BERLIN. Die Bundestagsabgeordnete und ehemalige SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat nach seinem Interview mit Thüringens AfD-Chef Björn Höcke zum Boykott des Podcasters Benjamin Berndt aufgerufen. „Unternehmen, deren Werbung in einem solchen Podcast ausgespielt wird, sollten mal schauen, wie sich das abstellen lässt“, forderte sie in einem in den sozialen Netzen verbreiteten Video.
Man müsse nicht ertragen, dass ein „Faschist“ vom Werbeetat des eigenen Unternehmens finanziert „unwidersprochen vom geplanten Mord am deutschen Volk fabulieren“ dürfe. „Ich sag mal: Blacklisting hilft“, legte die Stuttgarter Sozialdemokratin nahe. In seinem Podcast „ungeskriptet“ habe Berndt dem „Faschisten“ Höcke vier Stunden lang eine „Bühne“ gegeben. „Damit kann man im Netz in kurzer Zeit Millionen von Aufrufen und ziemlich gute Werbeinnahmen erzielen“, klagte Esken.
Der „Spiegel“ moniert „Rechtslastigkeit“ von „ungeskriptet“
Unter „Blacklisting“ versteht man den Ausschluss bestimmter Unternehmen von den eigenen Werbeflächen. Das viereinhalb Stunden lange Interview mit dem Titel „Ich habe mich getraut, Björn Höcke einzuladen“ hat rund eine Woche nach seiner Veröffentlichung bereits fast vier Millionen Aufrufe.
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Unter anderem der Spiegel monierte daraufhin, Berndt habe Höcke zu wenig kritische Rückfragen gestellt. Das Hamburger Magazin befand darüber hinaus, sein Format sei insgesamt „rechtslastig“.
Dabei hatte Berndt erst vor einem Monat den Vorsitzenden der Linkspartei, Jan van Aken, in seinem Studio empfangen. 2025 führt er außerdem Videogespräche mit Gregor Gysi und dem Linksintellektuellen Wolfgang M. Schmitt. Allerdings kamen mit Maximillian Krah (AfD) und Hans-Georg Maaßen auch konservative und rechte Politiker bei „ungeskriptet“ zu Wort.
Ben im JF-Interview: „Höcke wurde über zehn Jahre lang dämonisiert wie keiner sonst“
Der JUNGEN FREIHEIT gegenüber betonte Berndt, er rede mit allen möglichen Menschen und interessiere sich für „kantige Persönlichkeiten“. Höcke sei über zehn Jahre lang „wie niemand sonst“ von den Medien „dämonisiert“ worden.

Es seien „Abermillionen Euro geflossen, um die Bevölkerung darüber zu informieren, dass das der schlimmste Mensch der Welt“ sei. Berndt: „Das war über zehn Jahre Reverse-Marketing für meinen Podcast.“ Er habe einfach nur die entstandene Lücke in der Berichterstattung gefüllt. (fw)





