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Leihmutterschaft-Affäre: Kinder haben Recht auf ihre Mutter

Leihmutterschaft-Affäre: Kinder haben Recht auf ihre Mutter

Leihmutterschaft-Affäre: Kinder haben Recht auf ihre Mutter

Eine schwangere Mutter hält mehrere Geldscheine in der Hand (Symbolbild): Bei der Leihmutterschaft werden Kinder zur Ware. (Themenbild/collage)
Eine schwangere Mutter hält mehrere Geldscheine in der Hand (Symbolbild): Bei der Leihmutterschaft werden Kinder zur Ware. (Themenbild/collage)
Eine schwangere Mutter hält mehrere Geldscheine in der Hand (Symbolbild): Durch die Leihmutterschaft werden Kinder zur Ware. Foto: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose
Leihmutterschaft-Affäre
 

Kinder haben Recht auf ihre Mutter

Mit dem Rücktritt von Jens Spahn als Chef der Unionsfraktion nimmt die Debatte um „Leihmütter“ erst richtig Fahrt auf. Was dabei vergessen wird: Kinder sind Menschen mit Bedürfnissen, keine Produkte. Ein Kommentar von Birgit Kelle.
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Nach erfolgreicher Schlacht um die „Ehe für alle“ ist der Krieg um „Kinder für alle“ eröffnet. Hat nicht jeder das Recht auf Reproduktion? Wieso sollte der Staat jenen Menschen, die sich nicht fortpflanzen können, die Freiheit des Kinderkriegens verweigern? Fragt man aktuell die verhinderte Verfassungsrichterin Frauke Brosius-Gersdorf, attestiert sie den Gegnern der Leihmutterschaft gar ein Menschenbild, das nicht dem Grundgesetz entspräche, denn es gäbe „keine sachliche Rechtfertigung“ für ein Verbot.

Oha! Der Lebensschützer als Verfassungsfeind. Die Debatte rund um den CDU-Mann Jens Spahn, der das deutsche Leihmutterschafts-Verbot umging und diese Dienste im Ausland in Anspruch nahm, verschiebt sich nach Tagen hitziger Auseinandersetzungen auf neue Pfade.

Der Fall Spahn zeigt, wie normal Doppelmoral ist

Manche in der CDU hoffen, das Thema sei nun durch, jetzt da Spahn zum Rücktritt vom Amt des Fraktionsführers im Bundestag gedrängt wurde. Das mag parteiintern ein richtiger Schritt gewesen sein, wenn man verschweigt, dass man bewusst gegen Parteitagsbeschlüsse verstößt. Es heilt aber nicht Spahns krudes Amtsverständnis als Parlamentarier, Volksvertreter und damit Mitglied der Legislative.

Wieso behält Spahn sein Mandat? Warum hat sein CDU-Kollege Hendrik Streeck seines noch, obwohl er erst vor Monaten dasselbe tat? Wann genau wurde es in Deutschland normal, dass Parlamentarier zwar Gesetze verabschieden, sie dann aber mit Ansage umgehen und sich dafür im Boulevard feiern lassen, anstatt den Anstand aufzubringen, ihre Ämter niederzulegen nach dem Kauf eines Kindes im Ausland?

Kinder sind Menschen, keine Dinge

Apropos Kinderkauf: Kann man ein Kind verschenken? Manche liebäugeln mit einer „altruistischen“ Variante der Leihmutterschaft, um die Anmutung eines Handelsgeschäftes aus der gedanklichen Reichweite zu schaffen. Wäre die Sache denn ethisch in Ordnung, wenn alle Erwachsenen sich einig sind und die Frau freiwillig und aus lauter Herzensgüte mitmacht? Wenn kein Geld fließt, sei es ja kein Menschenhandel mehr, so die Argumentationslinie.

Und während sich nun eine ganze Nation über schwule Väter echauffiert, Homophobie-Vorwürfe getauscht und Posten in der CDU-Fraktion neu besetzt werden, schreit irgendwo auf der Welt ein Neugeborenes sich die Seele aus dem Leib, weil man es noch im Kreißsaal seiner Mutter entrissen hat, um es fremden Menschen zu überreichen, die es nun gefälligst lieben soll, schließlich war es ganz schön teuer in der Anschaffung.

Kinder sind Menschen, keine Dinge, die man kauft oder verschenkt wie ein Buch. Sie haben ein Recht auf ihre Mutter, in deren Bauch sie neun Monate wuchsen. Hätte Jens Spahn sich einen Erwachsenen gekauft, wäre ganz Deutschland entsetzt und die Sache klar. Wieso sind Entsetzen und Klarheit geringer, nur weil wir über kleine Menschen reden?

Aus der JF-Ausgabe 31-32/26.

Eine schwangere Mutter hält mehrere Geldscheine in der Hand (Symbolbild): Durch die Leihmutterschaft werden Kinder zur Ware. Foto: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose
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