Medienkrise

Verkaufszahlen regionaler Tageszeitungen brechen weiter ein

BERLIN. Der Leserschwund bei den regionalen Tageszeitungen in Deutschland setzt sich fort. Auch im zweiten Quartal 2016 gingen nach Angaben des Branchendienstes Meedia die Absatzzahlen sowohl bei Abonnements als auch bei den Einzelverkäufen zurück, bei den meisten der 78 größten Titel um über drei Prozent.

Besonders hoch fielen die Verluste bei den regionalen Boulevardzeitungen aus. So gingen die Verkaufszahlen der Hamburger Morgenpost im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres um 12,1 Prozent zurück, der Kölner Express verlor im selben Zeitraum 11,9 Prozent, die tz in München 7,5 Prozent, die sächsische Morgenpost und die Berliner B.Z. jeweils 9,2 Prozent sowie der Berliner Kurier 9,4 Prozent.

Berliner Zeitungen verlieren dramatisch

In den östlichen Bundesländern konnten nur drei Blätter Rückgänge von weniger als vier Prozent verzeichnen (Ostsee-Zeitung, die Magdeburger Volksstimme und die sächsische Freie Presse). Dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt: Alle fünf Berliner Tageszeitungen büßten bei den Verkaufszahlen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr über 9 Prozent ein. Beim Tagesspiegel sind es 10,5 Prozent, bei der Berliner Zeitung sogar 12,5 Prozent.

Allein in Bayern und Baden-Württemberg haben einzelne Tageszeitungen weniger als zwei Prozent Rückgänge bei Abonnements und Einzelverkäufen zu verzeichnen (Donaukurier, Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, Schwäbische Zeitung). Die Passauer Neue Presse hat indes als einzige Regionalzeitung ein Auflagenplus (3,6 Prozent) zu verzeichnen. Dies ist laut Meedia allerdings allein der Übernahme des Reichenhaller Tagblatts sowie des Freilassinger Anzeigers zu verdanken. (vo)

Die meisten Zeitungen verlieren weiter an Auflage Foto: picture alliance/dpa

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