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Gastbeitrag in der FAZ: Wirtschaftsministerin Reiche verteidigt die Energiewende

Gastbeitrag in der FAZ: Wirtschaftsministerin Reiche verteidigt die Energiewende

Gastbeitrag in der FAZ: Wirtschaftsministerin Reiche verteidigt die Energiewende

Katherina Reiche beim feierlichen Spatenstich des Projekts 'United Heat' - Klimaneutrale Fernwärme für die Europastadt Görlitz–Zgorzelec an der Kläranlage Görlitz Nord. Görlitz, 31.03.2026. Sie verteidigt die Energiewende.
Katherina Reiche beim feierlichen Spatenstich des Projekts 'United Heat' - Klimaneutrale Fernwärme für die Europastadt Görlitz–Zgorzelec an der Kläranlage Görlitz Nord. Görlitz, 31.03.2026. Sie verteidigt die Energiewende.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU): Energiewende als teuer, aber sehr wichtig bezeichnet. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Matthias Wehnert/Geisler-Fotopre
Gastbeitrag in der FAZ
 

Wirtschaftsministerin Reiche verteidigt die Energiewende

Die hohen Energiekosten bringen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nicht von der Energiewende ab. Ein „Netzanschlusspaket“ soll das 80-Prozent-Ausbauziel wieder auf Kurs bringen.
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BERLIN. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat die Energiewende in einem Gastbeitrag in der FAZ verteidigt. „Ich stehe hinter der Energiewende. Die Erneuerbaren werden das Rückgrat unserer Stromversorgung sein.“ An der Energiewende kritisierte sie am Dienstag lediglich eine schlechte Koordinierung, das Konzept an sich sei nicht das Problem. „Das 80-Prozent-Ausbauziel für Erneuerbare bleibt.“

Bei dem Vorhaben würden Systemkosten ignoriert. „Fast drei Milliarden Euro zahlen wir allein dafür, dass Windräder und Solaranlagen abgeregelt werden, weil die Netze den Strom nicht aufnehmen können“, nennt Reiche als Beispiel. Die Kosten für das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die Kapazitäts- und Netzreserve, die Redispatch-Kosten, die Netzsubventionen und die Subventionen für die Senkung der Energiepreise würden insgesamt 36 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Bis 2035 würden sie auf 90 Milliarden Euro pro Jahr steigen. „Eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, wird das Land ruinieren, das sie zu retten vorgibt.“

Energiewende soll durch „Netzanschlusspaket“ gelingen

„Deutschlands natürliche Gegebenheiten setzen Grenzen: begrenzte Gasvorkommen, die nicht einmal in der Krise genutzt werden sollen, begrenzte Wasserkraft, viel weniger Sonne als Südeuropa, große Entfernungen zwischen Erzeugung und Verbrauch.“ Um trotzdem die Energiewende durchzudrücken, arbeite die Ministerin an einem „Netzanschlusspaket“. Das bedeutet: „Wer in überlasteten Netzgebieten eine Anlage anschließen will, muss sich an den Kosten beteiligen oder das Risiko tragen, dass der Strom nicht immer eingespeist werden kann.“

Dadurch würden Netzbetreiber beginnen, Leitungen dort zu verlegen, wo der Bedarf für erneuerbare Energie bestehe. „Wir brauchen keine Überkapazitäten, die subventioniert ins Ausland exportiert werden, während im Inland die Preise steigen.“

Gas werde weiterhin gebraucht

Laut Reiche würden viele wegen des Irankriegs und den damit gestiegenen Kosten „den sofortigen Ausstieg aus Öl und Gas“ fordern. „Nun, so einfach ist das nicht“, intervenierte die Ministerin. Bisher läge der Anteil der erneuerbaren Energie bei der Hälfte des Strombedarfs – der wiederum nur ein Sechstel des gesamten Energiebedarfs ausmachen würde. „Der Anteil Erneuerbarer am Gesamtenergieverbrauch lag 2025 aber gerade einmal bei knapp einem Fünftel.“

Mit dem simplen Bauen von Solarparks werde wegen der Systemkosten in der aktuellen Situation keine Abhilfe geschaffen. Der Netzausbau werde laut Reiche bis zu zehn Jahre dauern. Die Wirtschaftsministerin gab daher selbst zu, dass man den angeblichen Forderungen nach einem sofortigen Ausstieg nicht nachkommen könne: „Auch wenn wir es gern anders hätten: Wir brauchen weiterhin Gas.“ (mas)

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU): Energiewende als teuer, aber sehr wichtig bezeichnet. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Matthias Wehnert/Geisler-Fotopre
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