TRIER. Erneut ist eine Studentin der Universität Trier getötet worden. Am Sonntag wurde eine 29jährige Frau tot in ihrer Wohnung gefunden, die Verletzungen deuten laut Polizei auf ein Tötungsdelikt hin, einen Tatverdächtigen gibt es bislang nicht. Die Ermittlungen laufen, weitere Details sind nicht bekannt. Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sagte, „diese Taten treffen uns in Trier mit voller Wucht und erschüttern die ganze Stadt“. Die Gewalt mache „fassungslos, traurig und auch wütend“.
Erst in der vergangenen Woche hatte ein 22jähriger Afghane einen Studenten der Trierer Universität in der Nähe des Hochschulgeländes erstochen (JF berichtete). Das Opfer, der ebenfalls 22jährige Deutsche Marius Dick, war von dem Migranten nach dem Einkaufen in einem Supermarkt mit einem Küchenmesser angegriffen worden und kurz darauf im Krankenhaus verstorben. Er und der Täter kannten sich nicht.
Universität Trier bekundet Anteilnahme
Der mutmaßliche Täter, Sajad M., reiste im November 2015 nach Deutschland ein, sein Asylantrag wurde 2017 abgelehnt. Dennoch besaß er einen gültigen Aufenthaltstitel, der zuletzt im April dieses Jahres verlängert wurde. Zuständig für ihn war zuerst die Ausländerbehörde Birkenfeld, ab 2022 die Ausländerbehörde Trier. Beide begründeten diese Entscheidung mit der Menschenrechtslage in Afghanistan.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte bereits mit Blick auf die erste Ermordung eines Trierer Studenten betont, „Abschiebungen auch in diese Länder wie Afghanistan weiter zu forcieren“. Die Gesellschaft habe ein Anrecht darauf, dass ausländische Straftäter konsequent ausgewiesen werden. In Deutschland leben derzeit etwa 11.500 ausreisepflichtige Afghanen, von denen fast alle (9.602) eine Duldung haben, also deren Abschiebung ausgesetzt ist, wie eine Sprecherin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge Anfang Juli dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ mitteilte.

Die Universität Trier zeigte sich über den erneuten Mordfall „erfüllt mit tiefer Trauer und großer Fassungslosigkeit“, wie es auf deren Internetseite heißt. Es werde am Donnerstag eine Gedenkveranstaltung in der Campus-Kapelle geben. „Gerade jetzt ist es wichtig, füreinander da zu sein und aufeinander Acht zu geben.“ (st)





