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Eine Berührung mit Folgen: Eins ist sicher: Die Brandmauer wird fallen!

Eine Berührung mit Folgen: Eins ist sicher: Die Brandmauer wird fallen!

Eine Berührung mit Folgen: Eins ist sicher: Die Brandmauer wird fallen!

AfD-Spitzenkandidat zur Wahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund (l.) und CDU-Fraktionschef Guido Heuer: Es ist kompliziert. (Themenbild/Collage)
AfD-Spitzenkandidat zur Wahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund (l.) und CDU-Fraktionschef Guido Heuer: Es ist kompliziert. (Themenbild/Collage)
AfD-Spitzenkandidat zur Wahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund (l.) und CDU-Fraktionschef Guido Heuer: Es ist kompliziert. Foto: IMAGO / Christian Schroedter
Eine Berührung mit Folgen
 

Eins ist sicher: Die Brandmauer wird fallen!

Ein Schultergriff, ein Lächeln, ein gemeinsamer Moment – und schon gerät die CDU in Panik. Das „Kuschel-Foto“ von Guido Heuer und Ulrich Siegmund zeigt: Die Brandmauer bröckelt längst. Ein Kommentar von JF-Chefredakteur Dieter Stein.
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Die Spatzen pfeifen es in Berlin längst von den Dächern: Die Brandmauer wackelt nicht nur, ihr Einsturz ist programmiert. Die Gegenrezepte der etablierten Parteien, vorneweg der Union, sind erschöpft. Die Blauen zu Braunen zu erklären, sie als „Nazi-Partei“ (Hendrik Wüst) zu bannen – der Effekt verpufft. Wie einst bei den Republikanern die Schlinge des Verfassungsschutzes um den Hals legen und den Konkurrenten langsam erdrosseln – läuft ebenfalls weitgehend ins Leere. Eine aktuelle Umfrage zeigt die AfD mit 29 Prozent als stärkste deutsche Partei bereits neun (!) Prozentpunkte vor der Union (20 Prozent).

In Sachsen-Anhalt ist eine absolute Mehrheit der Sitze für die AfD bei den Landtagswahlen am 6. September greifbar. In dieser Atmosphäre entstand vergangenen Donnerstag in Halberstadt bei einer Podiumsdiskussion ein Foto, das die Berliner Politblase erschüttert: Guido Heuer, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, legt Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat, die Hand auf die Schulter, greift mit der anderen zu dessen Mikrofon und spricht. Heuer lächelt, Siegmund lacht. Eine entspannt-gelöste Atmosphäre.

Warum die Aufregung über das „Kuschel-Foto“ (Bild), die „Kumpelei“ (Focus), die sich zu einem „gewaltigen Problem“ (Spiegel) für die CDU entwickelt? Weil hier offenbar die über eine Partei, ihre Politiker und Sympathisanten verhängte Quarantäne symbolisch durchbrochen wurde.

Es ist kläglich, wie sich die CDU für eine menschliche Geste rechtfertigt und entschuldigt

Die AfD – das sind doch die Unberührbaren! „Solche Fotos dürfen gar nicht erst entstehen“, mahnt die Landesfraktionschefin der Linken, Eva von Angern: „Die Hand eines Demokraten hat nichts auf der Schulter eines AfD-Mannes zu suchen!“ Die Grünen sprechen warnend von einem „Menetekel“, es sei „keine Distanz mehr erkennbar“, so klagt Grünen-Chef Felix Banaszak.

In einem Podcast kam der ZDF-Moderator Markus Lanz vor ein paar Tagen auf die demonstrative Ächtung von AfD-Politikern zu sprechen. Es irritiere ihn zunehmend, dass andere Politiker „stolz darauf sind“, Abgeordnete der AfD weder zu grüßen noch ihnen die Hand zu geben: „Und wenn Sie mit ihnen im Fahrstuhl stehen, dann schauen sie sie einfach nicht an. Und ich denke dann immer, so können wir nicht miteinander umgehen!“

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Siegmund und Heuer sind sich auf einer Podiumsdiskussion wegen eines nicht funktionierenden Mikrofons nahe gekommen. Sie haben sich menschlich verhalten. Kläglich ist allein, dass die CDU im Anschluss glaubte, sich dafür rechtfertigen und entschuldigen zu müssen. Ich bin mir sicher: Das ist bald Geschichte.

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Aus der JF-Ausgabe 26/26.

AfD-Spitzenkandidat zur Wahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund (l.) und CDU-Fraktionschef Guido Heuer: Es ist kompliziert. Foto: IMAGO / Christian Schroedter
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