ROM. Der Vatikan hat seine ablehnende Haltung zu den Segnungen homosexueller Paare durch die katholischen Bischöfe in Deutschland bekräftigt. „Man entscheidet sich damit faktisch, den Status solcher Paare zu legitimieren, was im Widerspruch zu den Aussagen der Erklärung ‘Fiducia supplicans’ steht“, heißt es in einem Brief der vatikanischen Glaubensbehörde aus dem Jahr 2024 an das Bistum Trier, der am Montag veröffentlicht wurde.
Anlass war die Verabschiedung der entsprechenden Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ durch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK). Konkret verwies der Vatikan auf Stellen in „Fiducia supplicans“, wonach die Kirche nicht befugt sei, einen liturgischen Segen zu erteilen, wenn dieser „eine Form der sittlichen Legitimität“ jenseits der kirchlichen Ehe verleihen könnte. Man solle nur jene Personen segnen, die „das eigene Leben für Gott“ öffnen wollen, „um seine Hilfe für ein besseres Leben zu erbitten“. Eine Art „Liturgie oder Paraliturgie“ dürfe hingegen nicht vorgeschrieben werden.
Ende April hatte der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, Segnungsfeiern für homosexuelle Paare gemäß der Handreichung angeordnet (JF berichtete). Auch Geschiedene, die standesamtlich neu heiraten wollen, sollen nun Anspruch auf eine Segnung haben. Seelsorger, die den Segensfeiern für Schwule, Lesben und Geschiedene nicht vorstehen wollen, sollen die Interessenten an den Dekan oder andere Seelsorger verweisen. Zudem will Marx ab kommendem Juni allen Hauptamtlichen in der Seelsorge Fortbildungen durch die für sogenannte „Queerseelsorge“ zuständigen Ansprechpersonen zur Gestaltung solcher Segnungen anbieten.
Katholische Kirche ruft Homosexuelle zur Enthaltsamkeit auf
Das gemeinsame Papier der DBK und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken galt bisher lediglich als eine Empfehlung in den meisten Bistümern. Schon im vergangenen Oktober hatte die Glaubensbehörde diese ausdrücklich abgelehnt. Deren Leiter, Kardinal Victor Manuel Fernandez, betonte gegenüber dem katholischen US-Portal The Pillar, jede Form der Ritualisierung der Segnung von Homosexuellen sei untersagt.
Kardinal Marx hatte bereits 2022 einen „queeren Gottesdienst“ in München veranstaltet (JF berichtete) und während der Predigt betont, jeder, der dem „Primat der Liebe“ folge, könne „von Gott angenommen werden“. Im Katechismus betont die katholische Kirche zwar, dass Schwule und Lesben ihre Sexualität „nicht selbst gewählt“ hätten und dass ihnen mit „Achtung, Mitleid und Takt“ zu begegnen sei. Zugleich ruft sie zur Enthaltsamkeit auf und betont, jede „Geschlechtslust“ jenseits der Ehe verstoße gegen die Regeln. (kuk)







