BERLIN. Der finanzpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Kay Gottschalk, hat Wärmepumpen als Heizquelle gelobt. „Günstiger als mit einer Wärmepumpe lässt sich ein Haus nicht heizen“, schwärmte er gegenüber der Wochenzeitung Das Parlament, die vom Bundestag herausgegeben wird.
Er besitze selbst eine Wärmepumpe, betonte der Vize-Chef der AfD, ebenso wie eine Photovoltaik-Anlage und ein E-Auto, von dem er „wirklich begeistert“ sei. „Es stimmt auch nicht, dass eine Wärmepumpe nur mit einer Fußbodenheizung funktioniert“, schob Gottschalk noch hinterher.
Laut ihrem Parteiprogramm betrachtet die AfD die Nutzung von Wärmepumpen als ineffizient und demnach kritisch. Gegen eine eventuelle Pflicht, auf diese Heizmethode zurückzugreifen, stellt sie sich explizit.
Gottschalk: „Mehrheit der AfD lehnt Dexit ab“
Auch hinsichtlich anderer Entscheidungen weichen seine Vorstellungen offenbar von der Parteilinie ab. So positionierte er sich etwa gegen einen EU-Austritt Deutschlands – und behauptete, dass mittlerweile eine Mehrheit in der Partei den 2022 bei einem Parteitag beschlossenen „Dexit“ ablehne. Stattdessen brauche es einen „Bund souveräner Völker“, der sich zwischen den Machtblöcken USA, China und Russland behaupten könne.

Die aktuellen Rentenversprechungen der AfD betrachtet er als unrealistisch. Derzeit sehe das Parteiprogramm zwar noch vor, „dass wir das deutsche Rentenniveau an das österreichische angleichen wollen, das bei 70 Prozent liegt, aber auch wir müssen uns hier ehrlich machen“, warnte er. Man müsse „stärker auf Eigenvorsorge und Kapitaldeckung setzen. Denkbar ist, einen Teil des Kindergelds in einen Staatsfonds einzuzahlen, der das Geld am Kapitalmarkt anlegt, als ersten Baustein einer kapitalgedeckten Säule“. Auch die Einnahmen einer möglichen Autobahnmaut, schlägt er vor, könnten in solche Rentenfonds fließen.
Längere Arbeitszeiten, so wie sie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordert, lehne er ab. „Wer mit 16 oder 18 Jahren eine Lehre angefangen und dann bis 65 durchgearbeitet hat, also mehr als 45 Beitragsjahre aufweist, sollte weiterhin abschlagsfrei in Rente gehen können“, betonte Gottschalk. Lediglich bei Personen, die überdurchschnittlich lange studierten, sei ein späterer Renteneintritt sinnvoll. (lb)





