHEIT gegen zahlreiche Kampagnen ihrer politischen Gegner erwehren. Doch es ging nicht nur um die Verteidigung, sondern auch um die Offensive im Journalismus. Etwas klarstellen, wo andere Medien wegschauen, etwas berichten, worüber man sonst nichts erfährt – damit wird die JF immer erfolgreicher. Die Konkurrenz muss zähneknirschend die JF zitieren.

Gerade zu Beginn bescherten Interviews der JUNGEN FREIHEIT mehr und mehr mediale Beachtung. So sorgte im April 1989 ein Interview mit dem Philosophen Günter Rohrmoser ein Medienecho im Spiegel und in Konkret. Im Mai 1992 kürte die linke taz die JF unter der Überschrift „Eine rechte taz?“ zum „Shooting-Star der rechtsintellektuellen Postillen“. Mit ihrer gemischten Autorenschaft sei die JUNGE FREIHEIT ein Musterbeispiel dafür, wie reputierte, prominente konservative Autoren einer Zeitschrift die Chance eröffneten, das „Ghetto des Rechtsextremismus“ zu verlassen und neue Lesergruppen zu erreichen, wie taz-Autor Bernd Siegler meinte.

Mehrere Interviews mit dem damaligen brandenburgischen CDU-Landeschef und Innenminister Jörg Schönbohm sorgten ab 1999 nicht nur parteiintern für Schlagzeilen. SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness sprach von einem „Skandal“. Dem schloss sich die Berliner Zeitung an.

Egon Bahr zur JF: „Sie sollten mehr Selbstbewusstsein haben“

Im September 2000 bescherte ein Interview mit Christoph Zöpel (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt, der JF ein breites Medienecho unter anderm in FAZ, Bild und taz. Der damalige FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle forderte gar in einer Bundestagsrede den Rücktritt von Zöpel. All den Schmähungen stellte sich der bekannte Journalist Peter Scholl-Latour im Juni 2004 entgegen. Er bekannte er sich öffentlich zur JUNGEN FREIHEIT: „Die JF bedeutet für mich, dass es noch unabhängige Geister in der deutschen Medienlandschaft gibt.“ Doch der Spiegel, die Badische Zeitung, die Lübecker Nachrichten oder die Südwest-Presse kannten keine Gnade und skandalisierten Scholl-Latours Ansinnen. Dessen ungeachtet gab der Nahost-Experte der JF im Laufe der Jahre zahlreiche kenntnisreiche Interviews und schrieb für sie.

Großes Entsetzen in der SPD und Medien wie dem Berliner Tagesspiegel löste dann auch ein Interview mit dem SPD-Vordenker Egon Bahr im November 2004 aus. „Sie sollten mehr Selbstbewusstsein haben“, riet Bahr der JUNGEN FREIHEIT. Medien und Parteifreunde ereiferten sich über das Interview. Im Fernsehen verteidigte Bahr jedoch nicht nur sich gegen die Vorwürfe, sondern diese Zeitung gleich mit: „Ich finde sie interessant und intelligent (…) und sehe mit Entsetzen, dass man sich darauf beschränkt, zu diskutieren, ob ich ihr ein Interview hätte geben sollen“, sowie im Tagesspiegel seine patriotischen Äußerungen mit dem Satz: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.“

Ernüchtert, weil sie bei ihm auf Granit bissen, blieb sein nächstes JF-Interview von den meisten unkritisiert, ebenso wie ein Artikel, den er 2011 für die JF schrieb.

Ein Auszug aus dem Interview mit Egon Bahr, erschienen in der JF-Ausgabe 42/11.

Noch 2010 würdigten Professor Michael Wolffsohn und sein Kollege Thomas Brechenmacher in einem Rapport der Konrad-Adenauer-Stiftung das JF-Bahr-Interview: „Ausgerechnet in der rechtslastigen Zeitschrift JUNGE FREIHEIT erklärte der langjährige Wegbegleiter Willy Brandts und einstige strategische Vordenker der Neuen Ostpolitik Egon Bahr: „Brandt hat sich zu seinem Land bekannt. Sein Kniefall hat deutsche Schuld bezeugt. Aber kein Volk kann dauernd kniend leben.“

Ein Vorfall in Mügeln brachte der JF Aufmerksamkeit

Im Februar 2005 entsetzte sich der Berliner Tagesspiegel über das JF-Interview mit Peter Glotz (SPD) und dem Schriftsteller Rolf Hochhuth. Die Zeit schloss sich an. Ebenfalls im März 2005 gab es ein tagelanges Presseecho und zahlreiche TV-Berichte über das Interview des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), in dem er angesichts der Realitäten in seinem Stadtteil scharf mit der Idee einer multikulturellen Gesellschaft abrechnete.

Großen Widerspruch und Empörung löste dann ein Interview im August 2007 aus, das der Bürgermeister von Mügeln, Gotthard Deuse (FDP), der JUNGEN FREIHEIT gab. Am 19. August 2007 waren auf einem Stadtfest in der sächsischen Kleinstadt acht Inder angegriffen worden. Die Medien stellten unisono fest: Rechtsextreme waren am Werk, eine Hetzjagd durch die ganze Stadt habe es gegeben. In der Presse wurde die sächsische Kleinstadt abgestempelt, ohne die polizeilichen Ermittlungen des Tathergangs abzuwarten. Somit ging es vielen Journalisten gar nicht darum, was wirklich passiert war.

Die JF dagegen hatte von Anfang an gemahnt, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Um die Wahrheit bemüht, ließ sie auch Deuse (FDP) im Interview zu Wort kommen. Danach wurden sechshundert Exemplare der JF in Mügeln verteilt. Der mediale Sturm, der dadurch entfacht wurde, war in seiner Öffentlichkeitswirkung nur mit wenigen anderen Fällen in der JF-Geschichte vergleichbar: Als die Ausgabe veröffentlicht wurde, empörten sich beinahe alle großen deutschen Zeitungen über die Aussagen des Bürgermeisters. So sind Tausende Leser auf die JF aufmerksam geworden. Die Zahl der Zugriffe auf den JF-Internetauftritt stieg auf das Drei- bis Vierfache.

Auch Online-Recherchen hatten Konsequenzen

Neben den Interviews sorgte die zunehmende JF-Online Berichterstattung für ein gesteigertes mediales Echo. So geriet die neugewählte Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel im November 2007 wegen ihrer von der JF aufgedeckten Mitgliedschaft in der linksextremistischen Roten Hilfe auch in den eigenen Reihen immer stärker unter Druck. Im Dezember trat Drohsel aus der Roten Hilfe aus.

Im Februar 2016 meldete die JUNGE FREIHEIT exklusiv, der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Diether Dehm habe den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar als Mitarbeiter in seinem Bundestagsbüro angestellt. „Klar habe seine Strafe vollständig verbüßt“, verteidigte Dehm seine Zusammenarbeit mit dem Ex-Terroristen im Anschluß.

Im Februar 2022 wurde zudem der Gastbeitrag in einer linksextremen Zeitung für Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zunehmend zum Problem. Wie Recherchen der JF gezeigt hatten, muss Faeser gewusst haben, mit wem sie es zu tun hatte, als sie in der antifa ihren Gastbeitrag veröffentliche. Sie hatte es sogar schwarz auf weiß – als Drucksache des Hessischen Landtags.

Im Februar 2024 plante der Berliner Senat Sexräume für Kita-Kinder. Ein diskutierter Entwurf für ein neues Bildungsprogramm, der der JF vorlag, sah unter anderem die Einrichtung von Sexräumen vor. Ziel sei, daß die Drei- bis Sechsjährigen „Lustgefühle“ genießen könnten. Daraufhin erklärte der Senat, dass diese Entwurfsfassung zurückgezogen worden sei.

Fall Loretta landete dank der JUNGEN FREIHEIT im Bundestag

Das beschauliche Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg-Vorpommern sorgte im März 2024 für Aufsehen. Medien wie die Welt erhoben Rechtsextremismusvorwürfe gegen die 16jährige Loretta. Doch die Beweislage war dünn. Die JUNGE FREIHEIT kannte die Dokumente und sprach mit allen Beteiligten. Lorettas Schulleiter hatte wegen offensichtlich nicht strafbarer Inhalte die Polizei in die Schule gerufen und das Mädchen aus dem laufenden Unterricht geholt. Daraufhin veröffentlichte die Polizei die Screenshots aus den sozialen Netzwerken Lorettas, die Anlass für den Polizeieinsatz waren.

Die Welt rückte die darin verbreiteten Aussagen in die Nähe rechtsextremer Gruppierungen wie etwa der Partei „III. Weg“. Angeblich sollen auch geheime Szenecodes wie HH, die laut FAZ für „Heil Hitler“ standen, Teil der Hinweisnachricht an den Schulleiter gewesen sein. Der JF lagen diese von der Polizei angefertigten Beschreibungen und auch die Original-Screenshots vor. Loretta trug lediglich eine Jacke der norwegischen Marke Helly Hansen. Insgesamt ging es um acht Bilder (u.a. Runenzeichen) und Videos (erhobener Daumen vor einer Flagge in den bundesdeutschen Farben) oder Zahlencodes wie 1161, die die Rechtsextremismusvorwürfe speisten.

Im Gegensatz zu anderen Medien sprach die JUNGE FREIHEIT mit Loretta und ihrer Mutter. Ergebnis der JF-Recherche: Am 22. März 2024, beschäftigte sich der Bundestag in einer hitzigen Debatte auf Verlangen der AfD mit der Meinungsfreiheit an Schulen.

JF entdeckte auch Plagiats- und Vetternwirtschaftsfälle

Mit Hilfe der Grünen umgehen Asylbewerber die Bezahlkarte und bekommen Bargeld, enthüllte die JF im November 2024. Daraufhin startete die CSU eine Bundesratsinitiative, und die AfD machte das Thema Bezahlkarte zum Thema im Bayerischen Landtag.

Eineinhalb Jahre später schlug im April 2026 der von der JF aufgedeckte Skandal um linksextreme NGO-Mitarbeiter, die in einer sächsischen Schule Kindern pornographisches Material gezeigt und diese genötigt haben sollen, sich mit Pronomen vorzustellen, hohe Wellen. Daraufhin wurde der Fall Thema im Sächsischen Landtag und im Bundestag.

Ebenfalls im April 2026 deckte die JUNGE FREIHEIT Widersprüche in der Vita von Generationenforscher Rüdiger Maas auf – daraufhin folgten die Konsequenzen. Das ZDF strich den Forscher aus seiner Expertenliste, neue Recherchen warfen weitere Fragen zu Institut, Team und Studien auf. Inzwischen hatten auch die Zeit und die FAZ zentrale Teile der Recherche aufgenommen und weitere Ungereimtheiten offengelegt.

Parallel dazu wurde nach der JF-Recherche eine Strafanzeige gegen „Integrationsarbeit Kronsberg“ gestellt. Die massiven finanziellen Ungereimtheiten des SPD-nahen Vereins wurden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Anzeige gebracht.

Ein Bibliotheksverbund scheiterte gegen die JF vor Gericht

Auch an der Berliner Rudolf-Steiner-Schule hatte sich infolge eines Berichts der JUNGEN FREIHEIT Unruhe breitgemacht. Besorgte Eltern an einer Berliner Schule hatten schwere Vorwürfe erhoben: Eine Lehrerin soll felsenfest davon überzeugt sein, dass sich Kinder als Hundewelpen „identifizieren“ können. Die Eltern fragten kritisch nach. Dann warf die Schule die drei Kinder von Christoph Schröter aus der Schule. Die Geschäftsführung der Waldorfschule im Stadtteil Dahlem verschickte darauf einen Rundbrief an „Schüler*innen“, Eltern und „Kolleg*innen“, in dem sie versuchte, die JF-Berichterstattung zu diskreditieren.

In ihrem Rundschreiben schlug die Schule mit pauschalen Angriffen zurück. Es handle sich um „eine im Netz verbreitete Kampagne“, hieß es in dem zweiseitigen Dokument. Die JF benutze „den unter Rechtsradikalen üblichen Begriff einer angeblichen ‘Trans-Ideologie‘“. „Rechtsradikale Gesinnungen“ hätten offensichtlich Schwierigkeiten mit „Würde, Toleranz, Vielfalt und Demokratie“.

Jetzt unabhängigen Journalismus unterstützen: 40 Jahre Kampf für die Pressefreiheit

Im Mai 2026 hat dann das Verwaltungsgericht Göttingen die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) in einem Eilverfahren dazu verpflichtet, mehrere Presseanfragen der JUNGEN FREIHEIT zu beantworten. Hintergrund war die mutmaßlich politisch motivierte Kündigung eines Servicevertrags durch den GBV mit der in Berlin ansässigen Bibliothek des Konservatismus (BdK). Würde die Kündigung, gegen die sich die Bibliothek derzeit rechtlich wehrt, umgesetzt, könnten Tausende Bücher in den Suchmaschinen der Bibliotheken nicht mehr gefunden werden – darunter auch zahlreiche Werke, die nur in der BdK zu finden sind. Die konservative Bibliothek wäre damit faktisch stummgeschaltet.

Die JUNGE FREIHEIT wollte deswegen von der Verbundzentrale wissen, wie viele solcher Verträge es überhaupt gibt und wie oft es zu Kündigungen kam. Trotz mehrfacher Anfragen weigerte sich die Behörde bis zur Gerichtsentscheidung, der JF die erwünschten Angaben mitzuteilen.

Aus der JF-Ausgabe 24/26.

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