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Streit um Leihmutterschaft: Spahn-Rücktritt: Brosius-Gersdorf geht auf CDU los und CDU auf sie

Streit um Leihmutterschaft: Spahn-Rücktritt: Brosius-Gersdorf geht auf CDU los und CDU auf sie

Streit um Leihmutterschaft: Spahn-Rücktritt: Brosius-Gersdorf geht auf CDU los und CDU auf sie

Spricht sich für die Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland aus: Frauke Brosius-Gersdorf. Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON
Spricht sich für die Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland aus: Frauke Brosius-Gersdorf. Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON
Spricht sich für die Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland aus: Frauke Brosius-Gersdorf. Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON
Streit um Leihmutterschaft
 

Spahn-Rücktritt: Brosius-Gersdorf geht auf CDU los und CDU auf sie

Nach Jens Spahns Rücktritt greift Frauke Brosius-Gersdorf die Union frontal an. Das Leihmutter-Verbot sei paternalistisch, die CDU-Position entspreche nicht dem Grundgesetz. In der Partei sorgt das für scharfe Kritik.
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BERLIN. Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf hat nach dem Rücktritt von Jens Spahn (die JF berichtete) die Haltung der Union zur Leihmutterschaft scharf kritisiert. In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit sprach sich die gescheiterte SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht für eine Legalisierung in Deutschland aus.

Das geltende Verbot sei „paternalistisch und mit dem Menschenbild des Grundgesetzes nicht vereinbar“, wenn Frauen sich freiwillig entschieden, Leihmutter zu sein, sagte Brosius-Gersdorf.

Man dürfe Frauen und damit auch Leihmütter „nicht gegen ihren erklärten Willen vor sich selbst schützen“. Der Staat müsse zwar sicherstellen, dass Frauen über medizinische und psychosoziale Risiken aufgeklärt würden. Entscheide sich eine Frau danach freiwillig für eine Leihmutterschaft, dürfe der Gesetzgeber ihr dies aber nicht untersagen. Zur Begründung verwies Brosius-Gersdorf auf das Recht auf selbstbestimmtes Sterben sowie auf Rauchen, Alkoholtrinken und Hochrisikosport.

Brosius-Gersdorf attackiert Union 

Besonders deutlich griff Brosius-Gersdorf CDU und CSU an. „Die Position der Union zur Leihmutterschaft ist von einem Menschenbild geprägt, das nicht dem Grundgesetz entspricht“, sagte sie. Die Union wolle einen „paternalistischen Staat, der am besten weiß, was für Frauen und auch für potentielle Leihmütter gut ist“.

Spahn hatte mit seinem Ehemann Daniel Funke in den USA eine Leihmutter in Anspruch genommen. In Deutschland sind die Vermittlung von Leihmutterschaften und die ärztliche Mitwirkung daran verboten. Die Union lehnt die Praxis bisher auch in altruistischen Modellen ab – also, wenn die Leihmutter kein Geld für ihre Dienstleistung nimmt.

Dass Spahn sich nach der Geburt seines Sohnes nicht öffentlich von dieser Linie distanziert habe, nannte Brosius-Gersdorf „doppelbödig und politisch unglaubwürdig“. Sein Rücktritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei deshalb „konsequent“.

Laschet spricht von „plumper“ Antwort

Armin Laschet reagierte scharf auf das Interview. Der frühere CDU-Chef, Kanzlerkandidat der Union und heutige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag schrieb, es gebe parteiübergreifend differenzierte Stellungnahmen zur „Miet-Mutterschaft“. Dann setzte er nach: „Etwas Plumperes als diese Antwort von Frau Brosius-Gersdorf habe ich noch nicht gelesen.“

Laschet zog auch die Verbindung zur gescheiterten Richterwahl. „Ein Segen, dass sie nicht im höchsten deutschen Gericht sitzt, das über die Werteordnung der Verfassung wacht“, schrieb der CDU-Politiker.

Brosius-Gersdorf war im vergangenen Jahr als Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht gescheitert. Über einen Nachfolger für Jens Spahn an der Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion soll am 29. Juli entschieden werden. (rr)

Spricht sich für die Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland aus: Frauke Brosius-Gersdorf. Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON
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