Eigentlich sollte mit dem „Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung“ (Motra) der Frage nachgegangen werden, wie „Früherkennung, Prävention und Bekämpfung von islamistischem Extremismus und Terrorismus“ in Deutschland gelingen kann. Seit 2019 gibt es das vom Bundeskriminalamt unterstützte Forschungsprojekt bereits. Doch nun, ein paar Jahre und etliche islamistische Terroranschläge in der Bundesrepublik später, widmen sich die Wissenschaftler auch ganz anderen Fragen.
Zum Beispiel, wie gefährlich das Lesen von Medien wie der JUNGEN FREIHEIT oder Tichys Einblick eigentlich ist. Oder genauer: wie gefährlich die Leser dieser Medien sind. „Politische Alternativmedien dürfen in ihrer Bedeutung im Kontext politischer Radikalisierung nicht unterschätzt werden“, heißt es unmissverständlich in der konsequent durchgegenderten „Untersuchung“. Allein das Lesen von konservativen Zeitungen und Medien ist in dieser Lesart bereits ein Indiz dafür, eine Gefahr für diesen Staat zu sein.
Projekt des Bundeskriminalamts
Koordiniert wird das Projekt von niemand geringerem als dem Bundeskriminalamt (BKA). Also einer der wichtigsten Terror- und Kriminalitätsbekämpfungsbehörden Deutschlands. Mit an Bord sind unter anderem auch die Kriminologische Zentralstelle aus Wiesbaden und eine Reihe von Universitäten. Gefördert wird das ganze gleich von einer Reihe von Bundesministerien. Das Forschungsministerium ist dabei, das Bundesinnenministerium und das Familienministerium. Und die drei Ministerien lassen sich die Stigmatisierung der JUNGEN FREIHEIT eine Menge kosten.
Wie die JF erfuhr, erhielt Motra allein im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Euro. Seit 2020 summieren sich die Steuerzuschüsse aus dem Bundeshaushalt auf 16,3 Millionen Euro, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Reichardt schreibt. Förderzusagen gibt es bereits bis zum Jahr 2028. Und auch dann soll noch nicht Schluss sein. „Eine Verstetigung über das Jahr 2028 hinaus wird angestrebt“, schreibt das Bundeskriminalamt.
Linke Migrationsapologeten geben den Ton an
Welche Schlagrichtung das Projekt mittlerweile eingenommen hat, zeigt sich auch am Beirat. Ganz vorne mit dabei ist die Direktorin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung, Naika Foroutan.
Die 54jährige und viele ihrer Mitarbeiter am Institut nehmen in der Öffentlichkeit eine Art Aktivistenrolle ein, um den „strukturellen Rassismus“ in der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu bekämpfen. Als Anhänger der „Critical Race Theory“ verorten sie Rassismus nicht (nur) individuell, also von Mensch zu Mensch, sondern beschreiben ihn als „Dominanzstruktur“, die als System „sowohl intentional als auch nicht-intentional auf einer institutionellen und strukturellen Ebene über Generationen wirkt, Personen oder Gruppen benachteiligt und sie aus zentralen gesellschaftlichen Prozessen ausschließt“, wie Foroutan es in einem Aufsatz für die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte formulierte.
Deutschland soll um „Kulturfremde“ betteln
2022 verfasste Foroutan einen Artikel mit der Überschrift „Migrantisches Gold“ für die taz. Darin heißt es: „Unvergessen bleiben zugleich die Polemik und die moralische Panik, als innerhalb eines Jahres plötzlich 800.000 Flüchtlinge zu uns kamen. 2015 war das“. Und sie ist sich sicher: „Wir werden erleben, dass dieses Land bald um diese ‘Kulturfremden’ betteln muss.“
Warum Foroutan überhaupt in dem Beirat eines Projekts sitzt, das sich ursprünglich um den zunehmenden Islamismus in Deutschland kümmert, bleibt ein Rätsel. Ihr Fachgebiet ist nämlich vor allem die Untersuchung angeblicher „antimuslimischer Einstellungen in Deutschland“. Wenig verwunderlich, dass Foroutans Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung auch keinen Islamismusmonitor betreibt, sondern einen „Rassismusmonitor“.
Rechtsextrem ist, wer den Islam kritisert
Die Handschrift der Migrationsapologetin findet sich auch in der Motra-Studie selbst. Als rechtsextrem gilt man bereits, sobald man dem Statement „Wenn wir nicht aufpassen, wird Deutschland ein islamisches Land“ zustimmt – Töne, die man selbst noch aus Teilen der Unionsparteien hört. „Chauvinist“ ist man, wenn man der Meinung ist, dass wir „endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben“ sollten. Insgesamt lag der Anteil der Befragten, die solche angeblich rechtsextremen Positionen befürworten, im Jahr 2025 bei 29,6 Prozent – ein Plus von knapp acht Prozentpunkten gegenüber 2021.
Und wie gewünscht, fiel auch das erste Medienecho über die Untersuchung aus. „Immer mehr Menschen in Deutschland sind rechtsextremen Ideologien gegenüber aufgeschlossen“, leitete die Tagesschau ihren Artikel ein. Weiter schreibt das Leitmedium: „Deutliche Zunahmen gab es laut Studie auch bei Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit. Die zunehmende gesellschaftliche Radikalisierung geht laut Studie mit einer deutlichen Zunahme der politisch motivierten Kriminalität einher.“
Vom Islamismus, der in der Studie auch untersucht wurde, war gar keine Rede. Auch nicht davon, dass rund 45 Prozent der Moslems in Deutschland unter 40 latent oder manifest islamismusaffin sind. Als andere Medien das aufgriffen, ruderten die „Motra“-Forscher sofort zurück und versuchten zu beschwichtigen: „Die Mehrheit der Muslim:innen ist nicht islamismusaffin“, heißt es in einer langen Abhandlung der Motra-Wissenschaftler.

Lieber nimmt man die JUNGE FREIHEIT ins Visier.








