Es gab mal einen Friedrich, der war wirklich ein Großer. Er sah eine Menschenmenge an einer Berliner Hausecke. Alle starrten auf eine Schmähschrift gegen ihn. Souverän befahl der Alte Fritz: „Hängt es niedriger, damit die Leute es bequemer lesen können.“
Kläglich kleinkariert dagegen heutige Machthaber. Wo wahre Größe fehlt, muss man die Kleinen treten. Ob Habeck, Söder, jene Dame mit dem Vierfach-Namen oder unser Fritz aus dem Sauerland (JF berichtete). Statt Leistung lieber ein lukratives Geschäftsmodell: Start-ups durchforsten das Internet nach Beleidigungen, die die Beleidigten oft gar nicht kennen. Schmerzensgeld, aber sofort! Damit kann man gut Kasse machen.
Merz täte mehr Selbstbewusstsein gut
Für „Schwachkopf“ gibt’s ’ne Hausdurchsuchung durch Söders Bamberger Staatsanwaltschaft. „Lackaffe“ dagegen kostet nur schlappe 100 Euro, „Pinocchio“ ist sogar straffrei, so gerade dieselben Heilbronner Richter. Loriot lässt grüßen.
Auf über 5.000 Strafanzeigen bringt es jener Pinocchio inzwischen. So bewahrt er wenigstens Anwälte vor der Pleite und sorgt in Gerichten für Vollbeschäftigung. „Kein Kanzler hat soviel ertragen müssen wie ich“, jammert er (JF berichtete). Was ist mit Kohl? Der war souverän. Der ging höchstens mal dazwischen, wenn Eier flogen.
10.05.1991
Der Unterschied: Kohl hatte Eier.#Bauernprotest #Habeck pic.twitter.com/GpFlXzZwhe— TheRealTom™ – Trusted Flagger (@tomdabassman) January 5, 2024
Da hätte unser Kanzler Fritze wohl Angst um seinen feinen Zwirn. Was waren das noch für Zeiten, als Regierende Format, dickes Fell und Selbstbewusstsein hatten.
Peter Hahne war Vizechefredakteur des ZDF-Berlin-Studios und moderierte die „heute“-Nachrichten.





