MAINZ. Das ZDF hat dem US-Milliardär Elon Musk unterstellt, zu einem Bürgerkrieg in Nordirland aufzurufen. In der nordirischen Hauptstadt Belfast war es in den vergangenen Tagen zu Krawallen gekommen, nachdem der Sudanese Hadid Allodid den Schotten Stephen Ogilvie auf offener Straße fast enthauptet hatte und ein Video der Tat in den Sozialen Medien kursierte (JF berichtete). In der Sendung „ZDF heute live“ vom Freitagabend leitete die Moderatorin einen etwa 30minütigen Beitrag zu dem Thema ein und sagte dazu: „Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt. Das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist (gemeint ist der Migrationsgegner Tommy Robinson, Anm. d. Red.) und Tech-Milliardär Elon Musk.“
Laut dem ZDF hat Elon Musk dazu aufgerufen Migranten zu jagen. Gibt es zu dieser Behauptung eine seriöse Quelle, @ZDFheute? #OerrBlog pic.twitter.com/NQVgK5OY1w
— ÖRR Blog. (@OERRBlog) June 12, 2026
Anschließend fragt ein Beitrag, „welche Akteure“ ein Interesse daran hätten, „ein Gewaltverbrechen dafür zu nutzen, um zum Bürgerkrieg aufzurufen“. Als Beleg dafür, Musk und Robinson hätten zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen, zeigte die Sendung einen Beitrag Musks auf seiner Online-Plattform X, der einen Demonstrationsaufruf Robinsons bewarb und dazu schrieb: „Nur mit wiederholtem und lautem Protestieren haben wir eine Chance.“
ZDF räumt „missverständliche“ Formulierung ein
Robinson schrieb in seinem Demonstrationsaufruf, auf den Musk sich bezog: „Das gesamte Vereinigte Königreich geht heute Abend um 19 Uhr auf die Straßen nach einem weiteren Angriff der Eindringlinge auf unser Volk. Es ist Zeit.“ Dazu teilte er zwei Flyer mit Orten von Kundgebungen. Auf den Flyern stand ausdrücklich: „Friedlich. Respektvoll. Gemeinsam.“
Only by protesting REPEATEDLY and LOUDLY will there be any change!! https://t.co/73GDcLLFwv
— Elon Musk (@elonmusk) June 9, 2026
Auf Nachfrage der Nachrichtenplattform „Nius“ betonte ein Sprecher des ZDF, die Sendung habe „die Gemengelage der gewaltvoll eskalierten Proteste und der vorherigen Aufrufe zu Protesten auf X“ insgesamt „sehr umfassend und differenziert“ abgebildet. Jedoch räumte er ein: „Die gewählte Formulierung war aber unpräzise und dadurch missverständlich.“
In den vergangenen Tagen war es in Belfast infolge der Bluttat des Sudanesen Hadid Allodid zu schweren Unruhen gekommen, bei denen Vermummte tatsächlich Brandsätze auf von Migranten bewohnte Häuser und einen afrikanischen Supermarkt warfen (JF berichtete). (st)






