Kameras
Kameras: Apell gegen Überwachungsstaat Foto: rg

NSA-Affäre
 

Appell wider den Überwachungsstaat

FRANKFURT. 560 internationale Schriftsteller haben gegen den ihrer Meinung nach freiheitsfeindlichen Überwachungsstaat protestiert. In einem Appell fordern sie Staaten und auch Konzerne auf, daß Ausspähen und Speichern personenbezogener Daten zu unterlassen. Zu den Erstunterzeichnern gehören so unterschiedliche Autoren wie Umberto Ecco („Der Name der Rose“), der Literaturnobelpreisträger Günther Graß oder die Publizistin Juli Zeh, die sich in ihren Schriftenfür Bürgerrechte einsetzt.

Pro-Edward-Snowden-Demo in Berlin (Juli 2013) (Fotos (2): rg
Pro-Edward-Snowden-Demo in Berlin (Juli 2013) (Fotos (2): rg

In dem Aufruf heißt es, die Würde des Menschen gehe über seine Körpergröße hinaus. Unter weiter: „Alle Menschen haben das Recht, in ihren Gedanken und Privaträumen, in ihren Briefen und Gesprächen frei und unbeobachtet zu bleiben.“ Dieses Menschenrecht sei null und nichtig. Die Überwachung mache unfrei. Die Bürger werden daher aufgefordert, ihre Rechte zu verteidigen.

Zeitgleich wurde bekannt, daß auch Nutzer von Computerspielen durch amerikanische Behörden ausgespäht worden sind: NSA, CIA und der britische Dienst GCHQ haben Agenten verdeckt bei Online-Rollenspielen wie „World of Warcraft“ oder „Second Life“ mitspielen lassen. Zudem hätten sich Geheimdienste Zugang zur Microsoftkonsole X-Box mit 50 Millionen Nutzern verschafft. Es habe sogar eine extra Koordinierungsstelle gegeben, um die Arbeit der Agenten zu lenken. Das berichtete der Guardian am Montag unter Berufung auf Unterlagen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden. (rg)

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