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AfD, 40 Jahre Junge Freiheit

JF-TV: Unangenehme Fragen an Dieter Stein, den Chef der JUNGEN FREIHEIT

JF-TV: Unangenehme Fragen an Dieter Stein, den Chef der JUNGEN FREIHEIT

JF-TV: Unangenehme Fragen an Dieter Stein, den Chef der JUNGEN FREIHEIT

Zu Beginn brannte sein Auto. Heute brennen vor allem viele Fragen. Auch die unangenehmsten beantwortet er ganz offen: Dieter Stein, Gründer und Chef der Jungen Freiheit im Interview. Foto: JF
Zu Beginn brannte sein Auto. Heute brennen vor allem viele Fragen. Auch die unangenehmsten beantwortet er ganz offen: Dieter Stein, Gründer und Chef der Jungen Freiheit im Interview. Foto: JF
Zu Beginn brannte sein Auto. Heute brennen vor allem viele Fragen. Auch die unangenehmsten beantwortet er ganz offen: Dieter Stein, Gründer und Chef der Jungen Freiheit im Interview. Foto: JF
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Unangenehme Fragen an Dieter Stein, den Chef der JUNGEN FREIHEIT

Zum 40. Jubiläum der JF stellt sich Gründer Dieter Stein dem härtesten Interview seiner Laufbahn: Die eigene Social-Media-Redaktion fragt nach AfD-Gerüchten, Verfassungsschutz, brennenden Autos, Familienfrieden und dem Weg von der Schülerzeitung zur erfolgreichen Wochenzeitung.
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BERLIN. Gründer und Chefredakteur Dieter Stein hat sich zum 40jährigen Bestehen der JUNGEN FREIHEIT den wohl gefährlichsten Fragen seiner Laufbahn gestellt: denen der eigenen Social-Media-Redaktion. Die hatte sich vorgenommen, nicht nur höflich zum Jubiläum zu gratulieren, sondern auch jene Punkte anzusprechen, über die sonst gern getuschelt wird.

Verfassungsschutz, AfD, Familie, Bundeswehr, rechte Grabenkämpfe und die Frage, ob das JF-Gehalt eigentlich wirklich aus Parteikassen kommt.

Anlass für das Gespräch ist das Jubiläum der Zeitung, deren erste Ausgabe 1986 noch im Kleinformat erschien. Stein war damals 18 Jahre alt, die Auflage lag bei 400 Exemplaren. Die Hefte transportierte er nach eigenen Angaben in einem Pappkarton auf dem Fahrrad nach Hause. Geld verdiente damals niemand. Im Gegenteil: „Alle, die damals mitgemacht haben, haben einen Druckkostenzuschuss bezahlt“, erinnert sich Stein im Gespräch.

„Manche Leser hätten sogar geglaubt, sie würden abgehört, wenn sie die Zeitung lesen“ – Dieter Stein

Aus dem Schüler und Hobbyzeitungsmacher wurde später der Gründer einer Wochenzeitung, die sich gegen die linke Dominanz in Medien und Hochschulen stellte. Stein beschreibt im Interview, wie die JF aus Freiburg nach Berlin ging, bevor der politische Umzug der Hauptstadt überhaupt abgeschlossen war. Die Folge: massiver Druck von links. Bereits 1993 habe es eine Demonstration mit etwa 2.000 Teilnehmern gegen die JF gegeben. Später folgten Angriffe auf die Druckerei, ein Brandanschlag mit 1,5 Millionen D-Mark Schaden und brennende Autos. Man kann sagen: Die Willkommenskultur der Berliner Linken fiel damals eher rustikal aus.

Der JF-Gründer erinnert sich an eine Nacht im Frühjahr 1995, als vor der Redaktion sein Auto brannte. Damals habe er noch im Büro geschlafen. „Wenn Sie nachts wach vom Blaulicht werden und gucken raus und draußen wurde gerade das brennende Auto gelöscht“, sagt Stein. In solchen Momenten frage man sich schon: „Was kommt als nächstes?“

Ein weiteres Thema ist die frühere Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Stein schildert, welche Wirkung der staatliche Verdacht auf Politiker, Anzeigenkunden und Leser hatte. Wer der JF ein Interview gab, habe sich anschließend oft rechtfertigen müssen. Manche Leser hätten sogar geglaubt, sie würden abgehört, wenn sie die Zeitung lesen. Die spätere Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2005 wertet Stein als rechtsgeschichtlich bedeutend, weil sie klargestellt habe, dass Verfassungsschutzberichte in Grundrechte eingreifen können.

Auch unangenehme Gegenwartsfragen bleiben nicht aus. Nach Kritik an einem früheren Interview wird Stein auf seine Aussage angesprochen, er befürworte den möglichen Bundeswehrdienst seines Sohnes. Er erklärt, es gehe ihm um eine Grundsatzfrage: Zu einer Nation gehöre auch die Bereitschaft, sie im Ernstfall zu verteidigen. Zugleich betont er, dies sei die Entscheidung seines Sohnes. Der habe die Debatte nach Steins Darstellung gelassen genommen und sich eher darüber beschwert, dass der Vater nicht klar genug gesagt habe, dass er tatsächlich zur Bundeswehr wolle. Familienkrise also abgesagt.

Das ganze Interview im Video

Launig wird es auch beim Gerücht, die JF werde von der AfD bezahlt. Stein weist das zurück und erklärt, die Zeitung finanziere sich zu etwa 80 Prozent aus Vertriebserlösen. Anzeigen machten nur zwei bis drei Prozent des Umsatzes aus. Darunter seien zwar auch AfD-Anzeigen, doch über das Schicksal der JF entscheide das nicht. Auf die Gegenfrage, ob er selbst die AfD finanziert habe, räumt Stein ein, in der Anfangszeit der Partei für kurze Zeit als Förderer geführt worden zu sein. Er sei aber ausgetreten, als dies wie eine Mitgliedschaft behandelt worden sei. „Ich möchte Journalismus machen“, sagt Stein.

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Im Gespräch geht es auch um Steins politisches Selbstverständnis. Er bezeichnet sich als konservativ, nennt als Stichworte Familie, Glaube und Nation und lehnt den Begriff „Neue Rechte“ für sich ab. Dieser werde vor allem von linker Politikwissenschaft und vom Verfassungsschutz verwendet, um Menschen in einen Übergangsbereich zum Rechtsextremismus einzuordnen.

Das ganze Gespräch zeigt Stein nicht nur als Gründer und Herausgeber, sondern auch als Familienvater, früheren Schülerzeitungsmacher, früheren CDU-Jugendlichen, späteren Abweichler und hartnäckigen Zeitungsmann. Oder, wie es im Gespräch selbst heißt: Zum Jubiläum sollte einmal „aufgeräumt“ werden. Nach 40 Jahren JF ist dafür offenbar noch immer genug Material vorhanden. (rr)

Zu Beginn brannte sein Auto. Heute brennen vor allem viele Fragen. Auch die unangenehmsten beantwortet er ganz offen: Dieter Stein, Gründer und Chef der Jungen Freiheit im Interview. Foto: JF
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