MAINZ. Nachdem ein ZDF-Sprecher den Skandal um Manipulationen im „Heute-Journal“ vom Sonntagabend zunächst herunterzuspielen versuchte, hat sich die Anstalt am Dienstag zu einem nie dagewesenen Schritt entschlossen. Es strahlte nach Hälfte der Sendung eine Richtigstellung und eine Bitte um Entschuldigung aus.
Bei dem Beitrag, „der handwerkliche Fehler enthielt, die wir an dieser Stelle richtigstellen wollen“, wie Nachrichtenchefin Anne Gellinek in der Sendung sagte, ging es um ICE-Einsätze gegen illegale Migranten in den USA. Diese würden, so hatte Moderatorin Dunja Hayali am Sonntag das Stück anmoderiert, „ein Klima der Angst“ erzeugen. Angefertigt hatte den Beitrag die Leiterin des ZDF-Korrespondentenbüros in New York, Nicola Albrecht.
„Dieser Beitrag entsprach nicht unseren hohen Standards.“ Stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Anne Gellinek bittet im Heutejournal für die Verbreitung von KI-Fakevideos um Entschuldigung. pic.twitter.com/IoQNFE6e6f
— Dieter Stein (@Dieter_Stein) February 17, 2026
Doch dieser belegte das angebliche „Klima der Angst“ mit einem durch die KI „Sora“ generierten Video von einer Frau und einem Kind bei einer nie stattgefundenen ICE-Festnahme. Außerdem wurde die angebliche ICE-Verhaftung eines Jungen gezeigt. Doch tatsächlich hatte das Kind, wie die JUNGE FREIHEIT enthüllt hatte, 2022 einen Amoklauf angekündigt und war deswegen von Polizisten in Arrest genommen worden. Die Szene spielte sich also auch noch unter US-Präsident Joe Biden und nicht wie berichtet unter dessen Nachfolger Donald Trump ab.
OERR-Blog deckte ZDF-Manipulation auf
Den Skandal hatte der OERR-Blog auf X enthüllt. Daraufhin hatten Medien wie die JF und Apollo News den Fall aufgegriffen und weiter recherchiert. Dadurch wurde der Druck offenbar so groß, daß das „Heute-Journal“ mit der Richtigstellung einen Befreiungsschlag versuchte. Zunächst hatte ein ZDF-Sprecher mitgeteilt, es reiche, daß der Fehler auf der Korrektur-Seite des Senders berichtigt werde.
Nach den einleitenden Worten Gellineks räumte das ZDF die Manipulationen dann in einem Bericht unumwunden ein. Es gab zu, ein „mit KI generiertes Video“ verwendet zu haben, das die Festnahme einer Mutter und ihr Kind zeigen sollte. „Das Benutzen solcher KI-Bilder widerspricht den KI-Regeln, die im ZDF Standard sind“, hieß es dazu.
„Heute-Journal“ bittet ausdrücklich um Entschuldigung
Auch die zweite Manipulation berichtigte das „Heute-Journal“ nun: „In einer zweiten Szene wurde ein Video eingeblendet, das nicht von einem ICE-Einsatz stammt, sondern einen Polizeieinsatz im Jahr 2022 zeigt. Das hat die Redaktion vor Ausstrahlung nicht rechtzeitig erkannt.“ Die Prüf- und Verifikationsverfahren des ZDF seien „in diesem Fall zu spät angewandt“ worden.

Nach dem Film-Beitrag ergänzte Gellinek noch, dies sei „ein Doppelfehler, den wir nun sorgfältig aufarbeiten und der besonders schmerzt, weil wir hier bei den ZDF-Nachrichten sehr viel Kraft investieren, um Ihnen geprüfte Informationen zu liefern. Das ist uns diesmal nicht gelungen. Dafür bitte ich Sie, unsere Zuschauer, als ZDF-Nachrichtenchefin ausdrücklich um Entschuldigung. Dieser Beitrag entsprach nicht unseren hohen Standards.“ (fh)





