BERLIN. An der Berliner Rudolf Steiner Schule hat sich infolge eines Berichts der JUNGEN FREIHEIT Unruhe breitgemacht. Die Geschäftsführung der Waldorfschule im Stadtteil Dahlem verschickte am Donnerstag einen Rundbrief an „Schüler*innen“, Eltern und „Kolleg*innen“, in dem sie versucht, die JF-Berichterstattung zu diskreditieren. Das Schreiben liegt dieser Redaktion vor.
Die JF hatte in der vergangenen Woche in ihrer Printausgabe, online und mit einer Kurzdokumentation bei YouTube auf einen Vorfall an der Schule aufmerksam gemacht. Der Familienvater Christoph Schröter hatte berichtet, die Schulverträge seiner Kinder seien gekündigt worden, nachdem er und seine Frau transideologische Äußerungen einer Biologielehrerin konfrontiert hätten.
Schule warnt vor „Rechtsradikalen“
In ihrem Rundschreiben schlägt die Schule nun mit pauschalen Angriffen zurück. Es handle sich um „eine im Netz verbreitete Kampagne“, heißt es in dem zweiseitigen Dokument. Die JF benutze „den unter Rechtsradikalen üblichen Begriff einer angeblichen ‘Trans-Ideologie‘“. „Rechtsradikale Gesinnungen“ hätten offensichtlich Schwierigkeiten mit „Würde, Toleranz, Vielfalt und Demokratie“.
Über die JF heißt es weiter: „Politikwissenschaftler ordnen sie einem Grenzbereich zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus zu und bezeichnen sie als Sprachrohr der Neuen Rechten.“ Der Satz ist unverändert dem Wikipedia-Eintrag über die JUNGE FREIHEIT entnommen worden, ohne dies kenntlich zu machen.
Inhaltlich liefert das Schreiben keine neuen Erkenntnisse. Die JF hatte unter anderem berichtet, besagte Biologielehrerin habe gegenüber den Eltern geäußert, man müsse es auch „ernst nehmen“, wenn sich ein Kind „als Welpe“ identifiziere. Dazu wiederholt die Schule nun, die Äußerung sei „in dieser Verkürzung nicht gefallen“ und werde in der Berichterstattung „aus dem Gesprächszusammenhang herausgelöst wiedergegeben“.

„Unsere Bitte an Sie als Eltern…“
Genau dies hatte die Schule bereits im Vorfeld der Veröffentlichung auf JF-Nachfrage angegeben. Die JF legte diese Auffassung der Schule sowohl in ihrer Videodoku als auch im Artikel dar. Allerdings erläuterte die Schule nicht, wie genau das „Hundewelpen“-Beispiel dann gemeint gewesen sein soll. Auch in ihrem jetzigen Rundschreiben geht sie darauf nicht ein. Darin heißt es lediglich, das Beispiel diene „einer differenzierten argumentativen Erläuterung einer pädagogischen Frage“.
Die Schulleitung wendet sich dann noch mit eindringlichen Worten direkt an die Eltern: „Unsere Bitte an Sie als Eltern lautet: Informationen stets kritisch zu hinterfragen. Und sich deren Absender und politische Heimat klarzumachen.“ (ser)







